Zum Ende der Literaturtage
Spannende Veranstaltungen im Stadtmuseum
Zum Ende der Literaturtage dreht am Freitag und Samstag das Stadtmuseum auf.
Am Freitag, 25. März um 15 Uhr gibt es eine Vorlese- und Mitmach-Aktion für Kinder ab 5 Jahren. Der Kinderbuch-Klassiker „Zinnober in der grauen Stadt“ zeigt, dass das Leben in einer grauen Stadt nicht schön ist. Aber wie kann eine Stadt bunt werden? Die Kinder erfahren, wie der Maler Zinnober die Stadt bunter macht und wie zwei Kinder ihm dabei helfen. Im Anschluss dürfen die kleinen und großen Teilnehmerinnen und Teilnehmer selber malen und mit Farben experimentieren. Kinder ab 5 Jahren sind herzlich eingeladen, Farbe in das Stadtmuseum zu bringen.
Weitere Informationen gibt es bei der Museumspädagogik unter 05251 88 1 16 95 und c.ferrespaderbornde, dort sind auch die Anmeldungen möglich.
Am Samstag, 26. März, folgen dann drei literarische Annäherungen ans Stadtmuseum: Ganz verschiedene Themen, völlig unterschiedliche Texte, aber der Ansatz ist immer derselbe: Geschichtsschreibung ist Konstruktion, nicht Objektivität.
Die Gruppe ZeilenSprung erkundet um 18 Uhr auf eigene Faust ein Bild des Paderborner Marktplatzes im Bilderturm des Museums. Ein fast 300 Jahre altes Wimmelbild? Eine übergroße Ansichtskarte? Die Autorinnen haben ihrer Fantasie freien Lauf gelassen: Wer sitzt in der Kutsche? Was denkt der Neptun? Wohin gehen die drei Männer in Schwarz?
Um 19 Uhr liest Heiko Grosche mit Ernst und Augenzwinkern seltsam verdrehte historische Texte zur kommenden Ausstellung „Monumenta – Erinnerungsorte zwischen Weser und Lippe“. Ferdinand von Fürstenberg (1626-1683) setzte Orten und Landschaften seines Herrschaftsbereichs literarische und bildliche Denkmäler. Die Bilder werden per Beamer gezeigt. Ausstellungsmacher Dr. Andreas Neuwöhner erläutert, wie der Herrscher mit Kunst und Literatur gezielt Identität stiftete.
Um 20 Uhr fragen sich die Schauspielerinnen Lea Gerstenkorn und Tatjana Poloczek, ob Texte „ein wahrheitsgetreues Bild“ geben können: Einen Tag vor dem Jahrestag der Bombardierung Paderborn am 27. März 1945 lesen sie im Schatten der Hülle des Blindgängers, der 2018 in der Südstadt gefunden und nach einer Aufsehen erregenden Evakuierung entschärft wurde. Die Texte, die sie vortragen, zeigen unterschiedlichste Sichtweisen auf die Geschichte: Sie stammen von Paderborns früherem Volksbildungswerk-Leiter Rudolf Kiepke (1935, 1949, 1951), Schriftsteller Thomas Mann (1942), Historiker Ernst Gombrich (1936, 1985), Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker (1985) und Stadt- und Kreisarchivar Wilhelm Grabe (2008). Kulturamtsleiter Christoph Gockel-Böhner moderiert.