Die Kunst des Josef Rikus (1923-1989)

Elemente der ehemaligen Kammerspielfassade werden für die Ausstellung im Stadtmuseum restauriert

© Stadt- und Kreisarchiv PaderbornKammerspiele, Andreas Gaidt
© Stadt- und Kreisarchiv PaderbornKammerspiele Postkarte
© Stadt PaderbornTransport Kupferstelen

Zum 100. Geburtstag des Paderborner Bildhauers und Kulturpreisträgers Josef Rikus (1923-1989) widmen sich das Stadtmuseum und das Diözesanmuseum in Paderborn ab dem 25. Februar 2023 in einer Gemeinschaftsausstellung dem umfangreichen Schaffen des Künstlers mit zahlreichen Entwürfen, Modellen und Objekten aus verschiedenen Schaffensphasen.

Das Stadtmuseum lässt nun ausgewählte Kupferstelen und Glasfenster der ehemaligen Fassade der Westfälischen Kammerspiele aufbereiten. Die Restaurierung übernimmt die Firma ars colendi. Auch ausgewählte, zur Fassade gehörende Glasfelder werden gezeigt und wurden bereits von der Bildhauerei Diwo aufbereitet.

Insgesamt neun Kupferstelen sowie zahlreiche Glasfelder, die in den Bau der Volksbank hinter dem Rathaus integriert waren, wiesen ab 1968 als markantes und für die Zeit modernes Architekturelement die Westfälischen Kammerspiele aus. Für Umbaumaßnahmen der Volksbank sowie Neubauplanungen für ein neues Theater wurde die Fassade 2010 demontiert und an die Stadt Paderborn übertragen. Die Demontage und die Veränderung durch den Umbau der Volksbank wurde damals von Paderborner Künstlern und Mitgliedern des Heimatvereins stark kritisiert. Mit dem Auszug der Kammerspiele in ein anderes Gebäude hatte die Fassade ihre Hinweisfunktion auf das Theater verloren, auch konnte eine Denkmalwürdigkeit durch den LWL nicht festgestellt werden. „Der Umgang mit Kunst im öffentlichen Raum lässt sich am Beispiel der Kammerspielfassade gut erläutern und soll im Kontext der kommenden Ausstellung auch zum weiteren Umgang mit Kunst im öffentlichen Raum anregen sowie erforderliche, manchmal auch unverständliche Maßnahmen, die vom Bund geregelt werden, darlegen“, so Markus Runte, Leiter des Stadtmuseums und Kurator der Ausstellungseinheit der Rikus-Ausstellung für das städtische Museum.

Josef Rikus wurde am 28. Februar 1923 geboren, bis 1942 besuchte er das Gymnasium Theodorianum. Wie kein anderer hat er seine Spuren im Paderborner Stadtbild hinterlassen. Es sind vor allem seine großen Arbeiten, die sich einprägsam in die urbane Stadtlandschaft eingefügt haben, wie das Mahnmal am Busdorfwall (1952/53), das Gierstor-Kreuz (1963) oder seine zahlreichen Brunnenanlagen wie der Neptunbrunnen (1979) auf dem Marktplatz. Die Doppelausstellung, die bis zum 11. Juni in den beiden Paderborner Museen gezeigt wird, zeigt eine große Auswahl an Skulpturen, die für den sakralen und privaten Raum geschaffen wurden. Das Stadtmuseum widmet sich in seiner Ausstellungseinheit dem „Mensch´, Rikus!“, geht seinem Lebensweg nach und zeigt profane Arbeiten aus privaten und musealen Sammlungen. Das Diözesanmuseum widmet sich dem sakralen Werk von Josef Rikus.