Ausschüsse informieren sich über „Königsquartier II“
Stadt erklärt, warum die komplexe Großbaumaßnahme teurer wird
Der Einladung der Stadtverwaltung zu einer offiziellen Baustellenführung durch das „Königsquartier II“ waren am Donnerstag, 15. Juni, zahlreiche Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses sowie des Ausschusses für Stadtentwicklung, Bauen und Konversion gefolgt. Bauleiter Markus Hermens und Sachgebietsleiter Dennis Kleewald, beide vom Straßen- und Brückenbauamt der Stadt Paderborn, und die Technische Beigeordnete Claudia Warnecke verdeutlichten die aktuelle Situation rund um die Baustelle, die sich im Bereich Königstraße, Brückengasse, Westernmauer, Alte Torgasse befindet. Hintergrund für das Gespräch waren insbesondere die gestiegenen Kosten und die damit verbundenen überplanmäßigen Mittelbereitstellungen, über die die Politik zu entscheiden hat.
Zu den ursprünglich kalkulierten 10,7 Millionen Euro Gesamtkosten für die komplexe Großbaumaßnahme „Gestaltung des Königsquartiers II“ ist nun ein Mehrbedarf von 1,134 Millionen Euro hinzugekommen. „Bei Bauarbeiten am Bestand gibt es leider immer wieder unliebsame Überraschungen“, sagt Markus Hermens. Dass die bestehende Bausubstanz zu keiner Zeit den geltenden Richtlinien entsprach, wurde beispielsweise erst bei den Abbrucharbeiten offensichtlich. So wurden unter anderem größere Estrichstärken im Bereich der Flächen sowie in den Randbereichen der Gebäude vorgefunden, wodurch wiederum mehr Material zur Schadensbehebung benötigt wurde. Die Abbrucharbeiten am Bestandsbauwerk führten immer wieder zu Ausbrüchen an den Betondecken. Hohlstellen und Unebenheiten waren die Folge. Deren Beseitigung führte zu Mehrmengen in der Oberflächenbehandlung. Allein durch die Mehrmengen sind der Verwaltung 485.000 Euro Mehrkosten entstanden.
Außerdem sind weitere Stundenlohnarbeiten in Höhe von rund 309.000 Euro entstanden. „Diese waren im Rahmen der Planungsphasen nicht absehbar, sind aber zur Ausführung der vertraglichen Leistung zwingend erforderlich“, sagt Hermens. Hinzu kommen 93.000 Euro für verschiedene Einzelpositionen wie die Abdichtung der Dehnfugenprofile und 75.000 Euro für zusätzliche oder geänderte Leistungen im Metallbau. Weitere 172.000 Euro wurden für die vorgezogene Pflasterung der Fahrbahndecke in der Königstraße benötigt. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um Mehrkosten, sondern um einen Vorgriff auf das Budget des dritten Bauabschnitts. „Die Kostensteigerung ist alternativlos, denn wir wollen eine gute Nutzbarkeit für die kommenden Jahrzehnte garantieren“, sagt Claudia Warnecke.
Fertig werden soll das ambitionierte Projekt Mitte Dezember – ein halbes Jahr später als geplant. Dass der ursprüngliche Zeitplan nicht aufgeht, liegt auch daran, dass die Stadt im Bereich Brückengasse/Alte Torgasse nicht alleinige Bauherrin ist, sondern unterschiedliche Projekte von privater Seite ausgeführt werden und es somit immer wieder gilt, bestmögliche Schnittmengen zu erarbeiten. „Ich habe enormen Respekt vor den Kollegen vor Ort, die zum Teil rasend schnell Entscheidungen treffen müssen – und diese Baustelle ist besonders herausfordernd“, sagt Claudia Warnecke.