„Unsere Türen stehen für alle offen“
Jüdische Kultusgemeinde Paderborn empfing Bürgermeister Michael Dreier und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
„Wir sind als Stadt Paderborn sehr dankbar dafür, eine Synagoge in unserer Stadt zu haben und pflegen eine sehr intensive und freundschaftliche Zusammenarbeit mit der Jüdischen Kultusgemeinde. Wir stehen fest an der Seite unserer jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger.“ Diese klaren Worte fand Bürgermeister Michael Dreier während eines Solidaritätsbesuchs bei der Jüdischen Kultusgemeinde Paderborn. Er begleitete die Antisemitismusbeauftragte des Landes, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die derzeit in verschiedenen jüdischen Gemeinden Halt macht. „Mir ist es ein großes Anliegen zu erfahren, was die Gemeinden in dieser Zeit besonders bewegt, an welcher Stelle staatliche Unterstützung erwartet wird und ob das Thema Sicherheit eine Rolle spielt“, sagte die frühere Bundesjustizministerin.
Am 7. Oktober überfiel die islamistische Terrororganisation Hamas Israel. Zeitgleich zu den massiven Luftangriffen drangen Hunderte Terroristen aus dem Gazastreifen in das Grenzgebiet nach Israel ein und überfielen mit großer Brutalität Dörfer und Kibbuzim in Grenznähe. Leutheusser-Schnarrenberger und Dreier verurteilten diese Angriffe aufs Schärfste. Diese „barbarischen Überfälle“ seien durch nichts zu entschuldigen, machte der Bürgermeister deutlich und Leutheusser-Schnarrenberger betonte: „Es ist die Aufgabe unserer Gesellschaft, gegen jede Form von Antisemitismus vorzugehen.“
Gleichzeitig sprachen sich sowohl der Bürgermeister als auch die Antisemitismusbeauftragte für den Schutz der Zivilbevölkerung auf beiden Seiten aus.
Die Jüdische Kultusgemeinde Paderborn hat aktuell 74 Mitglieder. Vorsitzende ist seit einem Jahr Xenia Nickel. Sie berichtete über die „tolle Unterstützung“ vor Ort durch Stadt und Kreis Paderborn sowie die Kreispolizeibehörde. Auch Hilfsangebote aus der Gesellschaft habe es nach dem 7. Oktober gegeben. „Ich bin zwar etwas vorsichtiger geworden, aber ich fühle mich dennoch sicher in Paderborn“, sagte Xenia Nickel. Ihre Gemeinde heiße in der Synagoge auch nicht-jüdische Bürgerinnen und Bürger herzlich willkommen: „Unsere Türen stehen für alle offen“, betonte die Vorsitzende.
Vor dem Paderborner Rathaus, wo die israelischen Flaggen gehisst sind, soll demnächst ein Friedensgebet stattfinden (Termin wird noch bekannt gegeben). „Paderborn ist eine bunte und tolerante Stadt – wir stehen zusammen“, machte Dreier deutlich.