Vierter Paderborner Heimatpreis fördert lokale Vereine mit 5.000 Euro

Für ihr Engagement ausgezeichnet wurden die „Nachbarschaft Paderborn-Ost“, der Heimat- und Kulturverein Dahl und der Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalen.

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„Wir sind eine wachsende Stadt und gehen bald auf die 160.000 Einwohner zu, da spielt Ehrenamt immer eine große Rolle“, stellte Bürgermeister Michael Dreier zu Beginn der vierten Paderborner Heimatpreisverleihung am vergangenen Samstagnachmittag fest. Dieser Preis habe sich zur Aufgabe gemacht, unter dem Motto „Heimat ist Gemeinschaft in Vielfalt“ Vereine, Institutionen oder Privatpersonen zu fördern, die sich in besonderem Maße vor Ort engagieren - sei es im Umweltschutz, beim kulturellen Erbe, bei der Inklusion oder bei der Stärkung der örtlichen Gemeinschaft. Priorität habe dabei das Ehrenamt. Das Preisgeld in Höhe von insgesamt 5.000 Euro wurde dabei vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW zur Verfügung gestellt.
„Wir haben viele gute Vorschläge bekommen und uns letztlich im Stadtrat einstimmig für drei tolle Projekte entschieden“, so Dreier. Den mit 2.000 Euro dotierten ersten Platz beim diesjährigen Heimatpreis belegte dabei der Nachbarschaftsverein Paderborn-Ost. Platz zwei erreichte der Heimat- und Kulturverein Dahl vor der Paderborner Abteilung des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens. Beide bekämen jeweils 1.500 Euro Preisgeld. Bei der Feierstunde im historischen Rathaus erhielten alle Vereine zudem eine Urkunde, verziert von Egon Hüls, der auch die Gestaltung des Goldenen Buchs der Stadt übernimmt.

Auszeichnung inspiriert zu anhaltendem Engagement
Die „Nachbarschaft Paderborn-Ost“ sei laut dem Vorsitzenden Daniel Pohl eine 2015 gegründete Initiative mit inzwischen knapp 160 Mitgliedern, die sich als Plattform für alle Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils verstehe. Dabei teilten sich viele Ehrenamtliche unterschiedliche Aufgaben wie die Vorstands- und Öffentlichkeitsarbeit, aber auch die Organisation konkreter Angebote. Dazu zählten beispielsweise regelmäßige Spieletreffen, offene Gesangsangebote oder die Neugestaltung des Vereinstreffpunkts.
„Die Auszeichnung inspiriert uns dazu, sich weiterhin lebendig, solidarisch und klimagerecht für Paderborn einzusetzen“, bedankte sich Pohl abschließend.

Schaffung neuer Kulturangebote für den Stadtteil
Der Heimat- und Kulturverein Dahl verstehe sich im Gegensatz zur „Nachbarschaft Paderborn-Ost“ laut den beiden Vorsitzenden Antonius Koch und Marie-Luise Reinicke, die gleichzeitig auch Ortsvorsteherin ist, nicht als mitgliedergetragener Verein. Stattdessen unterstützte ein Gremium aus Freiwilligen als Dachverband die Dahler Vereine bei der Vernetzung und bei Aufgaben wie beispielsweise der Vermittlung von Fördermöglichkeiten oder der Organisation besonderer Projekte.
„Auf diese Weise kann man wirklich viel bewirken. Das Ziel ist es, Attraktionen in den Stadtteil zu bringen, die es sonst hier oder auch in ganz Paderborn nicht gibt“, erläuterten Koch und Reinicke. Als Beispiel nannte er das Bildhauersymposion oder den Aufbau und die Beschilderung des Skulpturenpfads in Dahl. Das Preisgeld fließe direkt in ein neues Projekt, das im kommenden Jahr stattfinden und bald bekanntgegeben werde.

Geschichte für alle Generationen
Im Gegensatz zu den beiden anderen Projekten gehört der Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens nicht zu den in jüngerer Zeit gegründeten Gruppierungen. Stattdessen handle es sich laut dem Vorsitzenden Dr. Andreas Neuwöhner mit dem Gründungsjahr 1824 um den drittältesten Geschichtsverein Deutschlands. Die Paderborner Abteilung sei der zweitälteste Verein der Stadt. „Nur der städtische Musikverein, der zwar im selben Jahr, aber in einem früheren Monat gegründet wurde, besteht noch länger. Wir freuen uns schon darauf, die jeweiligen 200-jährigen Jubiläen im kommenden Jahr gemeinsam zu feiern.“
Der Altertumsverein verstehe sich laut Neuwöhner als Gruppierung geschichtsinteressierter Menschen, die nicht nur aus Historikern bestehen müsse. Ziel sei die Bewahrung, aber besonders auch die Vermittlung der westfälischen Geschichte. Dazu würden zwei Zeitschriften publiziert, mit denen wissenschaftliche Erkenntnisse der Öffentlichkeit zugänglich gemacht würden. „Auch feiern wir regelmäßig den ‚Tag der westfälischen Geschichte‘, der im kommenden April sogar in Paderborn stattfinden wird, oder organisieren gemeinsame Fahrten. So wollen wir über die Generationen hinweg das Thema Geschichte interessant halten.“