Kunstwerke gestohlen
Fotoausstellung an der Alanbrooke Kaserne zieht in die Räumlichkeiten der Galerie @19 um
In der Nacht von Donnerstag, 1. Juli, auf Freitag, 2. Juli, wurde ein Großteil der eindrucksvollen Fotoausstellung an der Alanbrooke Kaserne gestohlen. „Wir sind fassungslos über die Dreistigkeit, mit der über 40 Kunstwerke in jeweils einer Größe von 1.10 mal 1.60 Meter unerlaubt abgenommen und entwendet worden sind“, unterstreicht Dr. Andreas Neuwöhner vom Kulturamt der Stadt Paderborn. Gemeinsam mit Wolfgang Brenner, Axel Czypionka, Jörg Lütkemeier, Dagmar Venus und Tobias Vorwerk hatte er 2019 die Erlaubnis bekommen, in der verlassenen Kaserne an der Neuhäuser Straße zu fotografieren. „Wir möchten mit der Fotoausstellung die Spuren des Vergangenen festhalten und den Menschen einen Einblick hinter verschlossene Türen bieten“, erklärt Neuwöhner weiter.
Sechs Fotograf*innen, sechs unterschiedliche Perspektiven auf die ehemalige britische Kaserne an der Elsener Straße. Aufgetürmte Pflastersteine, ein zerbrochener Wintergarten, leere Panzerhallen, endlose Flure, rotweiße Backsteingebäude – Zeugen einer Zwischenzeit. Bevor auf dem Gelände der Alanbrooke Kaserne ein ziviles Wohnquartier entsteht, haben die Beteiligten die Gunst der Stunde genutzt und sind den Spuren nachgegangen, die das britische Militär hinterlassen hat – vom Keller bis zum Dachboden.
Seit dem 7. April waren am historischen Zaun der Alanbrooke Kaserne auf über 100 Metern rund 65 Bilder präsentiert worden, von denen nach dem Diebstahl nun nur noch ein kleiner Teil übrig ist. Deshalb haben die Fotgraf*innen gemeinsam beschlossen, die Kunstwerke erneut abzudrucken und in einem etwas kleineren Umfang in der „Galerie @19“ in Paderborn auszustellen. Die Ausstellung wird am Freitag, 15. Oktober, eröffnet. „Die im Krieg nicht zerstörte Kaserne ist heute ein eindrucksvolles Zeugnis der Paderborner Garnisonsgeschichte. Grund genug, um den Übergang von der Kaserne zum Wohngebiet fotografisch zu dokumentieren und den Bürger*innen zu präsentieren“, freut sich Dr. Neuwöhner. Für die Zukunft sei eine umfassende Fotoausstellung geplant, in der Fotografien aus unterschiedlichen Kasernen Paderborns präsentiert werden, voraussichtlich 2024.