PaderSprinter wertet die ersten Monate mit seinem neuen Fahrplan aus
Pressemeldung PaderSprinter
Seit dem 24.03.2024 gilt beim PaderSprinter der neue Fahrplan, der für den Paderborner Stadtbusverkehr die größte Umstellung seit 1996 markiert. Zur Vorbereitung nutzte die Verkehrsplanung zahlreiche Daten und Erhebungen zu Fahrgastzahlen. Auch für die Nachbereitung schaut man beim PaderSprinter darauf sehr genau. Ziel bleibt es, das Angebot beständig bedarfsorientiert, sinnvoll, effizient und zugleich zukunftsfähig weiterzuentwickeln.
In der jüngsten Sitzung des Ausschuss für Umwelt, Klima und Mobilität der Stadt Paderborn am 24.09.2024 stellte René Möller, Bereichsleiter für Verkehrsplanung und -betrieb beim PaderSprinter, Beobachtungen, Ergebnisse und Rückschlüsse aus dem ersten halben Jahr mit dem sogenannten ”Zukunftsnetz” vor. Dabei fällt vor allem eines auf: Die vorab geschätzten Fahrgastzuwächse werden an fast allen Stellen sogar noch übertroffen.
ÖPNV geht in Vorleistung
”Wenn das ÖPNV-Angebot nicht passt, nutzen es auch weniger Menschen. Will man das also verbessern und mehr Fahrgäste gewinnen, müssen die entsprechenden Anbieter in Vorleistung gehen. Zu den Zielen unseres Fahrplanwechsels gehörten entsprechend neben der Umsetzung des ÖPNV-Konzeptes der Stadt Paderborn vor allem die Rück- und Neugewinnung von Fahrgästen nach der Corona-Pandemie und die Erschließung neuer Fahrgastpotentiale”, erläutert René Möller.
Dazu wurden neue Wohn- und Industriegebiete, aber auch andere interessante Ziele besser angebunden, Takte ergänzt und Anschlüsse verdichtet. Zugleich sollte die Attraktivität des Angebotes beispielsweise durch verbesserte Pünktlichkeit erhöht werden. Bereits das erste Fazit nach wenigen Wochen fiel dahingehend positiv aus, nun, nach mehr als den berühmten 100 Tagen, verfestigt sich der positive Trend.
Fahrgastzahlen übertreffen Erwartungen
Die auch verkehrsbedingten Anpassungen haben insgesamt die Fahrplanstabilität erhöht. Die Pünktlichkeitsquote verbesserte sich deutlich von 77% auf 85%. Die in der Planung mit etwa 2,5% prognostizierten Fahrgastzuwächse wurden mit 5,5% sogar um mehr als das Doppelte übertroffen und bestätigen damit die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit des Fahrplanwechsels. Zu den Strecken, auf denen besonders großer Zuspruch zu beobachten ist, gehören solche, an denen sich zwei Linien zu einem Viertelstundentakt ergänzen. Die verstärkt bedienten Strecken zu und zwischen den Universitätsstandorten, aber auch die Anbindungen an den regionalen Bahnverkehr haben sich ebenso bestens bewährt. Gerade in den Sommermonaten erfreut sich auch der Busverkehr zum Lippesee großer Beliebtheit.
René Möller erklärt dazu: ”Die tatsächlichen Fahrgastzuwächse fallen auf den neuen Durchmesserlinien noch höher aus, da hier Einstiege im neuen Fahrplan nur einmal gezählt werden. Zuvor war für diese Strecken ein Wechsel zwischen zwei Linien notwendig, womit jeweils zwei Einstiege registriert wurden. Wir erwarten an einigen Stellen weitere Verbesserungen, sobald dazu notwendige Baumaßnahmen abgeschlossen sein werden. Ein Beispiel dafür ist Elsen, wo nach Errichtung einer Wendeschleife die Verlängerung der Linie 6 wieder möglich sein wird.”
Kleiner Fahrplanwechsel zum Ferienstart
Wie stets betont, bleibt der PaderSprinter offen für neue Entwicklungen und prüft auch Anregungen seiner Fahrgäste, von Anwohnenden und aus dem Fahrpersonal sorgsam. Natürlich muss dabei jede Anregung ganzheitlich betrachtet und auf Machbarkeit hin geprüft werden: Nicht jeder individuelle Wunsch ist erfüllbar. Im Juli setzte das Unternehmen daher bereits einige Verbesserungen in einem ”kleinen Fahrplanwechsel” um. Seitdem fährt der PaderSprinter beispielsweise an Vorlesungstagen ein zusätzliches Angebot zwischen Universität und MuseumsForum und die Linienführung der Linie 16 in Wewer wurde optimiert.
Ausblick auf kommende Änderungen
Einige Punkte des Fahrplans befinden sich derzeit noch in der Umsetzung, gerade wo bauliche Maßnahmen vonnöten sind, neue Haltestellen angelegt und Wendeschleifen gebaut werden müssen. Weitere Aufgaben haben die Verkehrsplaner/innen bereits in den Blick genommen. Weitere neue Quartiere und Gebiete stehen an und werden natürlich auch im ÖPNV-Netz zu berücksichtigen sein.
Aus verkehrswissenschaftlicher Sicht kann der PaderSprinter erst einen sehr kurzen Zeitraum mit seinem neuen Fahrplan auswerten. Man geht von mindestens zwei Jahren aus, die es braucht, bis sich eine Umstellung dieser Größenordnung etabliert hat und belastbare Rückschlüsse zuläßt. Auch deshalb wird das Unternehmen weiter Daten und Rückmeldungen sammeln, auswerten und, wo möglich und nötig, weitere Anpassungen vornehmen.