40. Paderborner Puppenspielwochen

Für Groß und Klein vom 20. März bis 5. April

© Frauke WilhelmUsher
© Figurentheater MarmelockTafiti und Pinsel
© Seifenblasen-Figurentheater, MeerbuschIggi Poltergeist

Es sind die 40. Paderborner Puppenspielwochen, die vom 20. März bis zum 5. April über diverse Bühnen der Stadt und des Kreises gehen. „Durchgehalten“ und „Alle Sparrunden und Personalwechsel überstanden“. Man darf gratulieren!

Zur Eröffnung des Jubiläums wählt das Kulturamt der Stadt kein typisches Feierstück, sondern eines, das zeigt, wie Figurentheater unter die Haut gehen kann. Daher beginnen die Puppenspielwochen mit „Hannes und Paul“, einem Stück über ein schwules junges Paar, das mitten im Nazideutschland 1943 seine Liebe entdeckt.

Schon am Nachmittag vor der Eröffnung, sozusagen als Präludium, bringt „Iggi Poltergeist“ nichts weniger als „das beste Geschenk der Welt“. Die witzige Spukgeschichte für Kinder ab drei Jahren wird ebenso wie das ernste Abendstück vom Seifenblasen Theater aus Meerbusch bei Düsseldorf gespielt.
Beide Vorstellungen finden - wie die meisten Aufführungen - in der Kulturwerkstatt statt. Dazu zählen auch Robert Husemanns Version vom klassischen Puppentheater-Stoff „Dr. Faust“ („Paderborner Puppenspiel vom Dr. Faust“) und seine neueste Ausgabe von „Drollige Typen & Tragische Gestalten“. Auch Nelo Thies, seit vielen Jahren dabei, steuert eine Erwachsenenvorstellung bei: „Das Monster“. Inspiriert hat sie dazu die Ausstellung „Alte Schachteln“ aus dem Jahr 2019. Nelo Thies spielt in Borchen im Mallinckrodthof.

Die Vorstellungen für Erwachsene, die mehr Platz brauchen, werden auf der Hinterbühne der Paderhalle aufgeführt. Dort vollendet Marc Schnittger mit lebensgroßen Figuren seine Theater-Trilogie über das Gemälde-Triptychon „Der Garten der Lüste“ von Hieronymus Bosch. Als letztes Stück kommt der erste Teil: „Planet Eden“ bzw. „Der Garten Eden“. Hier versucht der Teufel, die Erde auf seine Weise zu retten. Trotz des idyllischen Titels gerät das Stück zu einer Weltuntergangsvision. Der 2. Teil „Der Garten der Lüste“ war 2012 in Paderborn zu sehen, der 3. Teil „Die musikalische Hölle“ 2013. Ermöglicht wird die Vorstellung durch die Förderung des Kultursekretariats NRW Gütersloh.

Das gilt auch für die zweite Vorstellung auf der Hinterbühne der Paderhalle: Das Theater Cipolla aus Bremen zelebriert dort Edgar Allan Poes düster-faszinierende Geschichte „Der Untergang des Hauses Usher“ als Figurentheater mit Livemusik. Groteske Situationen mischen sich mit subtilem Humor und spannungsgeladenen Sprachkaskaden von menschlichen Urängsten und vom Kampf des Geistes gegen dunkle Triebe.
Auf die ganz große Bühne geht das Landestheater Detmold mit dem bizarren und witzigen Kult-Musical „Der kleine Horrorladen“, das auch irgendwie ins Objekttheater-Genre gehört, denn bekanntlich ist eine der Hauptfiguren, jedenfalls am Anfang des Stücks, ein Objekt: Die blutgierige Pflanze Audrey Zwo.

Der Großteil der Vorstellungen der Puppenspielwochen ist aber für Kinder gedacht. Einmal geht es auch da auf die Hinterbühne der Paderhalle, und zwar mit einer märchenhaften und poetischen Version von „Ali Baba und die vierzig Räuber“ vom marotte Figurentheater aus Karlsruhe.
Aber meistens wird in der Kulturwerkstatt gespielt.
Dort, in seinem zweiten Wohnzimmer, spielt Robert Husemann einige seiner Kinder-Klassiker: „Der kleine Häwelmann“, „Die Teufelsglocke von Thüle“ und „Krokokoffer & Königskuchen“. Außerdem veranstaltet er „Aladin und die Wunderlampe“, gespielt vom Paderborner Lumpentheater mit der bekannten Paderborner Schauspielerin Christina Seck mit mitreißender Musik von Antje Wenzel.

Die Gastbühnen bringen die verschiedensten Stücke mit: Für Kinder ab 5 Jahren spielt das Theater con Cuore „Wie Findus zu Pettersson kam“. Dieses Theater aus Südhessen kommt bereits als zweite Generation einer Puppenspielerfamilie nach Paderborn. Die Titelfiguren der diesjährigen Puppenspielwochen sind die Figuren des Stücks „Kati, Ole und der Wunderbalkon“, darin geht es um das Zusammenleben der Generationen und den seltenen Blick für die verrückten Winzigkeiten im Leben. Genau damit hat sich das Buchfink-Theater aus Göttingen schon im letzten Jahr mit den „Blattwinzlingen“ einen Namen gemacht.

Geeignet für Kinder ab sechs Jahren ist das Handtaschenmusical „Kopfüber – Kopfunter“ der Hör- und Schaubühne Stuttgart, das mit Puppen und Musik frei die Geschichte von Mary Poppins, dem berühmten Kindermädchen der Familie Banks, erzählt.
Für die ganz Kleinen ab drei Jahren hat „Mensch Puppe“ aus Bremen Janoschs berühmte Erzählung „Oh, wie schön ist Panama“ über Freundschaft und die Sehnsucht nach der Ferne bearbeitet.
Regelmäßiger Gast der Puppenspielwochen ist das Figurentheater Marmelock aus Hannover. In diesem Jahr hat es die Geschichte „Tafiti und Pinsel“ für Kinder ab 4 Jahren nach dem Buch von Julia Boehme und Julia Ginsbach im Gepäck. Tafiti ist ein Erdmännchen, sein Freund Pinsel ist ein Pinselohrschwein.

Auch außerhalb Paderborns gibt es Vorstellungen: Auf der Wewelsburg startet Räuber Hotzenplotz die Mondrakete – Diese Vorstellung ist bereits ausverkauft – und im Mallinckrodthof in Borchen feiert Nelo Thies (Theater Texte Takte) ihr 25-jähriges Bühnenjubiläum mit lauter Lieblingsstücken: „Unter Wasser“, ein stürmisches Abenteuer an der Nordsee“, „Minifee: Dipatü ist weg“ und „Zwei kleine Bären auf Libori“. Die Programme von Nelo Thies beinhalten neben dem Theaterspiel auch eine theaterpädagogische Aktion.

Das gesamte Programm gibt es als Broschüre an vielen Stellen der Stadt und im Internet unter www.paderborn.de/puppenspielwochen. Wie immer gilt: Die heimischen Bühnen sind eher am Wochenende dran, die Gäste aus ganz Deutschland spielen von Montag bis Freitag.
Das Kulturamt schickt das Programm gerne zu und gibt weitere Informationen, Tel. 0 52 51/88 114 99 bzw. kulturamtpaderbornde. Karten sind im Paderborner Ticket-Center am Marienplatz, Tel. 0 52 51/29 97 50 erhältlich. Es wird empfohlen, sich wegen der häufig beschränkten Platzzahl die Eintrittskarten im Vorverkauf zu sichern.