Fotoausstellung "Die Wut ist weiblich"

Ab 21. November in der Stadtbibliothek

© Stadt PaderbornStadtbibliothek

Die Anlaufstelle für Frauen des Vereins KIM – Soziale Arbeit stellt von Dienstag, 21. November, bis Samstag, 2. Dezember, in den Räumen der Stadtbibliothek die Fotos von Rosa Engel unter dem Titel „Die Wut ist weiblich“ aus. Am 24. November um 18 Uhr laden die Mitarbeiterinnen der KIM-Anlaufstelle für Frauen zur Midissage in die Stadtbibliothek ein. Antje Huißmann wird dazu in die Thematik der weiblichen Wut einführen. Die Ausstellung wird von der Gleichstellungsstelle der Stadt Paderborn unterstützt und finanziell gefördert.

Die KIM Frauenanlaufstelle ist ein Wohn- und Betreuungsangebot für Frauen, die unter anderem obdachlos sind oder von Obdachlosigkeit bedroht sind. „Diese Frauen haben nicht selten ein ganz normales Leben geführt, hatten oft auch eine Familie“, so Heike Kokenbrink, Sozialarbeiterin der Frauenanlaufstelle. „Aus unterschiedlichen Gründen gab es dann einen Wendepunkt in ihrem Leben. Diese Frauen sind nicht im Stadtbild zu sehen, denn sie sind verdeckt wohnungslos: Sie leben ohne finanzielle oder rechtliche Absicherung bei Freunden, Bekannten oder im eigenen Auto, bis nichts mehr geht.“
Kerstin Veenhof, Mitarbeiterin der Frauenanlaufstelle, berichtet von der Rolle der Wut in ihrer Arbeit. „In den Gesprächen mit den Frauen sind wir häufig an dem Punkt, an dem die Frauen zu unterschiedlichen Zeitpunkten in ihrem Leben keinen Zugang mehr zu ihrer Wut hatten. Doch aus Wut kann auch Veränderung wachsen, sie birgt Energie!“
So ging es beispielsweise Carla, 42 Jahre alt, geschieden, mit zwei Kindern, die bei der Familie des Kindsvaters leben. Sie wohnt seit einem halben Jahr in der Wohngruppe der Frauenanlaufstelle und berichtet von ihrer Erfahrung. „Nach der Trennung fühlte ich mich leer, ich hatte immer gelernt zu funktionieren, war angepasst. Wut? So etwas kannte ich nicht von mir. In den Gesprächen mit den Sozialarbeiterinnen der KIM-Frauenanlaufstelle habe ich die Zusammenhänge zwischen nicht gelebten Gefühlen und meiner daraus resultierenden Kraftlosigkeit erkannt. Heute ist es mir wichtig, auch meine Wut zu spüren, denn sie gibt mir die Kraft, für meine Bedürfnisse einzustehen.“

Die Ausstellung ist ein Beitrag zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November, der auf Frauen als Betroffene von Gewalt aufmerksam macht. „Gerade in Situationen, in denen Frauen Gewalt erleben, kann das Gefühl der Wut helfen, sich zur Wehr zu setzen und für sich einzustehen“, so Dagmar Drüke, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Paderborn, die die Ausstellung fördert. Die Gleichstellungsstelle der Stadt Paderborn arbeitet mit verschiedenen Arbeitskreisen, Kooperationen und Netzwerken gegen Gewalt aktiv an der Umsetzung der Istanbul Konvention. Zum Tag gegen Gewalt an Frauen finden wieder zahlreiche Aktionen der von der Gleichstellungsstelle der Stadt koordinierten Arbeitskreise statt, wie eine Plakataktion zum Thema „Hilfe bei häuslicher Gewalt“ in den Padersprinter-Bussen und eine Filmvorführung von „She said“ zur #MeToo-Debatte im Pollux by Cineplex Kino am 20. November.