Osterbrauch im Paderborn der 1950er-Jahre

Zeitzeuge Wolfgang Oetterer berichtet

© Stadt- und Kreisarchiv PaderbornOsterbrauch, Oetterer
© Stadt- und Kreisarchiv PaderbornOsterbrauch 2, Oetterer

In der Wiederaufbauzeit Paderborns hatte der Männerchor Liederkranz eine gute Idee: Er beglückte die Kinder zu Ostern mit leibhaftigen Hasen. Hiervon weiß Zeitzeuge Wolfgang Oetterer zu erzählen.

Einige Jahre dauerte es, bis der allgemeine Wirtschaftsaufschwung Westdeutschlands auch in Paderborn angekommen war. Entsprechend mager waren die Jahre, vor allem für Kinder, auch zu den christlichen Festen Ostern und Weihnachten, jedenfalls im Vergleich zu heute. Da ist es kein Wunder, dass die Ostereier-Aktion des Liederkranz so gut ankam. Hase Otto Engemann, Kassierer des Männerchors und Großvater unseres Zeitzeugen, und Häsin Hilde Oetterer geb. Engemann, Mutter desselben, wussten die Kinder mit leckeren Eiern zu beglücken, sei es im Garten etwas privater oder auf der Friedrichspromenade für alle. Wie lange der Brauch ausgeübt wurde, ist nicht bekannt.

Entstanden war der Männerchor Liederkranz 1934 aus der Vereinigung des 1893 gegründeten Männergesangvereins Liederkranz und des Paderborner Männerchors von 1871. Der Liederkranz fusionierte 1969 mit dem Männergesangverein Eintracht zum Paderborner Männerchor, 1986 trat dann noch die Sängervereinigung 1871 hinzu. Die Fusionen spiegeln die sinkende Bedeutung des „Singenden Mannes“ in Gesangvereinen (Dietmar Klenke) im Laufe des 20. Jahrhunderts.