650 Kilometer für die Erinnerungskultur
Stellvertretender Bürgermeister Dieter Honervogt empfängt Spendenläufer André Sole-Bergers
André Sole-Bergers läuft „Für Ally – für die Erinnerung“ 650 Kilometer quer durch die Republik, von Schwalmtal bei Mönchengladbach bis nach Berlin. Mit seinem Spendenlauf möchte er unter anderem an die 99 Kinder erinnern, die zwischen 1941 und 1943 in seiner Heimat im Rahmen des nationalsozialistischen Euthanasieprogramms ermordet wurden. Am Ende soll mit den Spendengeldern ein Film entstehen, der das wichtige Thema aufgreift. Anfang der Woche machte Sole-Bergers auf seinem Weg in die Hauptstadt in Paderborn Station, ehe er am nächsten Tag nach Altenbeken aufbrach.
Paderborns stellvertretender Bürgermeister Dieter Honervogt begrüßte Sole-Bergers gemeinsam mit weiteren Mitgliedern der Verwaltung sowie einem Team der Lebenshilfe Paderborn, das sich um die Betreuung des Sportlers kümmerte, vor dem Rathaus. „Als alter Läufer kann ich nur sagen: Hut ab“, würdigte Honervogt die Leistung Sole-Bergers und fügte hinzu: „Sie machen mit dem Spendenlauf auf den Genozid aufmerksam. Es ist so wichtig, daran zu erinnern.“ Sandra Jürgenhake, Beigeordnete der Stadt Paderborn für die Bereiche Jugend, Bildung, Soziales und Sport, sagte an Sole-Bergers gewandt: „Danke für Ihre großartige Idee. Es ist wichtig, dass wir das Thema weiter befeuern.“
Insgesamt 650 Kilometer wird Sole-Bergers – mal in Begleitung, mal alleine – am Ende seiner Reise zurückgelegt haben. Als gemeinnützige Initiative wirbt der Spendenlauf um Unterstützung für die Produktion des teildokumentarischen Animationsfilms „Ally – der Film“. Darin soll die Geschichte von Ally, einem vierjährigen Mädchen mit Down-Syndrom, das dem nationalsozialistischen Euthanasieprogramm in Waldniel-Hostert bei Schwalmtal zum Opfer fiel, erzählt werden. Insgesamt werden für die Filmproduktion etwa 250.000 Euro benötigt.
Der Spendenlauf startete bereits am 20. August an der Gedenkstätte Waldniel-Hostert, die eng mit Allys Geschichte verknüpft ist. Am 25. September werden die Läufer*innen um André Sole-Bergers in der Berliner Tiergartenstraße erwartet, der ehemaligen Zentraldienststelle der NS-Euthanasie-Verwaltung.
Weitere Informationen zum Projekt gibt es unter www.ally-der-film.de.