Film Festival Stadtsinfonien
Am Freitag in der Städtischen Galerie in der Reithalle
Die Städtische Galerie in der Reithalle wird am Freitag, 23. September, zum Kinosaal:
Ab 19 Uhr sind die Filme der gebürtigen Paderbornerin Ella Bergmann-Michel (1895-1971) zu sehen. Sie zeigt sich nicht nur als Pionierin der Collage, sondern auch der Stadtfilme. Die Retrospektive ihres filmischen Werks bildet einen Teil des Film Festivals Stadtsinfonien zum 50. Jubiläum der Universität Paderborn.
In den 1920er Jahren wendet sich Bergmann-Michel zunehmend der Fotografie zu. Das Experimentieren mit Licht- und Schattenwirkungen, ungewohnten Perspektiven und Bildausschnitten kennzeichnet ihre Arbeiten. Ein zentrales Thema ist der soziale Wohnungsbau.
Die Künstlerin konzentriert sich aber nicht nur auf die Fotografie, es folgen im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft „Liga für den unabhängigen Film“, die sich 1931 konstituiert, mehrere dokumentarische Filme, die dem kommerziellen Unterhaltungskino entgegengesetzt sind.
Im Gespräch zwischen Sünke Michel und Stephan Ahrens wird auf die Rolle der Filme im Oeuvre von Bergmann-Michel sowie die Bedeutung der Themen und souveränen Filmgestaltung eingegangen.
Im Rahmen des Film Festival Stadtsinfonien geht das Institut für Medienwissenschaften der Universität Paderborn der Frage nach, wie wir die Stadt erleben. Das Film-Genre der Stadtsinfonie ist eng mit dem Tempo des technologischen Wandels zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts verbunden. Die ausgewählten Filme des Festivals zeugen von den lyrischen und dynamischen Möglichkeiten des filmischen Mediums, die Stadt als Erlebnis- und Erfahrungsraum zu erkunden. Mit handlicheren Kameras nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden neue Stadterkundungen, die die Kraft der Stadtsinfonien fortsetzten, aber dann oft auch nach dem persönlichen Ort im urbanen Raum suchten. Heute müssen Filmemacher*innen auf digitalen Bildern, Filmen und Kameras dominierte Städte reagieren.
An öffentlichen Orten in Paderborn werden Filme aufgeführt, die internationale Werke aus 101 Jahren zusammenbringen werden, darunter Klassiker des Genres, Entdeckungen und Archiv-Funde.
In der Galerie in der Reithalle werden am 23. September gezeigt:
• Wo wohnen alte Leute? (D 1931, 13‘)
• Fliegende Händler in Frankfurt am Main (D 1932, 20‘)
• Erwerbslose kochen für Erwerbslose (D 1932, 9‘)
• Wahlkampf 1932 (Letzte Wahl) (D 1932, 13‘)
Der Beginn der Veranstaltung ist 19 Uhr, der Eintritt ist frei.