Geseke-Erzählung und Geseke-Drama
Lesung und Schauspiel im Rahmen der Paderborner Literaturtage
Die Geseke-Erzählung und das Geseke-Drama von Else Lasker-Schüler (1869-1945) kommen im März und April nach Paderborn. Es ist bekannt, dass Vorfahren väterlicherseits der berühmten jüdischen Schriftstellerin in Geseke lebten. Gleich zweimal hat sie im Jahr 1932 die Familie Schüler literarisch verarbeitet, nämlich in der Erzählung „Arthur Aronymus – Die Geschichte meines Vaters“ und in dem Schauspiel „Arthur Aronymus und seine Väter“. Beides erlebt nun in Paderborn: Im Rahmen der Paderborner Literaturtage liest die Schauspielerin Sonja Szylowicki am Dienstag, 21. März, um 19 Uhr in der Paderborner Synagoge die Erzählung und am Sonntag, 30. April, spielt um 19.30 Uhr das Landestheater Detmold das Schauspiel im Theater Paderborn in einer neuen Bearbeitung von Gerhard Hess. Beide Varianten der Geschichte spielen vor dem Hintergrund historisch belegter antijüdischer Pogrome in Geseke und Störmede, bei denen Antisemitismus und Nachklänge des Hexenwahns zusammentrafen. Geseke heißt im Stück „Hexen-Gäsecke“. Else Lasker-Schüler verarbeitete die historischen Fakten, die sie wohl nur sehr ungefähr aus familiärer Weitererzählung kannte, literarisch sehr frei und schrieb einen sehr versöhnlichen optimistischen Schluss, der von der Wirklichkeit überrollt wurde: Die für 1933 geplante Uraufführung des Schauspiels fand in Nazi-Deutschland bereits nicht mehr statt. Jetzt kommt das sehr selten gespielte Stück, das eigentlich eher ein Bilderbogen ist, nach vielen Jahren wieder auf die Bühne.
Der Eintritt zu der Lesung in der Paderborner Synagoge ist kostenlos, jedoch ist aufgrund der begrenzten Platzkapazität und aus Sicherheitsgründen eine Anmeldung erforderlich. Der Link zur Anmeldung findet sich unter www.paderborn.de/literaturtage. Nach der Lesung besteht die Gelegenheit zum Kennenlernen der Synagoge und der jüdischen Gemeinde bei einem Getränk und einem kleinen Imbiss. Männliche Personen werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen. (Kippa kann auch vor Ort ausgeliehen werden.)
Die Eintrittskarten für die Vorstellung im Theater Paderborn kosten zwischen 29 und 11 €. Der Link zum Ticket-Shop findet sich unter www.theater-paderborn.de/kalender-und-karten.
Zu der Theatervorstellung gibt Christoph Gockel-Böhner vom Kulturamt Paderborn um 19 Uhr im Theaterfoyer eine Einführung, in der Synagoge gibt er eine Kurzeinführung. Gockel-Böhner ist in Geseke geboren und zur Schule gegangen.