Einwohnerzahl 2020 gesunken

Bevölkerungsentwicklung der Stadt Paderborn

© Stadt PaderbornBevölkerungsentwicklung

Im Jahr 2020 ist die Einwohnerzahl der Stadt Paderborn um 103 Personen oder 0,07% zurückgegangen. Das hängt vor allem mit zunächst langen Schließzeiten und später der gesteuerten Terminvergabe im Einwohneramt zusammen. Dadurch konnten vor allem Zuzüge und Fortzüge erst mit starkem Zeitverzug erfasst werden. In 2019 war die Bevölkerungszahl noch um 912 Personen angestiegen. Die Bevölkerungszahl liegt jetzt bei 153.231 Einwohnerinnen und Einwohnern, die 150.000 wurden erstmals am 1. November 2016 überschritten.

Zurzeit leben 19.190 Personen ohne deutschen Pass in Paderborn. Das sind 313 oder 1,7% mehr als am Jahresende 2019. Der Anteil der Ausländer*innen an der Bevölkerung beträgt jetzt 12,5% (2019 = 12,3%). Am stärksten gestiegen ist die Zahl der Mitbürger*innen aus Syrien um 151 Personen auf jetzt 2.730 Personen. Damit stellen Menschen aus Syrien seit fünf Jahren die stärkste Gruppe von Ausländern in Paderborn, sie hatten im November 2016 die türkische Gemeinschaft abgelöst. Aber auch aus dem Irak (+56, jetzt 502) und aus Marokko (+46, jetzt 225) sind 2020 viele Menschen neu zu uns gekommen. Am stärksten zurückgegangen ist Zahl der chinesischen Mitbürger*innen (-97, jetzt 846 Personen).

Ein positives Ergebnis weist weiter die „natürliche Bevölkerungsbewegung“ auf. Dabei war die Geburtenzahl mit 1.611 Babys wieder deutlich höher als im Vorjahr (2019 = 1.512). Dies wird sich kurzfristig in den Kindertagesstätten und mittelfristig in den Grundschulen auswirken. Die Zahl der Sterbefälle hat mit 1.325 (Vorjahr = 1.293) einen neuen Höchststand erreicht und liegt damit erstmals in Paderborn über 1.300. Allein an der COVID-19 Pandemie sind in 2020 47 Menschen in Paderborn verstorben. Vor allem der April (12 Todesfälle) und der Dezember (21 Todesfälle) waren dadurch stark geprägt. Aus Geburten und Sterbefällen ergibt sich ein natürlicher Saldo von +286 Personen (2019 = +219, 2018 = +227), was leicht über dem Durchschnitt der letzten 10 Jahre liegt.

Die sogenannten „Wanderungen“ führten diesmal nicht zu einem Bevölkerungswachstum. Dabei war die Zahl der 8.080 Zuzüge (2019: 10.302) deutlich niedriger als im Vorjahr. Auch die Fortzugszahl war mit 8.469 Personen niedriger als in 2019 (= 9.609). Das ist in beiden Fällen auf den zeitlich beschränkten Zugang zum Einwohneramt vor allem während des ersten Lockdowns zurückzuführen. Beide zusammen ergeben einen Wanderungsverlust von - 389 Personen (2019 = + 693, 2018 = + 1.493).

Wie die starken Bevölkerungszuwächse im November und Dezember 2020 zeigen, konnten vor allem zum Jahresende hin bereits viele Zu- und Fortzüge, aber auch Umzüge innerhalb Paderborns aus den Vormonaten nachgemeldet werden. Das Einwohneramt hat am Abdinghof zusätzliche Büroarbeitsplätze zur schnelleren Abarbeitung der aufgelaufenen Fälle installiert.

Den stärksten Zuwachs unter den Stadtteilen hatte in 2020 vor allem Schloß Neuhaus (+191), gefolgt von Benhausen (+59) und Dahl (+31). Dagegen schrumpften die Kernstadt (-223), Wewer (-69), Elsen (-55), Sande (-26) und Neuenbeken (-14), während Marienloh (+3) stagnierte.

Bei den Altersgruppen waren die Entwicklungen unterschiedlich. Reduziert hat sich in 2020 im Vergleich zu 2019 vor allem die Zahl der jungen Erwachsenen zwischen 18 und 30 Jahren (-3,8%). Vor allem Studierende haben Paderborn deutlich weniger als Wohnort nachgefragt. Das dürfte auch auf eine hohe Zahl an Online-Vorlesungen und –Seminaren durch die Corona-Pandemie zurückzuführen sein. Auch die Zahlen der Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren sowie der Erwachsenen zwischen 45 und 65 Jahren sind leicht zurückgegangen (beide -0,6%). Stark gewachsen sind vor allem die Gruppen der über 80-jährigen (+4,1%) und der Kinder im Grundschulalter zwischen 6 und 10 Jahren (+2,7%). Alle anderen Altersgruppen wuchsen nur leicht oder stagnierten.