Pflege geht uns alle an!

Politische Frauenmatinée nimmt die Situation in der Pflege in den Fokus

© Stadt PaderbornFrauenmatinee

Im Rahmen der Politischen Frauenmatinée der städtischen Gleichstellungsstelle diskutieren Fachleute aus dem Gesundheitswesen am 12. November von 10 bis 12 Uhr im Rathaus gemeinsam mit dem Publikum über das Thema „Frauen in Pflegeberufen - Applaus und was dann?“. Applaus wurde durch die Pandemie zum Zeichen für den großen Einsatz der Pflegekräfte unter schwierigen Arbeitsbedingungen. Die Politische Frauenmatinée geht der Frage nach, wie sich die aktuelle Situation im Pflegebereich darstellt und welche Maßnahmen ergriffen werden müssten, um die Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte und damit auch die Situation von Patient*innen und Pflegebedürftigen nachhaltig zu verbessern.

„Die pflegerische Versorgung ist in Deutschland gekennzeichnet von Arbeitsverdichtung und hohem Zeitdruck, Priorisierung bzw. Rationierung von Leistung und einem Trend zur Dequalifizierung, meist aus ökonomischen Gründen“, so der Deutsche Berufsverband der Pflegeberufe, der zu dem alarmierenden Fazit gelangt: „Gute Pflege […] ist leider im täglichen Alltag in deutschen Einrichtungen nicht gegeben.“ (dbfk.de, 3.9.2020)

Spätestens hier sollten wir aufhorchen, denn dies geht uns alle an: In einer vom demographischen Wandel geprägten Gesellschaft wie der deutschen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, an irgendeinem Punkt der persönlichen Lebensgeschichte einmal auf Pflege angewiesen zu sein, diese aber möglicherweise nicht zu erhalten. „Wer immer annahm, im reichen, hochentwickelten Deutschland diesbezüglich auf der sicheren Seite zu sein“, so Dagmar Drüke, „hat sich getäuscht.“ Daher sei es nun so wichtig, an einem Strang zu ziehen und sich für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Pflegeberufen einzusetzen. Denn: Helfen wir den Pflegenden, helfen diese uns!

Eröffnet wird die Veranstaltung von Bürgermeister Michael Dreier und Dagmar Drüke, der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Paderborn. „Insbesondere die Corona-Pandemie hat uns vor Augen geführt, dass die Arbeitsbedingungen in den Pflegeberufen oft inakzeptabel sind. Da die Pflegeberufe durch einen besonders hohen Frauenanteil geprägt sind, nehmen wir im Rahmen unserer diesjährigen Politischen Frauenmatinée die Situation der Pflegekräfte in den Fokus, “ so Drüke.

Diesem Gender-Aspekt und vielen weiteren Fragen rund um die Situation von Frauen in Pflegeberufen sowie die Folgen für Patient*innen und Pflegebedürftige geht die Politische Frauenmatinée der Gleichstellungsstelle auf den Grund. Fachleute aus dem Bereich des Gesundheitswesens, der Gesundheits- und Arbeitsmarktpolitik und aus den Pflegeberufen selbst sind auf Einladung der Gleichstellungsstelle im Paderborner Rathaus zu Gast: Ursula Berkemeier (Mitarbeitendenvertretung St. Vincenz-Krankenhaus, Dr. Josef Düllings (Hauptgeschäftsführer St. Vincenz-Kliniken und Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands), Walburga Erichsmeier (stellvertretende Bezirksgeschäftsführerin ver.di Bezirk Ostwestfalen-Lippe), Brigitte von Germeten-Ortmann (Ombudsfrau in der Pflegeausbildung in NRW), Britta Oellers (Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Ausschusses für Gleichstellung und Frauen sowie Mitglied im Ausschuss für Arbeit, Gesundheit, Soziales) und Sonja Wolf (Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe DBfK Nordwest) werden die Lage im Pflegebereich aus vielen unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten und sich mit der Frage befassen, welche Maßnahmen zukünftig ergriffen werden sollten, um die Situation nachhaltig zu verbessern. Die Veranstaltung wird von Julia Ures moderiert.

Die Veranstaltung findet im großen Sitzungssaal des Rathauses statt. Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Eine Anmeldung ist erforderlich bis zum 7. November unter 05251/88-129944 oder per E-Mail an frauenmatineepaderbornde. Der Eintritt ist frei, es werden Getränke sowie ein kleiner Imbiss angeboten. Weitere Informationen zur Veranstaltung und den Gästen sind unter www.paderborn.de/frauenmatinee veröffentlicht.