Mit neuer Verkehrsplanung fit für die Zukunft

Stadt stellt Leitsätze und Schlüsselkonzepte des Integrierten Mobilitätskonzeptes (IMOK) vor

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Nicht erst seit heute steht die Stadt Paderborn vor vielfältigen Aufgaben und Herausforderungen im Bereich Verkehr und Mobilität. Langfristige Ziele und Strategien der zukünftigen Verkehrsentwicklung in Stadt und Umland sollen – stets vor dem Hintergrund einer stadtverträglichen Mobilität – im Integrierten Mobilitätskonzept (IMOK) festgelegt werden. Zentrale Grundsätze und Schlüsselprojekte sind der Öffentlichkeit jetzt in einer ersten Lesung vorgestellt worden und haben unter anderem die verkehrliche Entlastung der Kernstadt sowie eine integrierte Straßenraumgestaltung im Blick.

„Das IMOK macht Paderborn zukunftsfit und ist als eine Art Leitplanke für die Verkehrsentwicklung zu betrachten“, sagt Claudia Warnecke, Technische Beigeordnete der Stadt Paderborn. „In einem Zeithorizont bis 2035 soll eine Berechenbarkeit für die Verkehrsplanung geschaffen werden. Paderborn soll mobil, erreichbar und lebenswert bleiben.“ Egal ob zu Fuß, mit dem Rad, dem Bus oder dem Auto: Im IMOK finden alle Verkehrsteilnehmenden Beachtung. „Das IMOK ist kein Gedankenspiel der Verwaltung“, macht darum auch Bürgermeister Michael Dreier deutlich. Mobilität werde von vielen Akteuren geprägt und „diese beziehen wir ein“. Neben einer Bestandsaufnahme durch das beauftragte Verkehrsplanungsbüro Planersocietät in Dortmund sind mehrere Bürgerforen sowie Online-Dialoge Grundlage für die Erarbeitung des Konzeptes. Die Kommunikation mit der Stadtbevölkerung soll auch künftig einen hohen Stellenwert genießen. Außerdem wird die Erarbeitung des IMOK von einem Projektbeirat begleitet, in dem verschiedenste Institutionen der Stadt Paderborn vertreten sind.

Das IMOK unterteilt sich in sieben Handlungsfelder, für die Grundsätze und komplexe Schlüsselprojekte mit Maßnahmenpaketen entwickelt wurden. Während die Grundsätze zur transparenten und einheitlichen Abwägung von Zielkonflikten dienen und gewisse Qualitätsstandards setzen, leisten die Schlüsselprojekte einen hohen Beitrag zur Zielerreichung.
Die Entwicklung des ÖPNV hin zum Rückgrat des Paderborner Mobilitätssystems ist eines der zentralen Ziele des IMOK. Dazu soll unter anderem der sogenannte Modal-Split-Anteil des Umweltverbundes von 47 Prozent im Jahr 2018 (Haushaltsbefragung) auf mindestens 67 Prozent bis zum Jahr 2035 erhöht werden. Außerdem soll der Anteil des Umweltverbundes auf bis zu fünf Kilometer langen Wegen bis 2035 auf mindestens 80 Prozent (2018: 63 Prozent) steigen. Diese und weitere Grundlagen für die Konkretisierung des IMOK hat der Rat der Stadt Paderborn bereits im vergangenen Jahr beschlossen. Auf dem Weg dorthin unterstützen Schlüsselprojekte wie eine Qualitätsoffensive im ÖPNV, die Aufwertung von Radverkehrsnetzen, die Einrichtung von weiteren Querungsmöglichkeiten und Barrierefreiheit.
Ein Schlüsselprojekt ist beispielsweise die „Verkehrliche Entlastung der Kernstadt“, welches aus mehreren anderen Schlüsselprojekten wie Qualitätsoffensive im ÖPNV und Aufwertung von Radverkehrsnetzen besteht. „Allein dieses Projekt ist sehr komplex und beinhaltet eine Vielzahl an Maßnahmen, die im Vorfeld umgesetzt werden müssen“, sagt Claudia Warnecke. Dabei könnte es sich zum Beispiel um die Einrichtung von Busspuren und breiten Radfahrstreifen auf dem Inneren Ring, die sukzessive und sachgerechte Anpassung der Parktarife oder auch eine verkehrliche Lenkung für den motorisierten Durchgangsverkehr handeln.

Wichtig: Keine dieser Maßnahmen ist bislang beschlossen. Das IMOK liefert den Handlungsrahmen, der bis 2035 immer wieder überprüft werden muss ebenso wie die konkreten Maßnahmen zur Umsetzung, die ggf. auch genehmigt werden müssen. Zudem spielt das Auto in den Mobilitätskonzepten der Stadt auch weiterhin eine Rolle. Allerdings finde Mobilität nicht nur auf der Straße statt, verdeutlichte der Bürgermeister, „sondern auch auf Plätzen, Schienen, Geh- und Radwegen. Mobilität ist ein hochkomplexes Thema.“