Note 2,2 beschreibt nicht den jetzigen Zustand der Bahnhofstraßen-Brücke

Straßen- und Brückenbauamt der Stadt Paderborn klärt Missverständnis auf

© Stadt PaderbornNeue Brücke an der Bahnhofstraße

Im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Konversion vom 31. Oktober hat das Straßen- und Brückenbauamt der Stadt Paderborn über den Zustand der neuen Brücke an der Bahnhofstraße berichtet. Da es im Nachgang zu Missverständnissen kam, stellt Amtsleiter Eckhard Döring nun klar: „Die an die Öffentlichkeit herangetragene Note 2,2 des Brückenbauwerks beschreibt nicht die Note des jetzigen Zustands, sondern lediglich das erste Bewertungsergebnis der sogenannten H1-Prüfung.“

Bei dieser Prüfung handelt es sich nach DIN 1076 um die erste Hauptprüfung des Bauwerkes vor der Abnahme. Sie erfasst und bewertet die Mängel der einzelnen Bauteilgruppen im Rahmen der „Richtlinie zur einheitlichen Erfassung, Bewertung, Aufzeichnung und Auswertung von Ergebnissen der Bauwerksprüfung nach DIN 1076 (RI-EBW-PRÜF)“.
Die Note der H1-Prüfung berechnet sich unter Berücksichtigung der Schadensauswirkung auf die Standsicherheit, Dauerhaftigkeit sowie Verkehrssicherheit und wird in der Regel als Grundlage für die Erhaltungsplanung genutzt.

„Die Bewertungsergebnisse der H1-Prüfung für das Brückenbauwerk Bahnhofstraße zeigen, dass den wesentlichen Bauteilen wie zum Beispiel Gründung, Unterbau und Überbau überwiegend ein sehr guter bis guter Zustand attestiert wurde, sodass nach aktuellen Erkenntnissen nicht mit außergewöhnlichen Erhaltungsbelastungen für die Stadt Paderborn zu rechnen ist“, macht Eckhard Döring deutlich. Lediglich die bewerteten Mängel der Bauteilgruppe „Sonstiges“ führten zu einer befriedigenden Note und werteten damit die Gesamtnote ab. „Dies liegt im Wesentlichen darin begründet, dass zum Zeitpunkt der H1-Prüfung unter anderem noch nicht sämtliche Erdungsanschlüsse fixiert waren“, erklärt Döring. Alle in der H1-Prüfung erfassten Mängel, welche bis zur Abnahme im Mai 2023 noch nicht behoben wurden, sind im Zuge der rechtsgeschäftlichen Abnahme mit dem Bauauftragnehmer als Mangel festgehalten worden.

Bis dato wurden durch den Auftragnehmer sämtliche Arbeiten zur Mängelbeseitigung, die im Zuge des regulären Bahnbetriebs der DB InfraGO stattfinden konnten, durchgeführt. Vereinzelt steht die Beseitigung von Mängeln noch aus, da diese lediglich im Rahmen einer Streckensperrung behoben werden können. Seitens der DB InfraGO wurde der Stadt Paderborn für frühestens 2028 eine weitere Sperrung der Strecke in Aussicht gestellt. „Dies sollte bei einer künftigen Prüfung zu einer neuen, besseren Zustandsnote führen“, sagt Döring. Der Amtsleiter hält abschließend fest, „dass das Brückenbauwerk Bahnhofstraße seitens der Stadt Paderborn mit allen fachlich Beteiligten standsicher, verkehrssicher und mit einer Dauerhaftigkeit für die Bürger*innen der Stadt Paderborn in Betrieb genommen wurde“.