Kita „Kinderinsel“ als Montessori Hospitationsstätte anerkannt

Als einzige Kita in Paderborn

© Stadt PaderbornKitaKinderinsel_Montessori, Lea Horstmann

Erst im September wurde die Kita „Kinderinsel“ in der Goerdelerstraße als Literatur-Kita zertifiziert. Jetzt folgt die nächste Auszeichnung: die Kita wurde als Hospitationsstätte der Deutschen Montessori-Vereinigung e.V. anerkannt. Dazu gratulierten Jugendamtsleiterin Anne Teubert und Sozialdezernent Wolfgang Walter der Kitaleitung am Freitagmorgen.
„Wir freuen uns sehr über diese Anerkennung. Denn unser Ziel ist es, den Menschen diese besondere Pädagogik näher zu bringen“, erzählt Galina Lieder, Leiterin der Kita „Kinderinsel“. Als einzige Montessori Kita in Paderborn sei man nun auch noch wichtige Anlaufstelle für angehende Erzieher*innen, Schüler*innen, interessierte Lehrkräfte oder Eltern, die das Konzept kennen lernen möchten, so Lieder weiter. Die Hospitationen haben einen hohen Wert und sind wichtiger Bestandteil der Montessori Ausbildung. Rund zehnmal müssen die Pädagog*innen in anderen Einrichtungen hospitieren, um den Abschluss zu erlangen.
Von den derzeit 14 Erzieher*innen in der „Kinderinsel“ haben bisher sechs die Ausbildung erfolgreich absolviert. Dabei zeigt das Team von Galina Lieder viel Engagement. „Die zweijährige Montessori Ausbildung, die unsere Kolleg*innen berufsbegleitend absolvieren, ist nicht leicht. Neben den Hospitationen gibt es einige Prüfungen und oft Termine an den Wochenenden. Aber das schweißt auch zusammen und stärkt den Teamgeist“, lobte Lieder den Zusammenhalt in ihrem Team.
Um als Hospitationsstätte anerkannt zu werden, müssen die Einrichtungen einige Anforderungen erfüllen, die strikt überprüft werden. Neben dem Ausbilden des eigenen Erziehungspersonals, zählt auch das Einrichten der Kita nach bestimmten montessori-spezifischen Kriterien und das Anschaffen und Bereitstellen von bestimmten Lern- und Spielmaterialien dazu.
Bereits seit Gründung der „Kinderinsel Goerdelerstraße“ im Herbst 2012 bildet die Montessori Pädagogik die Grundlage für den Kitaalltag. „Wir wollten damit für pädagogische Vielfalt in unserer städtischen Kita-Landschaft sorgen“, erklärt Wolfgang Walter die damalige Entscheidung als eine der wenigen Kommunen eine Montessori Kita zu eröffnen. In der Regel seien es Vereine oder Elterninitiativen, die diesen besonderen Schwerpunkt verfolgten, und keine Kindertageseinrichtungen in kommunaler Trägerschaft, so Walter weiter.
Die Montessori Pädagogik ist ein reformpädagogisches Bildungsangebot, das sich unmittelbar am Kind orientiert und konsequent die Bedürfnisse des Kindes berücksichtigt. Der Erziehungsprozess ist im Wesentlichen ein Selbsterziehungsprozess. „Hilf mir, es selbst zu tun“ ist ein wichtiger Leitgedanke in den Kindertagesstätten. Die Pädagog*innen in der „Kinderinsel“, schaffen für das Kind die nötigen Rahmenbedingungen, wie z.B. die vorbereitete Umgebung, damit es sich durch eigene Kraft und aus einem spontanen Bedürfnis heraus aktiv mit seiner Umwelt auseinandersetzt. Unsere pädagogische Bemühung ist es, das Kind zu einem spontanen Konzentrationsprozess, der „Polarisation der Aufmerksamkeit“, wie Maria Montessori diese nannte, zu befähigen. Dabei stehen die Selbständigkeit, die Freiheit und die Individualität stets im Vordergrund. Jedem Kind werden Zeit und Raum gegeben, seine selbst gewählte Tätigkeit selbständig und in Ruhe, in seinem Lerntempo, zu Ende zu führen. So erreicht es die angestrebte Unabhängigkeit vom Erwachsenen und erfährt die Bestätigung seiner eigenen Leistungsfähigkeit.