50 Jahre Hauptfriedhof „Auf dem Dören“

Nächste Führung am 11. November

© Stadt PaderbornDie Glockenturmanlage „Lebensweg“ mit Bachlaufanlage auf dem Friedhof „Auf dem Dören“

Der Paderborner Hauptfriedhof „Auf dem Dören“ blickt in diesem November auf seine 

50-jährige Geschichte zurück. Was am 11. November 1976 mit der ersten Beisetzung auf einer zunächst kargen und von der Bevölkerung zögerlich angenommenen Fläche am Stadtrand begann, hat sich heute zu einer 17 Hektar großen, parkähnlichen Oase der Ruhe und zum größten Friedhof Paderborns entwickelt. 

Am Mittwoch, 11. November, besteht für Interessierte die nächste Gelegenheit, an einer Führung teilzunehmen.

Vom Sorgenkind zum grünen Herzstück 

Als die Anlage 1976 eröffnet wurde, um den dringenden Bedarf an zusätzlichen Bestattungsflächen in Paderborn zu decken, stieß die sterile Randlage bei vielen Bürger*innen zunächst auf Skepsis. Im Laufe der Jahrzehnte änderte sich dies grundlegend. Durch gezielte Bepflanzung und landschaftliche Gestaltung entstand ein weitläufiger Ort der Ruhe und des Trostes, der im Jahr 2006 folgerichtig den Namenszusatz „Hauptfriedhof“ erhielt. Heute beherbergt das Areal rund 15.000 Grabstätten. Jährlich finden hier etwa 400 Beisetzungen statt. 

Friedhofskultur im Wandel

„Die Wünsche und Bedürfnisse rund um das Thema Bestattung haben sich in den vergangenen 50 Jahren massiv verändert“, erklärt Friedhofsleiter Ludger Scharfen, der bereits seit rund 40 Jahren die Gestaltung des Friedhofs prägt. So bewegt sich der Trend seit Jahren weg von klassischen, aufwendig zu pflegenden Wahl- und Reihengräbern hin zu pflegeleichten oder komplett pflegefreien Gräbern. 

Das Team des Friedhofs hat diesen Wandel immer wieder aktiv mitgestaltet. So bietet der Hauptfriedhof heute eine Vielzahl zeitgemäßer Bestattungsformen an:

  • pflegefreie Baumgräber und Friedgärten: Angebot durch die Stadt seit 2012 und stark nachgefragt für Urnen- und Sargbeisetzungen im Grünen
  • Glockenturmanlage „Lebensweg“ mit Bachlaufanlage: ein architektonischer Höhepunkt im Eingangsbereich mit fünf Stationen aus dem Naturstein „Anröchter Dolomit“
  • muslimische Bestattungsfelder: wegweisend richtet die Stadt Paderborn bereits 1993 als eine der ersten in OWL diese Felder ein und erweitert sie 2021 um einen neuen Bereich.
  • Sternenkinderfeld: ein im Jahr 2003 geschaffener und jüngst neugestalteter, sensibler Ort für still geborene Kinder

Ein Ort für die Lebenden

Für Ludger Scharfen und sein Team ist der Hauptfriedhof längst nicht mehr nur eine reine Begräbnisstätte. Bei seinen regelmäßigen öffentlichen Führungen betont Scharfen immer wieder den doppelten Charakter des Geländes als Ort der Trauer, aber auch als Raum für Natur und Begegnung. Zum 50-jährigen Bestehen präsentiert sich der Hauptfriedhof „Auf dem Dören“ als lebendiges Zeugnis einer modernen, toleranten und grünen Stadtkultur, die für die Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte bestens aufgestellt ist. 

Am Mittwoch, 11. November findet um 14 Uhr aus Anlass des 50-jährigen Bestehens des Hauptfriedhofs „Auf dem Dören“ eine Führung über den Friedhof statt. Dieser Tag wurde ausgewählt, da am11. November 1976, also auf den Tag genau vor 50 Jahren, die erste Bestattung auf dem Hauptfriedhof stattfand. 

Im Anschluss an diese Führung lädt die Stadt Paderborn, insbesondere das Team des Hauptfriedhofs Auf dem Dören, dazu ein, den Rundgang bei Kaffee und Getränken im Foyer des Eingangsbereichs der Kapelle ausklingen zu lassen.