Kammermusik-Saison startet

Brüder Lionel und Demian Martin zu Gast in Schloß Neuhaus

© Hans FahrLionel und Demian Marti
© Ronny ZimmermannLionel und Demian Marti

Die Kammermusik-Saison in Schloß Neuhaus startet mit einer Besonderheit: Das Publikum gibt – zumindest teilweise – den Ton an: Die Brüder Lionel und Demian Martin, Violoncello und Klavier, spielen nicht nur herausragend gut Meisterwerke von Beethoven, Schnittke und Rachmaninow, sondern auch Improvisationen auf Zuruf des Publikums. Für Improvisationen zu zweit braucht es beinah blindes Verständnis, dass die beiden Brüder perfektioniert haben.

Sie haben als Kinder zusammengespielt, dann getrennte Karrieren gemacht und seit einigen Jahren wieder als Duo zusammengefunden. Für den Pianisten Demian Martin gehören Improvisationen schon immer dazu. Studiert hat er nicht nur Klavier und Orgel, sondern auch Filmmusik und Sounddesign an der Filmakademie Baden-Württemberg. Inzwischen studiert er Künstlerische Klavierimprovisation. Noch bekannter ist der Cellist Demian Martin. Mit einer außergewöhnlichen solistischen Ausstrahlung und einem hochsensiblen Kammermusikspiel ist er bereits einer der gefragtesten Künstler seiner Generation.

Seit 2017 ist er Stipendiat der Anne-Sophie Mutter Stiftung. Mit Anne-Sophie Mutter und vielen anderen berühmten Musikerinnen und Musikern konzertiert er egelmäßig in großen Konzertsälen (Elbphilharmonie, Berliner Philharmonie, Wiener Konzertverein, Carnegie Hall u.a.). Als Solist spielt er mit bekannten Orchestern, darunter neben Rundfunkorchestern auch die Nordwestdeutsche Philharmonie. In der Kammermusikreihe in Paderborn sprang er 2024 als Youngster beim Beethoven-Septett bei einem erfahrenen Kammermusik-Elite-Ensemble ein.

Als Meisterwerke haben sie sich die ungewöhnlichste und experimentellste Sonate herausgesucht, die Beethoven je geschrieben hat, außerdem die Sonate von Schnittke mit dem irrwitzig raschen zweiten Satz und die Cellosonate von Rachmaninow, die „vom Dunkel zum Licht“ führt und im Zusammenhang mit der Überwindung der Depressionen des Komponisten steht.

Das Konzert wird gefördert vom Kultursekretariat NRW aus Mitteln des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft NRW.

Der Beginn des Konzerts im Audienzsaal im Residenzmuseum Schloß Neuhaus ist am Sonntag, 28. September, um 18 Uhr. Lars Wolfram gibt um 17.30 Uhr eine Einführung zu den Meistwerken. Eintrittskarten sind zu Preisen zwischen 20 und 8 Euro im TicketCenter am Königsplatz 10, online unter www.paderhalle.de und an der Abendkasse. Mit dem AStA-Kulturticket ist der Eintritt an der Abendkasse frei.