Stadtbibliothek als Zweitplatzierte beim IFLA Green Library Award 2024 ausgeze …
Stadtbibliothek als Zweitplatzierte beim IFLA Green Library Award 2024 ausgezeichnet
Anerkennung in der Kategorie „Beste grüne Bibliothek/Groß angelegtes Projekt“
Anfang Oktober durfte Katrin Stroth, Amtsleiterin der Stadtbibliothek, den internationalen Bibliothekspreis „IFLA Green Library Award 2024“ bei einer Preisverleihung in Barcelona entgegennehmen. Die Stadtbibliothek hatte sich unter dem Titel „Eden – a Sustainable Library“ beworben und wurde in der Kategorie „Best Green Library/Grand Scale Project“ als Zweiplatzierte ausgezeichnet.
In der Begründung für die Auszeichnung verweist die IFLA (International Federation of Library Associations and Institutions) unter anderem auf das 460 Jahre alte, renovierte Adam-und-Eva-Haus, welches unter dem Namen „Open Library Eden“ zum Showroom für Nachhaltigkeit geworden ist. Der Bibliotheksstandort, zur Stadtbibliothek gehörend, ist nicht nur ein Lern- und Arbeitsort, sondern auch Treffpunkt und Kommunikationsort. „Nahezu alle Möbel sind aus recycelten oder wiederverwertbaren Materialien. So gibt es Regale aus recyceltem Karton oder Hocker aus recyceltem Papier. Ein Teppich ist hergestellt aus Mikroplastik, gewonnen aus dem Meer“, erklärt Katrin Stroth mit Blick auf das Thema Nachhaltigkeit.
Denn die Stadtbibliothek und die dazugehörenden Bibliotheksstandorte haben sich die 17 Ziele für eine nachhaltige globale Entwicklung, die 2015 als Agenda für 2030 verabschiedet worden sind, zu Herzen genommen und bauen darauf ihre Arbeit und Weiterentwicklung auf. „Die Ziele für nachhaltige Entwicklung waren für die Menschen in Paderborn aber vor allem wichtig mit dem Fokus, die Menschen in der Stadt in den Mittelpunkt zu stellen“, erklärt Katrin Stroth. Ein neues Gemeinschaftsprojekt stellt die Einsamkeitsprävention und Einsamkeitsbekämpfung in den Vordergrund. „Die Nutzung der Bibliotheksräume der Gemeinschaft zu überlassen, erfordert Mut und Vertrauen. Die Bibliothek hat jeden Tag von 8 bis 22 Uhr geöffnet und ist ein voller Erfolg“, freut sie sich.
So nutzt beispielweise der Deutsch-Ukrainische Freundeskreis Paderborn regelmäßig einen der Räume im Adam-und-Eva-Haus für ihre Treffen. „Wir nutzen diesen Standort für kleinere Veranstaltungen unserer Organisation, da wir bisher keine eigenen Räumlichkeiten haben. Hauptsächlich handelt es sich um Informationsveranstaltungen: Vorträge für Ukrainer oder Online- und Offline-Treffen zu bestimmten Themen, die Ukrainern helfen, sich in ein neues Land zu integrieren und anzupassen. Wir bedanken uns herzlich bei der Stadt Paderborn für diesen wunderbaren Ort und bei Katrin Stroth für die stets freundliche Kommunikation. Dieser Raum ist ein echter Glücksgriff für uns“, erzählt Nataliia Petrenko, Vorsitzende des Freundeskreises.
Zwei Preise hat die Paderborner Bibliothek mit den Bibliotheksangeboten in Bezug auf Nachhaltigkeit gewonnen – Susty (von der Wirtschaftsförderung Paderborn) und nun den zweiten Platz beim Internationalen Green Library Award. Wie bei vielen Wettbewerben auch, musste die Bibliothek sich aktiv für die Auszeichnungen bewerben. „Die Bewerbungen erfordern viel Engagement, bieten aber auch die Chance das eigene Handeln zu hinterfragen und neue Impulse für die weitere Arbeit zu erlangen“, legt die Bibliotheksleiterin dar.
Schon die Nominierung sei ein wichtiger Schritt für die Bibliothek und die Gesellschaft: Je mehr Menschen davon erfahren, wie alle gemeinsam oder auch alleine nachhaltiger agieren können, desto besser können die Ziele erreicht werden. „Der Green Library Award bietet zudem auch die Möglichkeit, noch mehr Bibliotheken für das Thema Nachhaltigkeit zu gewinnen und die Vernetzung der Bibliotheken weltweit in diesem Gebiet zu intensivieren“, untermauert Katrin Stroth.
Auch zukünftig wird es weitere Angebote zum Thema Nachhaltigkeit geben, aufgebaut auf den Wünschen der Paderborner*innen: Im Rahmen einer Veranstaltung zum Thema Nachhaltigkeit hatten vor zwei Jahren Kunden den Wunsch nach einem dauerhaften Kleidertauschangebot geäußert. Der Platz für eine dauerhafte Kleidertauschbörse war zwar nicht vorhanden, aber das Tauschangebot gibt es trotzdem. Mit einer Kleiderstange in der Bibliothek wird der Tausch nun in kleinerem Rahmen angeboten. Mehr als 500 Besuchende pro Tag sehen diese nachhaltigen Möglichkeiten auf kleinen Flächen und vielleicht löst eine davon eine neue Idee aus. „Raum für die Ideen anderer zu geben, ist ein wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen Bibliothek. Bibliotheken, mit ihrem niedrigschwelligen Zugang, können auf vielfältige Art zur nachhaltigen Entwicklung beitragen und leisten damit einen wichtigen Beitrag für die Zielerfüllung der Agenda 2030“, legt die Bibliotheksleiterin mit Blick in die Zukunft dar.