„Wenn ich in Deutschland bin, fühle ich mich wie zu Hause“
Trauer in Paderborn um den Tod von Jean-Paul Couasnon aus Le Mans
„Er war der Brückenbauer für die tiefe Freundschaft zwischen Paderborn und Le Mans. Ohne ihn wären die beiden Städte in all den Jahren nicht so eng zusammengerückt“, würdigt Paderborns Bürgermeister Michael Dreier das Wirken des Mannes, der am Mittwoch, 8. November, im Alter von 80 Jahren in der Paderborner Partnerstadt Le Mans verstorben war. „Ich habe einen ganz besonderen Freund verloren und bin sehr traurig“, so Michal Dreier, der sich gerne noch an die letzte Begegnung im Sommer in Le Mans erinnert. Der Bürgermeister wird gemeinsam mit seinem Amtsvorgänger Heinz Paus an der Messe für den Verstorbenen in der Kathedrale St. Julien in Le Mans am Montag, 13. November, teilnehmen.
Tief betroffen zeigt sich auch Birgit Kelliger, Präsidentin der Deutsch-Französischen Gesellschaft Paderborn: „Mit Jean-Paul Couasnon verlieren wir nicht nur einen guten Freund, sondern auch einen Motor der Städtepartnerschaft zwischen Paderborn und Le Mans, für den die Weiterentwicklung der europäischen Beziehungen seit mehr als 50 Jahren sein Lebenswerk waren“.
Seit der Schulzeit hat Jean-Paul Couasnon seine Leidenschaft für das Nachbarland entdeckt. Auch seine beruflichen Aktivitäten stellte er in den Dienst der deutsch-französischen Beziehungen: Als Generaldirektor der Wirtschaftsförderung der Stadt Le Mans, als ehrenamtlicher Präsident des Tourismusbüros der Stadt Le Mans und als Präsident des Europahauses in Le Mans initiierte und organisierte er viele Begegnungen und Kooperationen. Für sein großes Engagement für die deutsch-französische Freundschaft erhielt er 2011 das Bundesverdienstkreuz am Bande. Wie sehr sein Herz für das Nachbarland schlug, verdeutlichte er, als er sagte: „Wenn ich in Deutschland bin, fühle ich mich wie zu Hause“.
Im November 2019 wurde Jean-Paul Couasnon im Paderborner Rathaus mit der Kulturnadel der Stadt Paderborn ausgezeichnet. Bürgermeister Michael Dreier erinnerte damals an die Vielzahl von Besuchen, die er Paderborn abgestattet habe. Mit seinem ersten Besuch im Jahre 1971 sei er also fast seit der Besiegelung der Freundschaft zwischen Paderborn und Le Mans im Jahre 1967 fester Bestandteil dieses Bundes. „Es sind Menschen wie Sie, die durch Ihr Engagement das Fortbestehen solcher Freundschaften garantieren und diese mit Leben füllen“, so Dreier damals bei der Ehrung. Dieser Einsatz sei von unschätzbarem Wert für das kulturelle Leben in Paderborn und Le Mans. Eine enge Verbindung hatte Jean-Paul Couasnon zur Paderborner Universität, an der er auch Vorlesungen gehalten hat. Wie beliebt er als Mensch in Paderborn war, zeigt sich auch daran, dass er zum Karneval gerne Gast bei der Heimatbühne Paderborn war und dort auch mit einer besonderen Auszeichnung für seine Verdienste geehrt wurde.