Ausstellung zu verrückten Schmetterlingen
Sonderausstellung im Naturkundemuseum zeigt Vielfalt der Schmetterlinge
Die Schau „Hochstapler, Trunkenbolde, Schnüffler... und andere verrückte Schmetterlinge – eine Fotoausstellung von Ingo Arndt“ ist vom 10. Juli bis zum 3. Oktober im Sonderausstellungsraum des Naturkundemuseums Paderborn zu sehen. Das Team um Museumsleiter Dr. Sven Mecke war in den vergangenen Monaten trotz coronabedingter Schließungen nicht untätig und hat die neue Sonderausstellung samt Begleitprogramm auf den Weg gebracht. „Schon immer haben Schmetterlinge die Menschen fasziniert. Das war für uns ein Grund, ihnen eine Ausstellung zu widmen“, so Mecke.
Die Fotoausstellung veranschaulicht die bunte Vielfalt der Schmetterlinge. Zu diesen Insekten gehören bekannte Arten wie der Distel- und der Zitronenfalter. Unter ihnen befinden sich aber auch Falter mit ganz besonderen Anpassungen: Trunkenbolde, Hochstapler, Taucher und Durchschaubare. Mit spektakulären Fotografien lüftet der international renommierte Tier- und Naturfotograf Ingo Arndt diese und viele weitere Geheimnisse aus der Welt der Schmetterlinge und Motten.
Die großformatigen Bilder zeigen unter anderem Augenfalter, zu denen die größten nachtaktiven Schmetterlinge gehören. Stark gemustert und warnend gefärbt kommen die Bärenspinner, die „Tonkünstler“ daher. Sie besitzen ein eingebautes Abwehrsystem und senden Klickgeräusche aus, mit denen sie jagende Fledermäuse vergrämen können. Einen Camouflage-Look trägt der Birkenspanner, der „Tarnkünstler“. Seine Raupen imitieren sogar kleine Zweige. „Besonders hübsch ist der Monarchfalter in seiner Warntracht, dem die Ausstellung ein ganzes Kapitel widmet. Dieser nordamerikanische Falter ist zwar wunderschön aber ungenießbar“, sagt Mecke. Spannend sind auch die vielen Details, die für sich sprechen oder kleine Geschichten erzählen. „Eines der Fotos zeigt die langen, gefiederten Fühler eines Mottenmännchens. Mit den Fühlern können diese ‚Superschnüffler‘ schon aufgrund weniger Moleküle Weibchen in ihrer Umgebung wahrnehmen“, erklärt Mecke.
Neben ästhetischen Fotos und vielen spannenden Texten des bekannten Autors Claus-Peter Lieckfeld zeigt das Naturkundemuseum als Ergänzung überlebensgroße Modelle von Raupen und Schmetterlingspuppen sowie Nacht- und Tagfalter aus der eigenen Sammlung. „In kleinen Schaukästen präsentieren wir tropische Falter, die wie Emailbroschen anmuten und Schmetterlinge mit durchsichtigen Flügeln. Damit eröffnet diese Ausstellung eine Welt, die uns staunen lässt“, freut sich Mecke.
Ein Begleitband stellt die auf den Fotos gezeigten Schmetterlinge vor und ist im Museumsshop erhältlich. Das Naturkundemuseum bietet auch Führungen durch die Ausstellung an. Gruppen werden gebeten, ihren Besuch telefonisch anzukündigen (05251-881-1052). Der Eintritt ins Museum kostet 2,50 €, ermäßigt 2,00 €. Kinder bis 12 Jahre und Schulklassen haben freien Eintritt.
Am 25. Juli findet am Naturkundemuseum außerdem ein Familientag mit dem Titel „farbenfrohe Schmetterlinge“ statt. Kinder lernen die bunten Insekten mit Spiel und Spaß kennen und schlüpfen in die Rolle von Naturschützern. „Welche Schmetterlinge gibt es in Westfalen?“ „Warum sind diese auffälligen Insekten eigentlich so bunt?“ „Was kann ich tun, um Falter und andere Insekten zu schützen?“ – diesen und vielen weiteren Fragen können Kinder mit ihren Familien auf den Grund gehen. Angeboten werden Kurzführungen durch die Ausstellung, ein Workshop zum Bau von Insektennisthilfen und ein Kunstvermittlungsprogramm bei dem zarte Falter aus Papier entstehen. Für das leibliche Wohl sorgt die Zimtschneckerei Kiki Lento. Eine Anmeldung ist über die Museumspädagogik erforderlich (Telefon: 05251 881 2636 oder E-Mail: d.gornypaderbornde).