Last Chance to See
Ausstellung zu „verrückten Schmetterlingen“ ist noch für drei Wochen im Naturkundemuseum Paderborn zu sehen
Eine Raupe mit großen Augenflecken auf dem Vorderkörper. Bizarre Schmetterlinge, die wie Wespen oder gar Hornissen aussehen. Bedrohte Falter in wunderbaren Farben. Noch bis zum 3. Oktober können Besucher die fantastischen Fotografien des renommierten Tier- und Naturfotografs Ingo Arndt bestaunen. Falter aus der Sammlung des Museums sowie Großmodelle einer Raupe und Schmetterlingspuppe ergänzen die Ausstellung und zeigen die Arten- und Formenvielfalt dieser beliebten Insekten auf.
„Schmetterlinge gehören zu den farbenprächtigsten und vielfältigsten Tieren überhaupt“, weiß Dr. Sven Mecke, der Leiter des Naturkundemuseums und Kurator der Ausstellung. „Wir setzen bunte Farbe bei Tieren als Selbstverständlichkeit voraus, sollten uns aber daran erinnern, dass dies eher eine Ausnahme als die Regel ist“, betont der Zoologe. Die Mannigfaltigkeit der Farben, ihr Glanz sowie die vielen verschiedenen Muster suchen im übrigen Tierreich tatsächlich ihresgleichen, ausgenommen bei den tropischen Fischen. Und das weckt Faszination und Wissensdrang.
„Die Besucher sind von der Ausstellung begeistert“, freut sich Mecke. „Eine wunderschöne Ausstellung“ und „beeindruckende Fotos“ vermerkten die Gäste der Schau auf Postkarten im Eingangsbereich – und das sind nur einige von vielen positiven Besucherstimmen. Die Schau ist nicht nur für Schmetterlingsfreunde interessant, sondern spricht Naturfreunde aller Altersgruppen an. Sie ist besonders bei Kindergartengruppen und Schulklassen beliebt.
Die Ausstellung zeigt einheimische und exotische Schmetterlinge aus der ganzen Welt – von deutschen Gärten bis zum tropischen Regenwald. Sie präsentiert Falter auch als Verwandlungskünstler, wirft den Blick auf ungewöhnliche Schmetterlinge ohne Flügel und erklärt, dass sich diese Insekten nicht nur von Blütennektar ernähren. „Die wenigsten wissen wohl, dass es auch durchschaubare, flügellose und gar giftige Schmetterlinge gibt“, stellt Mecke fest. In seinen Führungen für Kinder geht Mecke zahlreichen Fragen auf den Grund: Wie kommt das Farbenspiel auf den Flügeln von Schmetterlingen zustande? Was sind Buchstabenschmetterlinge? Können Schmetterlinge sprechen? „Danach sehen die kleinen Museumsbesucher die bunten Falter meist mit anderen Augen“, resümiert der Zoologe.
Schmetterlinge werden aber leider seltener. Mit einer regionalen Naturschutzmaßnahme – einer „Wilden Wiese“ versucht das Naturkundemuseum gegenzusteuern und will darauf aufmerksam machen, dass einheimische Blütenpflanzen wichtig für den Erhalt vieler Insektenarten sind. Besucher der Ausstellung können auch einen Blick auf die Blumenwiese hinter dem Museum werfen und mit etwas Glück Schwalbenschwanz, Zitronenfalter und Tagpfauenauge live und in Farbe begegnen.
Zur Ausstellung ist ein Begleitband erschienen, der die auf den Fotos gezeigten Schmetterlinge vorstellt. Dieser ist im Museumsshop erhältlich. Das Naturkundemuseum bietet auch Führungen durch die Ausstellung an. Ein Rundgang für Kinder findet am 29. September 2021 von 16 bis 17 Uhr statt. Teilnehmende werden gebeten, ihren Besuch telefonisch anzukündigen (05251 881-1052). Der Zutritt zum Museum ist nur unter Einhaltung der Hygieneregeln erlaubt.