Das Paderquellgebiet um 1920 erleben

Stadtmuseum zeigt 3D-Konstruktion des heutigen Gartendenkmals

© Stadt PaderbornRekonstruktion Paderquellgebiet
© Stadt PaderbornPaderquellgebiet

Die Pader ist ein Kultur- und Naturerbe von europäischer Bedeutung – und das schon seit rund 1200 Jahren. Die Stadt bewirbt sich deshalb mit ihrem Stadtfluss für das europäische Kulturerbe-Siegel. Im Rahmen dieser Bewerbung hat der Verein „Freunde der Pader e. V.“, Historiker der Universität und das Stadtmuseum Paderborn das westliche Paderquellgebiet virtuell neu zum Leben erweckt: nicht wie wir es heute als Gartendenkmal erleben, sondern so, wie es sich im Jahr 1920 darstellte. Wer einen Blick in die Geschichte des Paderquellgebiets werfen und sich über das Kultur- und Naturerbe Pader informieren möchte, kann dies im Stadtmuseum tun, wo die virtuelle Rekonstruktion und ihre Entstehungsgeschichte jetzt in der Dauerausstellung gezeigt werden.

Der rund siebenminütige Film zeigt das Paderquellgebiet als zentralen Kristallisationspunkt in der Stadt. Neben dem besonderen Wasserreichtum, der Paderborn noch heute prägt, werden auch die damit einhergehenden technischen Innovationen anschaulich darstellt. Von internationaler Bedeutung war etwa das Ozonwerk, das zur Wasserdesinfektion eingesetzt wurde und somit zur Seuchenbekämpfung beitrug – ein technisches System, das anschließend auch in anderen europäischen Städten übernommen wurde. Darüber hinaus gab es neben einer ungewöhnlich hohen Dichte an Wasserrädern und Mühlen zahlreiche Wasserkünste im Paderquellgebiet, also künstliche Wasserhebewerke, die dazu dienten, Trink- und Brauchwasser in die höher gelegenen Teile der Stadt zu pumpen. Überraschend dürfte auch für viele Paderbornerinnen und Paderborner sein, wie dicht bebaut das Paderquellgebiet um 1920 noch war. Heute nicht mehr sichtbare Gebäude oder Bereiche, darunter auch das ehemalige Kaiser-Karls-Bad oder der Waschplatz an der warmen Pader, macht die 3D-Konstruktion nun wieder erlebbar.

Grundlage für die Rekonstruktion bilden historische Pläne, Karten und Kataster, aus denen ein Team des Historischen Instituts an der Universität Paderborn die Inhalte des Modells entwickelt hat. Für die technische Umsetzung ist die TU Darmstadt verantwortlich, die bis zum Ende des Jahres auch eine VR-Version des Films entwickeln wird. Finanziell unterstützt wurde das Projekt von der Sparkassen Stiftung sowie von den Stadtwerken Paderborn.