Koordinierungsstelle feiert 10-jähriges Bestehen

Fokus liegt auf jungen Ehrenamtlichen

© Stadt Paderborn10 Jahre Koordinierungsstelle für Flüchtlingsangelegenheiten

Die Koordinierungsstelle für Flüchtlingsangelegenheiten (KOST) der Stadt Paderborn hat vor Kurzem im Rahmen ihres 27. Koordinierungstreffens ihr 10-jähriges Bestehen gefeiert. Im historischen Rathaus konnte Bürgermeister Michael Dreier mehr als 60 Teilnehmer*innen begrüßen.

Dreier sprach aufgrund der Jubiläumsfeier von einem besonderen Tag für die KOST und dankte ihrer Leitung, Dr. Verena Kopp, dem gesamten Team sowie den haupt- und ehrenamtlichen Akteuren für die wertvolle Arbeit. „Gemeinsam ist wichtig“, betonte er und verwies besonders auf die „Willkommenstage“, die eine Möglichkeit des Zusammenkommens für alle Menschen in Paderborn geschaffen hätten. Der Bürgermeister hob das anlässlich des ersten Willkommenstages im Jahr 2016 errichtete Boot im Paderquellgebiet hervor, welches als Symbol der offenen Willkommenskultur für Menschen mit Fluchtgeschichte gilt. Er lobte außerdem das große ehrenamtliche Engagement in Paderborn: Mehr als 30.000 Menschen seien in der Stadt ehrenamtlich aktiv. Paderborn sei eine Stadt der Vielfalt mit über 130 vertretenen Nationen.

Dr. Verena Kopp bedankte sich bei den Kooperationspartnern und ihrem Team für die erfolgreiche Arbeit der vergangenen zehn Jahre und nannte einige Projekte, die in Zusammenarbeit auf die Beine gestellt wurden. Für die Zukunft sieht sie das Thema „junges Ehrenamt“ als besonders wichtig an: „Es macht mich stolz, wenn sich Menschen mit Fluchtgeschichte ehrenamtlich engagieren. Dieses Thema wird weiterhin mit neuem Spirit und wissenschaftlichen Erkenntnissen im Fokus stehen.“

Auch der Vorsitzende des Integrationsrats, Recep Alpan, würdigte die Arbeit der KOST und hob deren Rolle als Anlaufstelle für Menschen mit Fluchtgeschichte hervor. Er verwies zudem auf die hohe Anzahl an Ehrenamtlichen in Paderborn: „Deutschlandweit engagieren sich etwa 16,4 Millionen Menschen ehrenamtlich – das sind circa 20 Prozent der Bevölkerung. Paderborn ist hier überdurchschnittlich vertreten, darauf können wir stolz sein.“

Als Beispiel für ehrenamtliches Engagement erhielt auch Pouya Pourzarabian Haghighi das Wort. Kürzlich war er als Helfer bei den Paralympics in Paris aktiv, zudem unterstützt er in seiner Freizeit die KOST als Sprachmittler und betreut einen persischen Sprachkurs, der kulturelle und sprachliche Schwerpunkte setzt. „Mir ist wichtig, dass Menschen gut ankommen – so, wie es mir ermöglicht wurde. Ehrenamt heißt für mich: Brücken bauen“, erklärte er.

Im Anschluss fand ein Workshop zum Thema „Junges Ehrenamt“ statt. In Kleingruppen erarbeiteten die Teilnehmenden neue Formen des Ehrenamts im 21. Jahrhundert, die Motivation junger Menschen, Herausforderungen im Ehrenamt sowie Visionen für die Zukunft. Gemeinsam wurden Ziele definiert: Digitalisierung fördern, ehrenamtliches Engagement sichtbarer machen, weitere Kooperationspartner gewinnen sowie Partizipation, Betreuung und Begleitung von Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, weiter ausbauen.
Volker Verhoff vom International Office der Universität Paderborn unterstützte die Workshop-Ergebnisse und ergänzte, dass viele internationale Studierende offen für ehrenamtliche Arbeit seien, das Prinzip des Ehrenamts jedoch noch wenig bekannt sei. „Das Ehrenamt öffnet Türen. Wir haben positive Erfahrungen gemacht, etwa bei Übersetzungen in Kitas. Ehrenamt bietet einen doppelseitigen Nutzen“, erläuterte Verhoff. Für die Zukunft wünsche er sich einen verstärkten Austausch über Angebote und Bedarfe sowie die Förderung von Netzwerken und Vermittlungen.

Insgesamt bot das Koordinierungstreffen den Teilnehmenden einen informativen Einblick in die bisherigen Erfolge und spannenden Zukunftsfelder der KOST. Mit dem Fokus auf junge Ehrenamtliche möchte die Koordinierungsstelle ihre wichtige Rolle in der Stadtgesellschaft auch weiterhin erfolgreich ausfüllen.

Wer Interesse an einer ehrenamtlichen Tätigkeit hat, bei Projekten der KOST mitwirken oder eigene Projekte umsetzen möchte, kann sich gerne mit der Koordinierungsstelle in Verbindung setzen: per E-Mail an fluechtlingepaderbornde oder über Instagram @kost_stadtpaderborn.