Signatur 20000 vergeben

Bildüberlieferung im Stadt- und Kreisarchiv Paderborn

© Stadt- und Kreisarchiv Paderborn, S – M4, Bildnr. 20000 / Egon NiedieckBildnr_20000

Eine runde Sache ist die Digitalisierung der Bildersammlungen des Stadt- und Kreisarchivs Paderborn. In der Fotosammlung der Abteilung Stadt ist jüngst die Signatur 20000 vergeben worden - und das auch noch an ein ganz besonderes Foto. Ein Grund, kurz zurückzublicken:

Nach der großflächigen Zerstörung der Stadt am Ende des Zweiten Weltkriegs begann schnell der Wiederaufbau. Wie bekannt, feierte das völlig zerstörte Historische Rathaus 1947 sein Richtfest, 1948 konnte die Stadtverwaltung bereits wieder Räume im Untergeschoss beziehen. Ein Hauptsitzungssaal für die Ratsversammlungen oder ein angemessener Standort für das Stadtarchiv waren noch nicht vorhanden: Für den vollständigen Wiederaufbau fehlten noch etwa 250.000 DM. Ein Teil des notwendigen Geldes für den Innenausbau sollte durch eine Lotterie gewonnen werden, für die sogar eigens ein Verein gegründet wurde. Die Wirtschaft nicht nur der Stadt, sondern auch aus dem Kreis Paderborn spendeten kräftig Preise. Zusätzlich musste ein Viertel der Einnahmen als Gewinne ausgeschüttet werden, zu denen mehrere Fahrräder, Wohnungseinrichtungen und sogar ein Opel Olympia Rekord gehörten. 300.000 Lose zum Preis von 0,50 DM sollten unters Volk gebracht werden. Los ging es am 1. Juli 1953. Der Andrang war groß, als Bürgermeister Christoph Tölle um 9 Uhr den Losverkauf auf dem Rathausplatz eröffnete. Gut zwei Wochen später, am 19. Juli, eine Woche vor Libori, boten Tölle, der stellvertretende Bürgermeister Heinrich Lücking und einige Ratsherren selbst Lose an, mit Bauchladen in den Farben der Stadt. Diese Situation zeigt das Foto mit der Bildnummer 20000 in der Fotosammlung S – M4 des Stadt- und Kreisarchivs Paderborn. Aufgenommen hat das Foto Egon Niedieck (*1932). Am 11. August war die Lotterie beendet, sie erzielte einen Gewinn von über 73.000 DM. Im Januar 1954 wurde das vollständig wiederaufgebaute Rathaus eingeweiht.

Die Digitalisierung der Fotosammlung übernahmen in den Anfangsjahren Praktikanten im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres in der Denkmalpflege. Jedes Jahr ging durch die Einarbeitung immer neuer Kräfte einige Arbeitszeit verloren. Vor drei Jahren jedoch wurde im Stadt- und Kreisarchiv eine eigene Stelle für die Digitalisierung eingerichtet, für die eine kompetente Kraft gefunden werden konnte. Seitdem macht die Digitalisierung große Fortschritte. Mittlerweile sind Fotos, Dias und Negative (mit anderen Bildnummern) in einem Umfang von knapp 40.000 Stück digital recherchierbar – von insgesamt etwa 150.000 analog erschlossenen und noch einmal so vielen bislang nicht erschlossenen. Es bleibt also noch Einiges zu tun.