Warum es kein islamisches Mittelalter gab - Das Erbe der Antike und des Orients
Online-Vortrag am 20. September
Am Montag, 20. September, lädt die Volkshochschule Paderborn um 19.30 Uhr zu einem kostenlosen Online-Vortrag mit dem Titel „Warum es kein islamisches Mittelalter gab - Das Erbe der Antike und des Orients“ von Prof. Dr. Thomas Bauer, Professor für Arabistik und einer der besten Islamwissenschaftler, ein.
Dem Islam wird gerne vorgeworfen, er sei im Mittelalter stecken geblieben. Was aber, wenn es gar kein islamisches Mittelalter gab? Thomas Bauer zeigt an zahlreichen Beispielen, wie in der islamischen Welt die antike Zivilisation mit florierenden Städten und Wissenschaften weiterlebte, während im mittelalterlichen Europa nur noch Ruinen an eine untergegangene Kultur erinnerten. Jahrhundertelang waren im Orient die antiken Städte lebendig, mit Bädern, Kirchen, Moscheen und anderen steinernen Großbauten, während sie in Europa zu Ruinen verfielen. Ärzte führten die Medizin Galens fort, Naturwissenschaften und Liebesdichtung blühten auf. Kupfermünzen, Dachziegel, Glas: Im Alltag des Orients gab es lauter antike Errungenschaften, die Mitteleuropäer erst zu Beginn der Neuzeit (wieder) neu entdeckten.
Prof. Bauer schildert in dem Vortrag, wie die antike Kultur von al-Andalus über Nordafrika und Syrien bis Persien fortlebte und warum das 11. Jahrhundert in ganz Eurasien, vom Hindukusch bis Westeuropa, eine Zäsur bildet, auf die in der islamischen Welt bald die Neuzeit folgte. Er widerlegt damit überzeugend die eingespielten Epochengrenzen und rückt eingefahrene Sichtweisen auf Orient und Okzident zurecht.
Thomas Bauer ist 2013 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit dem renommierten Leibniz-Preis ausgezeichnet worden. Zuletzt ist von ihm bei C.H. Beck das Buch "Warum es kein islamisches Mittelalter gab. Das Erbe der Antike und der Orient" erschienen.
Anmeldungen nimmt die vhs unter der Telefonnummer 05251/ 8814300 oder www.vhs-paderborn.de entgegen.