Die Hülle der großen Luftmine
Vier eintrittsfreie Veranstaltungen mit Gesprächen und Vorträgen
Seit September zeigt das Stadtmuseum Paderborn die Hülle der großen Luftmine, die 1945 niederging und 2018 gefunden und entschärft wurde. Jetzt lädt das Museum dazu zu vier eintrittsfreien Veranstaltungen mit Gesprächen und Vorträgen.
Bei allen Veranstaltungen gilt die 3G-Regel, ein Nachweis ist vor Beginn vorzulegen. Das Museum verlängert bei den Abendveranstaltungen seine Öffnungszeit bis 19 Uhr, damit man noch die Chance hat, die Luftmine zu besichtigen. Der Eintritt ist von 18 bis 19 Uhr frei.
Die Reihe beginnt am Donnerstag, 4. November 2021 um 19 Uhr in der Aula des Theodorianums am Kamp 4. An diesem Abend werden verschiedene Perspektiven auf die Bombardierung Paderborns und anderer deutscher Städte vorgestellt und erörtert. Im ersten Teil gibt es eine Lesung über sich verändernde deutsche und Paderborner Perspektiven, im zweiten Teil ein Gespräch über britische Perspektiven. David Lukowczyk (Theater Paderborn) und Alex Stürmer (Theater Bielefeld) lesen Texte von Rudolf Kiepke (Paderborn), Thomas Mann, Ernst Gombrich und Richard von Weizsäcker. Jens Peter Marquardt, langjähriger London-Korrespondent der ARD, spricht über die britischen Perspektiven. Die Moderation übernimmt Christoph Gockel-Böhner vom Kulturamt der Stadt.
Am darauffolgenden Sonntag, 7. November um 14.30 Uhr heißen Markus Runte vom Stadtmuseum und die Moderatorin Julia Ures Gäste im Foyer des Stadtmuseums willkommen, die hautnah die Bombardierungen 1945 und die Entschärfung des Blindgängers 2018 miterlebt haben. Sie wollen auch darüber sprechen, welche Gefahren womöglich noch im Boden liegen.
Am Mittwoch, 24. November hält der Historiker Ralf Blank aus Hagen um 19 Uhr in der Aula des Theodorianums einen wissenschaftlichen Vortrag über die Zerstörung Paderborns 1945. Der Historiker forscht seit Jahren über die Luftangriffe der Alliierten auf westfälische Städte. Die Moderation übernimmt an dem Abend Dr. Andreas Neuwöhner vom Stadtmuseum.
Am Dienstag, 18. Januar 2022 um 19 Uhr findet die Reihe ihren Abschluss mit einer Veranstaltung des Altertumsvereins im Audimax der Theologischen Fakultät (Klingelgasse/Ecke Liboristraße). Dr. Nicole Wilk von der Uni Paderborn spricht über den "Der Diskurs über zerstörte Städte": Wie wird eigentlich über die Bombardierungen heute gesprochen? Sie veröffentliche mit ihrer Habilitationsschrift eine Studie zum kulturellen Gedächtnis der Städtezerstörung und des Aufbaus deutscher Städte nach dem Zweiten Weltkrieg: „Zerstört und etwas vereinfacht wiederhergerichtet“.