Über die Künstlerinnen Frida Kahlo und Niki de Saint Phalle

Kunstgeschichtlicher Vortrag in der Volkshochschule

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Am Mittwoch, 19. April, referiert die Kunsthistorikerin Mechthilde Beike im Rahmen einer kunstgeschichtlichen Vortragsreihe um 15 Uhr im Vortragsraum der vhs Paderborn, Am Stadelhof 8, unterhaltsam und mit zahlreichen Bildern zu den Werken der Künstlerinnen Frida Kahlo und Niki de Saint Phalle.
Frida Kahlo (1907-1954) zählt mit ihrer faszinierenden Lebensgeschichte und ihrem künstlerischem Werk zu einer der bekanntesten Persönlichkeiten der Kunstgeschichte. Infolge eines Verkehrsunfall lebte sie ständig unter Schmerzen. Mit diesem Leiden und ihren persönlichen Empfindungen setzte sie sich immer wieder in ihren Bildern auseinander. Ängste, Krankheiten und Enttäuschungen sind die Themen ihrer Kunst. Neben dem Hang zur Selbstinszenierung sind ihre Werke von der tiefen Verbundenheit zu ihrem Heimatland Mexiko geprägt. Ihre Herkunft stellte sie auch bei öffentlichen Auftritten zur Schau. Sie kleidete sich mit den prachtvollen Trachten der Tehuana-Frauen und sorgte damit für Aufsehen. Frida Kahlo genießt heute weltweit den Status einer Kultfigur. In ihren Bildern stellt sie unerschrocken ihr Innerstes zur Schau. In der Auseinandersetzung mit diesen Seiten ihres Lebens zieht sie viele an: Neugierige, Mitfühlende und Voyeure. Aber vielleicht auch solche Menschen, die nach Lebensmustern und Vorbildern suchen. Auch viele Frauen fühlen sich von ihr angezogen. War sie doch eine der ersten Frauen, die sich kraft ihrer Persönlichkeit wirklich emanzipierte.

Knallbunte Skulpturen machten die Künstlerin Niki de Saint Phalle (1930-2002) weltberühmt. Die riesigen archaisch-mütterlichen Frauenfiguren aus Polyester - auch Nanas genannt - wurden zu ihrem Markenzeichen. Weniger bekannt sind ihre provozierenden Kunstaktionen in den sechziger Jahren. Damals machte sie mit so genannten Schießbildern auf sich aufmerksam und rebellierte damit öffentlich gegen ihr Elternhaus und die Gesellschaft. Der Höhepunkt ihres bildhauerischen Werks bildet der heute öffentliche Tarot Garten in der südlichen Toskana. Mehr als zwanzig Jahre beschäftigte sie sich mit diesem Projekt, in dem sie monumentale Skulpturen von einzigartiger Phantasie in einem Park entstehen ließ. Ihr letztesfrida-kahlo-g07e40963d_1920.jpg großes Werk schuf sie Ende der neunziger Jahre in Hannover, einer Stadt, mit der sie viele Jahrzehnte freundschaftlich verbunden war. In den Herrenhäuser Gärten gestaltete sie die historische Grotte, die seitdem mit bunten und funkelnden Räumlichkeiten die Besucher verzaubert. Doch Niki de Saint Phalle war keine Einzelgängerin. Die Beziehung zu dem Schweizer Künstler Jean Tinguely zeigt, dass sie im Dialog mit ihm einzigartige Werke schuf, wie beispielsweise den Strawinsky-Brunnen vor dem Centre Pompidou in Paris. Niki de Saint Phalle stammte aus einer französischen Adelsfamilie und wuchs in den USA auf. Sie besuchte ein Nonnen-Internat, jobbte erfolgreich als Fotomodell und wollte eigentlich Schauspielerin werden. Als psychische Probleme sie zu einem Aufenthalt in einer Nervenheilanstalt zwangen, entdeckte sie die Kunst als Heilmittel und ging nach Paris.

Anmeldungen nimmt die Volkshochschule Paderborn unter Telefon 05251/88-14300, im Internet auf www.vhs-paderborn.de oder per E-Mail an vhspaderbornde entgegen.