Werner Schlegel: Skulptur und Bild
Neue Ausstellung in der Städtischen Galerie in der Reithalle wird am Sonntag eröffnet
Arbeiten des Künstlers Werner Schlegel sind ab Sonntag, 26. Mai 2024, in der Städtischen Galerie in der Reithalle zu sehen. Die Ausstellung „Skulptur und Bild“ gibt Einblick in das Schaffen des Künstlers als Maler und Bildhauer, indem sie Skulptur, Malerei und Zeichnung – die zentralen Elemente im Werk von Werner Schlegel – miteinander verbindet.
Skulptur und Bild fließen etwa in Werner Schlegels „Tip Tappings“ zusammen: Holzklötze und Holzplatten, die der Künstler mit dem Beitel rhythmisch bearbeitet (tip tapping: mit der Spitze pochen). Das mit Acrylfarben beschichtete Holz wird dabei Stück für Stück freigelegt, die Grate mit den Resten der Farbe bleiben stehen. Holz, Farbe und Form treten in einen Dialog und erzeugen eine dynamische Raumwirkung. „Eine fast meditative Arbeit“, gibt Schlegel Einblick in den Entstehungsprozess der „Tip Tappings“, die er auch als „Wandbildhauerarbeiten“ bezeichnet.
Holz in seinen vielfältigen Erscheinungsformen ist der Hauptwerkstoff Schlegels und die Skulptur sein wichtigstes Ausdrucksmittel. In der Ausstellung sind aber ebenso Zeichnungen oder Arbeiten mit Tusche zu sehen. Auch sie zeigen den Bildhauer, der den Raum mit seinen kraftvollen Setzungen definieren will. In der Interaktion mit den Skulpturen entfalten sie eine besondere Kraft. In der Zusammenführung der Hauptwerkgruppen Werner Schlegels macht die Ausstellung in der Städtischen Galerie in der Reithalle den Blick frei auf die Intensität seines künstlerischen Ausdrucks. „Wichtig war mit, diesen wunderschönen Raum so zu bestücken, dass eine Spannung entsteht. Auch kleine Bilder entfalten hier eine unheimliche Kraft“, so Schlegel.
Auf den Weg gebracht wurde die Ausstellung von der im Februar verstorbenen Leiterin der städtischen Museen und Galerien, Dr. Andrea Brockmann. „Wir sind froh, dass wir die Ausstellung jetzt im Sinne von Andrea Brockmann realisieren konnten“, so Dr. Andreas Neuwöhner, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Städtischen Museen und Galerien.
„Werner Schlegel simuliert nicht, er ahmt nicht nach, sondern er arbeitet mit einem lebenden Organismus, bezieht dessen natürliche Prozesse in sein Werk ein und verwandelt die Eigenästhetik des gewachsenen Holzes in autonome Kunstformen“ – mit diesen Worten beschrieb Brockmann das Werk Werner Schlegels 2012.
Die Ausstellung „Skulptur und Bild“ ist bis zum 1. September 2024 in der Städtischen Galerie in der Reithalle zu sehen. Anschließend macht sie Station in Iserlohn. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der für 20 Euro erworben werden kann. Das Programm zur Ausstellung umfasst außerdem zwei Veranstaltungen: Am Sonntag, 9. Juni, lädt die Städtische Galerie in der Reithalle zum „Dialog mit dem Bildhauer Werner Schlegel“ ein. Auf einen musikalischen Ausstellungsrundgang mit Uli Lettermann und Werner Schlegel können sich Interessierte am Sonntag, 30. Juni, um 16 Uhr begeben.
Die Städtische Galerie in der Reithalle in Paderborn-Schloß Neuhaus ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Für den Eintritt gilt „Pay what you want“ – die Besuchenden bestimmen den Eintrittspreis selbst.