Der Haushalt als große Herausforderung

Bürgermeister Stefan-Oliver Strate zieht Bilanz beim Neujahrsempfang der Stadt Paderborn

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Der Paderborner Haushalt sei eine große Herausforderung für alle. Das betonte Paderborns Bürgermeister Stefan-Oliver Strate beim Neujahrsempfang der Stadt Paderborn im Rathaus am Sonntagabend. Vor mehr als 200 geladenen Gästen bezeichnete Strate die Haushaltssituation der Stadt als schlecht und unterstrich die Notwendigkeit der Haushaltskonsolidierung. Es sei dabei wichtig, die erforderlichen Schritte möglichst sozial- und gesellschaftsverträglich zu gestalten und auch offen den Bürgerinnen und Bürgern gegenüber zu kommunizieren. Auch angesichts solcher Herausforderungen ließ der neue Bürgermeister keinen Zweifel an der Zuversicht: „Lassen Sie uns optimistisch nach vorne schauen und Paderborn gemeinsam gestalten“, rief er den Anwesenden zu und wünschte allen ein gutes Jahr 2026.

Bei seinem ersten Neujahrsempfang, der traditionell am ersten Sonntag im Januar stattfindet, begrüßte Strate als Festredner Brigadegeneral Marco Eggert, Kommandeur der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ aus Augustdorf, Ehrenringträger Josef Hackfort und Vertreterinnen und Vertreter der Kirchen, aus Rat und Verwaltung, aus Europa-, Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik, der Universität, Hochschulen und Schulen, der Behörden, Banken, Verbände und Institutionen, vom Militär, von den Schützen, aus der Wirtschaft, den deutsch-ausländischen Vereinen sowie aus Sport und Kultur. Für die musikalische Umrahmung sorgte Singer/Songwriterin Ana Pipecreek.

Er habe zahlreiche Begegnungen gehabt, sei überall gut aufgenommen worden und habe motivierte und tolle Kolleginnen und Kollegen erlebt, berichtet Stefan-Oliver Strate. Vielen Themen habe er sich gewidmet: Ordnung und Sicherheit, Soziales, Haushalt, Wohnen, Stadthausneubau, Verwaltungsmodernisierung, Bildung, Wirtschaft, Sport. Besonderes ging er auf die Chancen und Perspektiven Paderborns ein. Die Konversionsflächen seien eine riesige Entwicklungschance für die weitere positive Entwicklung Paderborns. Die ersten Mieter seien im Alanbrooke-Quartier eigezogen, dort entstünden 800 Wohneinheiten, davon ein Drittel im geförderten Wohnungsbau. Das etwa 54 Hektar große Zukunftsquartier an der Driburger Straße werde einmal Heimat für gut 7.000 Bewohnerinnen und Bewohner sein, die in etwa 2.900 Wohneinheiten untergebracht seien. Das Stadtoberhaupt ging auch auf neue Mobilitätskonzepte und das interkommunale Gewerbegebiet „Im Klee“ in Borchen ein, das Borchen und Paderborn gemeinsam entwickeln. Auch das 1250jährige Bestehen Paderborns, das im Jahr 2027 gefeiert wird, sprach Strate an. Hier könne man sich noch mit guten Ideen beteiligen und auch Sponsoren seien hier herzlich willkommen. Vorfreude zeigte er auch auf den 2028 in Paderborn stattfindenden Katholikentag. Gespannt sei er auf das Frühjahr 2026. Dann werde die Entscheidung bei der Vergabe des Europäischen Kulturerbesiegels erwartet. Der Paderborner Beitrag „STADT. MENSCH. FLUSS. Die Pader für Europa“ sei als einziger deutscher Beitrag an die Europäische Kommission weitergeleitet worden. Die Spannung steige, so Strate. Es wäre ein tolles Signal für die Stadt und den Tourismus, wenn Paderborn das Siegel bekäme.

In seinem Festvortrag ging Brigadegeneral Marco Eggert auf die Sicherheits- und Bedrohungslage ein, die es "so noch nicht gegeben habe". Ausführlich befasste er sich mit der russischen Sicherheitspolitik auch am Beispiel des Ukrainekrieges. Immer wieder werde dabei von russischer Seite behauptet, dass es Ziel des Westens sei, Russland zu schwächen und zu spalten. Die Ukraine werde delegitimiert, sie werde als antirussischer Brückenkopf dargestellt und dabei werde eine Rekonstruktion der russischen Streitkräfte vorangetrieben. Diese Zuspitzung der aktuellen Lage erfordere, die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr zu erhöhen. Deshalb sei der Aufwuchs von Personal und Fläche zwingend notwendig. Als Beispiel nannte der Brigadegeneral die Erweiterung der Fläche der Augustdorfer Kaserne um ein Viertel. Bundesverteidigungsminister Pistorius habe betont, so Eggert, dass die Bundeswehr insgesamt 40 neue Liegenschaften benötige. Dieser Aufwuchs sei Teil der Abschreckung und keine Aufrüstung.