Neue Ausstellung im Kunstmuseum Paderborn ab 12. März
Intermezzo #1. Vom Sein der Kunst.
In seiner ersten „Intermezzo-Ausstellung“ zeigt das Kunstmuseum im Marstall (Paderborn-Schloß Neuhaus) ab Donnerstag, 12. März, Werke aus der eigenen städtischen Kunstsammlung. Dabei geht es nicht um ein bestimmtes Thema oder berühmte Künstler wie Vincent van Gogh, sondern bei dieser Ausstellung ausschließlich um das „Sehen“. Es sind Werke ausgewählt worden, die „Seh-Erlebnisse“ bieten und schaffen sollen, ohne etwas von der „großen Kunst“ verstehen zu müssen, denn – nicht jede Kunst braucht Erklärungen.
Die Stadt Paderborn verfügt seit den 1970er Jahren über eine respektable Kunstsammlung die aus Nachlässen, Schenkungen, Ausstellungen und sporadischen Ankäufen besteht. Sie birgt bemerkenswerte Konvolute und Werkgruppen, die gegenwärtig im Zentraldepot der Städtischen Museen untergebracht sind.
Mit annähernd 60 Gemälden und ebenso vielen Zeichnungen verfügt Paderborn über den umfangreichsten Werkbestand des 1884 in Bad Driburg geborenen und in Paderborn aufgewachsenen Malers Willy Lucas.
Rund 200 Werke umfasst die Kollektion deutscher Grafik des Expressionismus. Große Namen wie Max Beckmann, George Grosz, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Käthe Kollwitz, Emil Nolde und vielen anderen sind hier versammelt. Innerhalb dieses Bestandes setzen einige druckgrafische Blätter von äußerster Seltenheit besondere Akzente, so eine solitäre Kaltnadelradierung von Ernst Ludwig Kirchner von 1926, die auch in der Ausstellung zu sehen ist.
Das Profil der städtischen Sammlung wird wesentlich geprägt von einer umfangreichen Werkgruppe des als ‚Pioniere der Bildcollage‘ in die Geschichte eingegangenen Künstlerpaares Ella Bergmann und Robert Michel.
Zeichnungen und Druckgrafiken zeitgenössischer Künstler gelangten im Wesentlichen über Ausstellungen und Schenkungen ins Haus. Neben kleineren Werkgruppen von Hann Trier, Joseph Beuys, Heinz Mack, Friedemann Hahn, Emil Schreiber sowie des namhaften Radierers Rolf Escher bilden großformatige Papierarbeiten und skulpturale Modelle des konstruktiven Stahlbildhauers Wilfried Hagebölling den geschlossensten Sammlungskomplex der Gegenwartskunst.
Die Besucher sind eingeladen, selbstständig auf Entdeckungstour zu gehen, die Kunstwerke zu betrachten und sich von den Botschaften und Bildwelten der Künstler inspirieren und begeistern zu lassen. Dabei werden auch ausgewählte Werke auf die Höhe von Kinderaugen für die kleinsten Besucher ausgestellt.
Noch bis zum 3. Mai sind Gemälde und Graphiken von Otto Mueller, Willy Lucas, Ella Bergmann-Michel, Jörg Immendorff, Josefthomas Brinkschröder, Robert Michel, Woldemar Winkler, Gerhard Richter, René Magritte und viele anderen zu sehen.
Das Kunstmuseum im Marstall hat von dienstags bis sonntags in der Zeit von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Informationen zum barrierefreien Museum telefonisch unter 05251/881 1052.