Das Kriegsende vor 80 Jahren und der beginnende Wiederaufbau

Band 16 der Reihe „Paderborn in historischen Fotografien“ erschienen

© Stadt PaderbornBuchvorstellung
© Foto: Stadt- und Kreisarchiv Paderborn (M4, Bildnr. 963 / Hanne-Gret und Ulrich Buntrock)Marktplatz 1945
© Stadt- und Kreisarchiv Paderborn (M4, Bildnr. 10544-3 / Akte B 3787)Speisung im August 1948

Das Stadt- und Kreisarchiv Paderborn setzt die beliebte Publikationsreihe „Paderborn in historischen Fotografien“ mit dem inzwischen 16. Band fort. Unter dem Titel „Paderborn 1945 folgende: Das Kriegsende vor 80 Jahren und der beginnende Wiederaufbau“ erscheint nun der Begleitband zur gleichnamigen Fotoausstellung, die noch bis zum 28. September im Stadtmuseum zu sehen ist. Bei der Ausstellungseröffnung am 8. Mai dieses Jahres hatte Bürgermeister Michael Dreier den Band nachdrücklich angeregt.

Am 8. Mai 1945 endete mit der Kapitulation der deutschen Wehrmacht der Zweite Weltkrieg in Europa. Das Kriegsende war, ist und bleibt ein Dauerthema, nicht nur in Paderborn, aber hier vor allem auch wegen der umfassenden Zerstörung der Stadt im Frühjahr 1945. Doch das Jahr 1945 bestand nicht nur aus den Bombenangriffen im März: Mit knapp 160 – teils bislang unveröffentlichten – Aufnahmen und Abbildungen spannt der Band einen Bogen von der Vorkriegszeit, die Zeit des Nationalsozialismus, den Weg in den Krieg, über die Zerstörungen, das Leben in Trümmern bis hin zum Wiederaufbau. Im Zentrum steht die schwere Zerstörung der Paderstadt durch mehrere Bombenangriffe der alliierten Streitkräfte vom Januar bis März 1945. Diese werden jedoch in den historischen Kontext gestellt; denn nicht vergessen werden darf, dass das rechtsextrem geführte Deutsche Reich den Krieg begonnen und mit menschenverachtender Härte bis zur Vernichtung geführt hatte und für millionenfachen Mord verantwortlich war. Einen zweiten Schwerpunkt bildet das Leben in der zerstörten Stadt, die Beseitigung der ungeheuren Schuttmengen, die schwierigen Bedingungen und Entwicklungen für die Bevölkerung, der große Mangel. Aber auch der Beginn neuen gesellschaftlichen und kulturellen Lebens.

„Die Stadt in Trümmern zu sehen, ist ein schockierender und höchst bewegender Anblick. Wie überlebten die Menschen in einer Stadt in Trümmern, in der kaum noch das Nötigste vorhanden war? Wie haben die Paderborner und Paderbornerinnen ihre Stadt wieder aufgebaut? Die Bilder von 1945 und den folgenden Jahren zeigen eindringlich, welche Spuren der Krieg in Paderborn hinterlassen hat. Der heutige Blick auf unser Paderborn zeigt aber mehr als deutlich, dass sich der Kraftakt und die Hoffnung in die Zukunft mehr als gelohnt haben und wir deshalb in dieser schönen Stadt in Frieden leben dürfen“, erklärte Bürgermeister Michael Dreier bei der Vorstellung des neuen Bandes.

Das Erscheinen des Bandes ist für Andreas Gaidt, seit 25 Jahren für die Bildüberlieferung im Stadt- und Kreisarchiv Paderborn zuständig, die letzte Amtshandlung. „Mit seinem umfassenden Fachwissen und langjährigen Engagement hat Andreas Gaidt die Fotosammlung des Archivs aufgebaut und ihre Bedeutung mit einer Vielzahl an Publikationen ins historische Bewusstsein der Stadt gebracht“, unterstrich Archivarin Tonia Witthaut, die im Juli die Zuständigkeit für die Bildüberlieferung übernommen hat und bereits am vorliegenden Band beteiligt war.

Paderborn 1945 folgende: Das Kriegsende vor 80 Jahren und der beginnende Wiederaufbau (= Paderborn in historischen Fotografien; 16). Paderborn: Stadt- und Kreisarchiv Paderborn und Amt für Öffentlichkeitsarbeit und Stadtmarketing 2025. 6,95 Euro. Erhältlich im Buchhandel und bei der Tourist Information.