Fotoschätze ins Archiv
Ulrich Vogt übergibt seine Bildersammlung an das Stadt- und Kreisarchiv Paderborn
Nicht nur in Paderborn ist der frühere Kunsterzieher und Fachleiter Ulrich Vogt kein Unbekannter. Dies liegt vor allem an seinen Leidenschaften zu schreiben, Bilder zu zeigen und damit die Welt zu erklären. Seine mittlerweile 18 Bücher als Autor spiegeln seine vielfältigen Interessen an der Welt der Zahlen und Würfel über Goethe, Arbeiten am PC, Dresden oder – gerade erschienen – Frauenbilder im Nationalsozialismus wider. Am bekanntesten sind jedoch seine fünf Paderborn-Bücher, für die er mitunter das Heinz Nixdorf Museumsforum und das Stadt- und Kreisarchiv als kompetente Partner gefunden hat.
Dem Stadt- und Kreisarchiv Paderborn ist der Sammler, Autor und Fotograf spätestens seit 1995 verbunden. Anlässlich des 50-jährigen Kriegsendes erarbeitete das Archiv damals eine umfassende Ausstellung über das Leben im Nationalsozialismus in Paderborn, die in der Städtischen Galerie gezeigt wurde. Der 33-jährige Ulrich Vogt hatte einen bedeutenden Beitrag beizusteuern: eine Diaserie mit Aufnahmen seines Schwiegervaters Josef Stratmann aus den späten 1930er-Jahren. Der Clou dieser Dias ist nicht nur ihre Entstehungszeit, sondern ihre Farbigkeit, denn in Farbe fotografieren konnten Fotoamateure erst ab 1937. In seinem ersten Paderbornbuch „Farbiges Paderborn“ hat Vogt die Serie zusammen mit etlichen weiteren Stücken aus dem Stadt- und Kreisarchiv 2002 und eigenen jüngeren Vergleichsaufnahmen mit großem Erfolg veröffentlicht.
In den folgenden Jahren entdeckte er zwei weitere frühe Farbdiaserien. Das Archiv erwarb ebenfalls weitere Serien, sodass die Zusammenarbeit schließlich 2019 in dem Band „Paderborn in Farbe 5.0“ mit historischen Farbaufnahmen gipfelte, den Ulrich Vogt mit Andreas Gaidt aus dem Stadt- und Kreisarchiv verfasst und zu dem Archivleiter Wilhelm Grabe eine historische Einführung beigesteuert hat.
Im fortgeschrittenen Alter von 83 Jahren machte sich Ulrich Vogt nun Gedanken, was aus seiner analogen und digitalen Bildersammlung im Umfang von einigen hundert Stück aus der Zeit ab 1937 werden soll und entschied sich für eine Abgabe an das Stadt- und Kreisarchiv. „Damit habe ich die Gewissheit“, so Vogt, „dass die Dias meines Schwiegervaters, meine eigenen Fotos und meine Sammlung professionell aufbereitet und für künftige Generationen erhalten bleiben. Als ehemaliger Lehrer liegen mir diejenigen, die nach mir kommen, besonders am Herzen.“
Andreas Gaidt, im Stadt- und Kreisarchiv für die Bildüberlieferung zuständig, ist über diese Entscheidung froh: „Seit Jahren habe ich ihn immer wieder angesprochen, dass die wertvollen Bilder sicher überliefert werden müssen. Nun bin ich erleichtert, dass es endlich soweit ist.“ Auch wenn die Erschließung und Nutzbarmachung dieses Fotoschatzes eine Menge Arbeit bedeutet.