Plakate für den Weltenlauscher

Stadt- und Kreisarchiv Paderborn ehrt Erwin Grosche zum 50-jährigen Bühnenjubiläum mit einer Ausstellung

© Stadt PaderbornAusstellung Erwin Grosche
© Stadt- und Kreisarchiv PaderbornPlakat aus der Frühzeit
© Stadt- und Kreisarchiv PaderbornPlakat Weltenlauscher

In diesem Jahr feiert der große Paderborner Kleinkünstler Erwin Grosche sein 50-jähriges Bühnenjubiläum. Anlass genug für das Stadt- und Kreisarchiv Paderborn, einen Blick zurück auf die steile Karriere des Paderborner Kulturpreisträgers zu werfen. 50 Plakate auf 21 Ausstellungstafeln schienen mindestens angemessen, um auch nur einen kleinen, dennoch lohnenden Eindruck zu bekommen, wie Grosche seinen Weg gegangen ist getreu seiner grundlegenden Erkenntnis: Kurze Strecken gehen Vögel auch zu Fuß.

Die Ausstellung, kuratiert von Wilhelm Grabe und Andreas Gaidt in enger Abstimmung mit Erwin Grosche, folgt der biografischen Chronologie, jedenfalls im Wesentlichen. Denn wie könnte es in diesem Fall anders sein, kehrt sich die Zeit auch schon einmal um. Mitunter werden auch thematische Akzente gesetzt, in denen Zeit keine Rolle spielt. Hierzu gehören Kinder, Veranstaltungen im Duett oder auch Preise über Preise. Gezeigt werden Plakate von Grosches Anfängen bis heute. Elert Bode, Gründer und erster Intendant der Westfälischen Kammerspiele, entdeckte Grosches Schauspieltalent und holte den jungen Pennäler 1969 auf die Bretter des Paderborner Theaters. Ab den frühen 1970er-Jahren begab sich Grosche mit Einzel-, Zweier- und Gruppenprogrammen auf Tour durch die Republik. Erinnert wird an „Groschens Phantasiefabrik“ mit Bruder Heiko Grosche oder an frühe Auftritte als Paderborner Statttheater mit Barbara Linnenbrügger, Stani und Willi Hagemeier. Und natürlich sind seine großen Erfolgsprogramme wie zum Beispiel „Am Amazonas“, „Der Warmduscher-Report“, der über Jahre mehrere Neuauflagen erlebte, oder „Der Tortentester“ und schließlich der „Weltenlauscher“ zu sehen. Auf die mitunter entscheidende Rolle des Dackels Charlotte für das Verständnis eines Bühnenprogramms weisen andere Beispiele. Die Plakate selbst zeigen eine Entwicklung von einer einfachen, fast amateurhaft anmutenden hin zu einer künstlerisch komplexeren, hoch professionellen Gestaltung. Künstler wie Harald Morsch, Werner Schlegel, Dagmar Geisler, Christoph Mett, Olivier Kleine und andere halfen schon immer, auf den Künstler in der Öffentlichkeit hinzuweisen. Ob die Entwicklung der Plakatgestaltung auch den Werdegang von Paderborns weltweit bekanntestem Kleinkünstler widerspiegelt, bleibt dem und der Betrachter*in überlassen.

Die Ausstellung bildet den Auftakt zum Finale des Jubiläumsjahres. Die Krönung folgt am 23. November 2023 in der Paderhalle. Zu sehen ist sie bis zum 31. Dezember 2023 zu den Öffnungszeiten des Stadt- und Kreisarchivs Paderborn in der Pontanusstr. 55: montags bis donnerstags 8 bis 16 Uhr, freitags 8 bis 12.30 Uhr. Andere Zeiten nach Vereinbarung.