8. Paderborner VideoPoetry Slam im Pollux
Ein Paderborner Projekt der Nachtfrequenz in 82 Städten in NRW
Am Sonntag, 27. September, ging der „Paderborner VideoSlam“ im „Pollux by Cineplex“ Kino in Paderborn in die achte Runde und präsentierte dem Publikum acht neue Videopoetry Clips, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Der „VideoPoetry Clip“ ist ein verhältnismäßig neues Format, bei dem Teams, bestehend aus einer Poetry Slammerin oder einem Poetry Slammer und einem Filmschaffenden gemeinsam einen Text oder eine Geschichte verfilmen.
Dazu wird oft eigene Musik komponiert, um das Gefüge aus Wort und Bild zu einem atmosphärisch dichten und stimmungsvollen Ganzen zusammenzufügen. Beteiligt waren dieses Jahr nicht nur Altbekannte wie August Klar, Sarah Lau und Sophie Hopf, die schon in den vergangenen Jahren immer wieder dabei waren, sondern auch junge, neue Teams wie „Florian D.“ und „Jonas G.“, die sich das erste Mal in der Produktion für das Format „VideoPoetryClip“ versuchten. Diese zwei jungen Wahlberliner mit der Heimat im Kreis Paderborn, hatten große Lust am Experiment und folgten durchaus ausdrucksstark ihrer Intuition.
Überzeugen konnten das Publikum vor allem Lisanne Lehmann (Film) und Laura Pelkmann (Text), die mit ihrem Poetry Clip „Für Holger“ den ersten Platz belegten. In ihrem Film geht es um Briefe, die sich die beiden Freundinnen früher oft schrieben, wobei sie sich gegenseitig „Holger“ nannten, um das Gefühl zu haben, einer unbeteiligten Person zu schreiben. Stimmungsvolle Momentaufnahmen aus der Erinnerung wechseln sich ab mit ernsthaften Fragen über die eigene Identität.
Auf den zweiten Platz wählte das Publikum Jann Wattjes und Christian Neugebauer mit ihrem Clip „Pilgerfahrt“. Wie schon oft zeigte dieses Team, diesmal in einem Loblied auf Paderborn und sein „Pilger“ Bier einen mit trockenem Humor und Ironie versetzen Clip, der dem Publikum mehr Schmunzeln und Nicken, denn Schenkelklopfer präsentierte.
Im Clip „How to Poetry Film“ von August Klar, Luca Backhaus und Steffen Ludwig, der vom Publikum auf den dritten Platz gewählt wurde, erlaubten die Profis den Zuschauern einen kleinen, humorvollen und auch selbstironischen Blick auf die eigene Arbeit beim Dreh eines Videoclips. Zur Verwirrung der Zuschauer steigen die Macher ein mit einem filmisch hervorragenden, dramatischen Ausschnitt. Protagonist August Klar machte dann aber sofort deutlich, dass die Clips in dieser Weise auf keinen Fall laufen sollte.
Wirklich glücklich zeigte sich Organisatorin, Moderatorin und Poetry Slammerin Evgenija Kosov: „Einfach super, dass das Pollux Kino und die Förderung durch die Nacht der Jugendkulturen und den Kultur Soli eine solche Veranstaltung möglich machen. Die Künstler können sich hier wirklich kreativ austoben und zeigen, was sie drauf haben.“ Sie bekommen dafür nur eine kleine Aufwandsentschädigung und für das trotzdem ungebrochene Engagement zollt Kosov großen Respekt, denn zum Teil sind die Akteure schon Profis auf ihrem Gebiet.
Fortune Cat sorgte für die musikalische Untermalung des Abends. Alle „VideoPoetry Clips“ und Infos zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sind unter www.paderbornervideoslam.de zu finden.