Neue Raumkonzepte und deutlich mehr Platz

Prestigeprojekt der Stadt Paderborn: Die Grundschule Stephanus wird derzeit für 24,6 Millionen Euro um- und ausgebaut

© Stadt PaderbornUmbau Grundschule Stephanus

Für die Stadt Paderborn läuft derzeit an der Grundschule Stephanus das größte Schulbauprojekt der vergangenen Jahre: 24,6 Millionen Euro investiert das Gebäudemanagement Paderborn (GMP), um das in die Jahre gekommene Schulgebäude aus den 70ern fit für die Zukunft zu machen. Die gewohnten langen Flure mit davon abzweigenden Klassenräumen machen Platz für ein innovatives Raumkonzept, eine neue Mensa mit Frisch-Misch-Küche entsteht an zentraler Stelle und eine 100-Prozent-Betreuung im Offenen Ganztag ist für die durchgehend fünfzügig geplante Schule ebenfalls mitgedacht. „Es handelt sich um ein gigantisches Projekt“, macht Bürgermeister Michael Dreier deutlich und sagt weiter: „Nicht nur an dieser Stelle investieren wir in die Zukunft unserer Kinder – auch an acht weiteren Standorten werden wir in diesem Jahr mit Bauprojekten starten.“

Die Abbrucharbeiten für die Neu- und Umgestaltung der Grundschule Stephanus starteten im Oktober 2024. Zu Beginn dieses Jahres begann die Rohbauphase. „8.100 Quadratmeter neue Schulfläche werden bis Anfang 2027 geschaffen“, erläutert GMP-Betriebsleiter Sören Lühr. Dabei soll möglichst viel von der alten Gebäudesubstanz genutzt werden, um neue Strukturen entstehen zu lassen. Umweltfreundlich geheizt wird künftig mit Erdwärmepumpen; eine Photovoltaikanlage sorgt ebenfalls für eine positive Ökobilanz.

Zentrum der sanierten Grundschule wird die geplante Mensa mit Frisch-Misch-Küche sein. „Mit eigenem Personal wird täglich frisch gekocht“, erklärt Dirk Happe, Leiter des Schulverwaltungsamtes. „Hier lohnt es sich rechnerisch, da rund 500 Essen benötigt werden.“ Die Betreuungsquote im Offenen Ganztag an der Grundschule Stephanus ist hoch, viele Kinder bleiben über Mittag. Happe rechnet damit, dass die OGS am „neuen“ alten Standort aufgrund des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung bis zum Schuljahr 2029/30 zu 100 Prozent ausgelastet sein wird. „Das neue Gebäude ist auch unter diesem Gesichtspunkt absolut notwendig“, verdeutlicht Happe. „Zum Glück sind wir auf einem super Weg.“

„Während der dreijährigen Planungszeit haben wir intensiv an den besten Lösungen gearbeitet“, sagt Architekt Uwe Balhorn, einer der Inhaber der für die Planung zuständigen „architektur-werk-stadt“. Selbstlernzentren werden ebenso realisiert wie eine attraktive Lernlandschaft. Neu ist, dass sich die langen Flure im Gebäude auflösen und jeweils ein Jahrgang pro Etage eine Einheit bildet. „Am Nachmittag im Offenen Ganztag können dann alle Räume genutzt werden“, sagt Schulleiterin Sonja Delius. „So haben die Kinder auch die Möglichkeit, einfach mal zu liegen und sich zu entspannen.“ Im Innenbereich werden außerdem durch Verglasungen neue Blickachsen entstehen. Der Außenbereich ist durch eine U-förmige Bebauung um den Schulhof mit einem klar akzentuierten Eingangsbereich gekennzeichnet. Einen überdachten Freibereich zum Spielen bei Regen gibt es ebenso wie Sitzmöglichkeiten.

Aktuell lernen und arbeiten die 357 Schüler*innen, 34 Lehrer*innen und etwa 40 OGS-Kräfte am 450 Meter entfernten Interimsstandort in der ehemaligen Bishopspark School. „Wir sind hier alle sehr zufrieden – Kinder, Eltern und Kollegium fühlen sich wohl“, meint Sonja Delius. Im alten Gebäude hingegen sei die „Raumnot“ groß gewesen. „Förderstunden haben in der Aula stattgefunden und gegessen wurde in drei Schichten – auch in den Klassenräumen“, erinnert sich die Schulleiterin, der nun in den Räumen der Bishopspark School auch eine Mensa zur Verfügung steht.

Wenn Anfang 2027 die Arbeiten am neuen Grundschulgebäude beendet sein werden und anschließend der Umzug erfolgen kann, soll auch die große Kletterspinne, die bereits mit zum Interimsstandort gezogen ist, wieder ihren Platz auf dem Gelände finden. „Unser Schul-Logo ist daran angelehnt, weswegen das eine tolle Sache wäre“, hofft Sonja Delius.

INFO:
Derzeit besuchen 16.891 Kinder und Jugendliche die Paderborner Schulen. 1.300 OGS-Plätze in 55 Gruppen werden in den kommenden Jahren auf den Weg gebracht. 2024/2025 investiert die Stadt 45 Mio. Euro in Schulen. 114 Mio. Euro werden in den nächsten Jahren für Schulbauprojekte eingeplant.