Radverkehr im Fokus
Am 27. August fand der zweite Paderborner Mobilitätstag statt
Zahlreiche Besucherinnen und Besucher informierten sich am Samstag, 27. August, beim zweiten Mobilitätstag in der Paderborner Innenstadt über die Themen Verkehr und nachhaltige Mobilität. Dabei stand insbesondere der Radverkehr im Fokus der Veranstaltung, die die Stadt Paderborn mit freundlicher Unterstützung von SMAFO und dem Cube Store Paderborn by liquid-life.com präsentierte.
Auftakt der Veranstaltung bildete die Siegerehrung der Aktion STADTRADELN, an der sich Paderborn in diesem Jahr bereits zum fünften Mal beteiligte. „Der Mobilitätstag ist der passende Anlass, um die Leistung aller zu würdigen, die sich mit ihrer Familie, ihrem Unternehmen oder ihrem Verein ins Zeug gelegt haben, um ein Zeichen für klimafreundliche und stadtverträgliche Mobilität zu setzen“, sagte Bürgermeister Michael Dreier im Rahmen der Eröffnung. Bei der Aktion Stadtradeln wurden über einen Zeitraum von drei Wochen wieder möglichst viele Fahrrad-Kilometer für den Klimaschutz gesammelt. Insgesamt haben so 2.281 aktive Teilnehmende 368.896 Kilometer erradelt. Die gefahrene Strecke entspricht einer Co2-Vermeidung von 57 Tonnen. „Dieses wirklich tolle Ergebnis gilt es zu feiern. Wir geben zu, dass wir gerne die 400.000-Kilometer-Marke geknackt hätten und sagen daher für 2023 an: Da geht noch mehr!“, so Dreier.
Ausgezeichnet wurden das beste Team, das in diesem Jahr erneut das Gymnasium Theodorianum ist. Das Team um Captain Dain Czeszak holte zugleich den Preis für das beste Schulteam. Für das beste Unternehmensteam nahmen Dr. Jan Hendrik Hausmann und Sascha Schlangenotto von S&N Invent einen der STADTRADELN-Preise entgegen. Den Hauptgewinn, der unter dem besten Viertel aller Einzelfahrenden verlost wurde, nahm Stefan Wisbereit vom Team Verkehrswende Schloss Neuhaus entgegen. Er durfte sich über ein nagelneues E-Bike freuen, das in diesem Jahr erneut von Löckenhoff + Schulte gesponsert wurde.
„Bis zu einer Strecke von fünf Kilometern sind Sie mit dem Fahrrad schneller unterwegs als mit dem Auto“, machte der Bürgermeister noch einmal Werbung dafür, auch zukünftig mehr in die Pedale zu treten. Die Radverkehrsförderung sowie die Mobilitätsplanung insgesamt seien Aufgaben, die die Stadtverwaltung sehr ernst nehme, betonte Dreier.
Das Stadtradeln sei im Zusammenhang mit der Stärkung des Radverkehrs nur ein Mosaikstein, bestätigte auch die Technische Beigeordnete der Stadt Paderborn Claudia Warnecke. „Für uns im technischen Rathaus hat die Aktion jedoch einen interessanten Nebeneffekt: Dadurch, dass viele Teilnehmer*innen ihre GPS-Strecken freiwillig zur Verfügung stellen, entsteht nach dem Wettbewerb eine sogenannte Heatmap. Das ist eine Karte, auf der dann erkennbar wird, auf welchen Strecken und welcher Menge Radverkehr stattfindet, welche auch sehr relevante Informationen für die weitere Ausgestaltung des Radverkehrsnetzes beinhaltet“, so Warnecke. Die Aktion werde also auch genutzt, um die konkrete Infrastruktur gezielt zu verbessern.
Dass sowohl die Siegerehrung des Stadtradelns und auch der Mobilitätstag in der Innenstadt stattfinden, sei ein richtiges Zeichen. „Die Warengruppen der Innenstadt sind sehr gut für den Einkauf mit dem Fahrrad geeignet“, so Claudia Warnecke. Das scheint insbesondere für jüngere Bürgerinnen und Bürger ein Anlass zu sein, auch mal auf das Auto zu verzichten: Wie eine aktuelle Ford-Studie zur Mobilität junger Menschen zeige, setze die Generation Z nicht mehr auf das eigene Auto, sondern darauf, sich das Verkehrsmittel je nach Wegezweck bestmöglich wählen zu können, berichtete die Dezernentin.
Auch wer sich für die neusten technischen Entwicklungen beim Thema Radfahren interessiert, war auf dem Mobilitätstag genau richtig. Verschiedene Unternehmen präsentierten nicht nur Fahrräder, E-Bikes, (Elektro-)Lastenräder und Anhänger, sondern informierten auch über den Themen wie GPS-Tracking, Bikeleasing oder Citylogistik.
Über die Entwicklung und Umsetzung eines schwarmartigen Mobilitätssystems konnten sich die Besucher*innen am Stand der Neuen Mobilität Paderborn e. V. (NeMo) informieren, der auf dem Schulhof des Gymnasiums Theodorianums auch einen Prototyp präsentierte. Der Verein verfolgt das Ziel Mobilität, Energie und Digitalisierung ganzheitlich zu betrachten.
Auch einige städtische Ämter informierten auf dem Mobilitätstag zu den Themen Mobilität und Verkehrssicherheit. Mit dabei war unter anderem das Straßen- und Brückenbauamt, das an einer Teilkreuzung das indirekte Linksabbiegen für den Radverkehr anschaulich erklärte. Zusammen mit der Aktion „Sicher auf dem Rad“ war die Abteilung Radverkehr vor Ort. Begleitet wurde sie von der „Bummelfee“, die auch bei den jungen Radbegeisterten für Unterhaltung sorgte. Feedback und Anregungen zum „Integrierten Mobilitätskonzept Paderborn (IMOK)“ sammelte das Stadtplanungsamt, das außerdem die Arbeit der Schulwegplanung vorstellte. Am Stand des Haupt- und Personalamtes gab die Stadtverwaltung Einblick in ihr Mobilitätskonzept – vom Lastenrad über E-Autos bis zum Dienstradleasing. Und auch für die Jüngsten bot der Mobilitätstag Programm: So sorgte unter anderem ein Nostalgiespielplatz mit Tretautos und Dreirädern aus verschiedenen Epochen für jede Menge Spaß.