Bevölkerungsentwicklung im Jahr 2022
Einwohnerzahl der Stadt Paderborn um 2.491 Personen angestiegen
Im Jahr 2022 ist die Einwohnerzahl der Stadt Paderborn um 2.491 Personen oder 1,6 % angestiegen. Damit hat sich das Bevölkerungswachstum gegenüber den Vorjahren noch einmal deutlich beschleunigt. In 2021 war die Zahl um 1.147 Personen gewachsen. Die Bevölkerungszahl liegt jetzt bei 156.869 Einwohnerinnen und Einwohnern, die 150.000 wurden erstmals am 1. November 2016 überschritten.
Diese Entwicklung hängt stark mit der Zahl der geflüchteten Ukrainer*innen zusammen. Wohnten vor dem Krieg am 31.12.2021 261 ausländische Personen aus der Ukraine in Paderborn, so waren es am Jahresende 2022 2.069 Menschen. Insgesamt leben zurzeit 22.578 Personen ohne deutschen Pass in Paderborn. Das sind 2.630 oder 13,2% mehr als am Jahresende 2021. Der Anteil der Ausländer*innen an der Bevölkerung beträgt jetzt 14,4% (2021 = 12,9%). Ebenfalls deutlich gestiegen ist die Zahl der Mitbürger*innen aus Afghanistan um 113 auf jetzt 730 Personen. Und auch aus Rumänien (+71, jetzt 639) und aus Polen (+65, jetzt 1.509) sind 2022 viele Menschen neu zu uns gekommen. Am stärksten zurückgegangen ist Zahl der chinesischen Mitbürger*innen (-72, jetzt 716 Personen).
Zum ersten Mal in der Geschichte der Großstadt Paderborn weist die natürliche Bevölkerungsentwicklung ein negatives Ergebnis auf. Das ist für viele deutsche Großstädte der Normalfall, Paderborn war da bisher eine der wenigen Ausnahmen. Dabei war nicht nur die Geburtenzahl mit 1.459 Babys deutlich niedriger als im Vorjahr (2021 = 1.559) und lag damit auch zum ersten Mal seit 2014 wieder unter 1.500 Neugeborenen. Die Zahl der Sterbefälle hat mit 1.553 (Vorjahr = 1.383) einen neuen Höchststand erreicht und liegt damit nicht nur zum ersten Mal über 1.400 Sterbefällen sondern hat auch gleich den nächsten Schwellenwert von 1.500 Fällen deutlich überschritten. Vor allem der Dezember 2022 (173 Todesfälle) weist eine ungewöhnlich hohe Zahl an Todesfällen auf. Aus Geburten und Sterbefällen ergibt sich damit ein natürlicher Saldo von - 94 Personen (2021 = +176, 2020 = +286).
Die sogenannten Wanderungen führten diesmal alleine zu dem starken Bevölkerungswachstum. Dabei war die Zahl der 10.895 Zuzüge (2021: 8.793) nicht nur deutlich höher als im Vorjahr, sie lag auch zum vierten Mal in acht Jahren bei über 10.000 Zuzügen. Die Fortzugszahl war mit 8.659 Personen ebenfalls höher als in 2021 (= 8.327), wenn auch nicht so deutlich. Durch Korrekturen und Nachmeldungen kamen im Saldo weiter 349 Personen hinzu. Zusammen ergibt sich damit ein Wanderungsgewinn von + 2.585 Personen (2021 = + 972, 2020 = -389).
Den stärksten Zuwachs unter den Stadtteilen hatten in 2022 vor allem die Kernstadt (+1.720) und Schloß Neuhaus (+626) mit jeweils über + 2,0 %. Danach folgten Marienloh (+45), Neuenbeken (+43), Benhausen (+42), Elsen (+36) und Dahl (+22). Dagegen schrumpften Sande (-37) und leicht auch Wewer (-6).
Bei den Altersgruppen waren die Entwicklungen diesmal in allen Bereichen positiv, wenn auch unterschiedlich stark ausgeprägt. Am stärksten zugenommen hat die Altersgruppe der 6- bis 9-jährigen (+4,6%). Hier ist ein schwächerer Jahrgang heraus- und ein stärkerer Jahrgang hineingewachsen. Ebenfalls deutlich zugenommen haben die Altersgruppen der Jugendlichen von 10 bis 13 Jahren (+3,9%) und von 14 bis unter 18 Jahren (+3,6%). Auch die Altersgruppen der Seniorinnen und Senioren zwischen 65 und 80 Jahren (+3,6%) und der Erwachsenen von 30 bis 44 Jahren (+3,0%) weisen noch deutliche Zuwächse auf. Alle anderen Altersgruppen haben ein geringeres Wachstum von unter +1,0 %: die Zahl der über 80-jährigen nur +0,1%, die Zahl der 18- bis 29-jährigen und der 45- bis 64-jährigen um +0,2%. Auch die Zahl der unter 6-jährigen ist trotz der stark rückläufigen Geburtenzahl noch um +0,6% gewachsen.