Mitgliederversammlung des Verkehrsvereins Paderborn
Stabile Gästezahlen und neue Perspektiven für den Tourismus in Paderborn
Am Montag, 2. November, hielt der Verkehrsverein Paderborn im Arosa Hotel seine diesjährige Mitgliederversammlung ab. Nach der Begrüßung durch den Vorstandsvorsitzenden Dieter Honervogt informierten sich rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die Entwicklungen und Aktivitäten des vergangenen Geschäftsjahres 2025 sowie die zukünftigen Perspektiven des Vereins.
Ulrich Zacharias, Mitarbeiter des Verkehrsvereins, beginnt mit dem Geschäftsbericht für das Jahr 2025. Mit 216.967 Gästeankünften blieb Paderborn nahezu auf dem Niveau des Vorjahres (216.954). „Paderborn konnte die Gästeankünfte im vergangenen Jahr auf einem konstant hohen Niveau halten. Das zeigt, dass unsere Stadt weiterhin ein attraktives Reiseziel ist und die touristischen Angebote gut angenommen werden“, so Ulrich Zacharias. Die Zahl der Übernachtungen lag mit 395.517 leicht unter dem Vorjahreswert von 402.883. Auch die Gästeführungen bewegten sich mit insgesamt 1.008 vermittelten Führungen auf einem stabilen Niveau. Besonders erfreulich entwickelte sich die Nachfrage nach öffentlichen Stadtführungen: Bei 154 Führungen nahmen insgesamt 2.251 Personen teil.
Einen Einblick in die touristischen Aktivitäten des vergangenen Jahres gaben zudem die verschiedenen Informations- und Marketingangebote. Dazu gehörten die aktuellen Broschüren und Informationsmaterialien, darunter das Willkommensfaltblatt in mehreren Sprachen sowie Publikationen zu verschiedenen touristischen Themen. Auch die Ausstellung „Corvey und das Erbe der Antike“ wurde touristisch begleitet. Insgesamt vermittelte die Tourist Information 196 Ausstellungsführungen. Der 23. Paderborner Fahrradtag war ein weiterer Bestandteil der Aktivitäten rund um den Rad- und Aktivtourismus. „Der Fahrradtag 2025 war erneut ein großer Erfolg mit rund 4.500 Besucherinnen und Besuchern. Das zeigt, wie beliebt aktive Freizeitangebote in unserer Region sind“, erzählt Ulrich Zacharias.
Auch das Thema Nachhaltigkeit gewinnt im Tourismus zunehmend an Bedeutung. Seit August 2025 ist die Tourist Information Paderborn zertifizierter Partnerbetrieb der „Modellregion Nachhaltiger Tourismus im Teutoburger Wald“. Zahlreiche weitere Betriebe im Paderborner Land tragen ebenfalls diese Auszeichnung.
Die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus für die Stadt unterstrich eine aktuelle dwif-Studie zum Wirtschaftsfaktor Tourismus in Paderborn 2025. Demnach beliefen sich die touristischen Umsätze auf insgesamt 268,2 Millionen Euro. Davon entfielen 66 Millionen Euro auf Übernachtungsgäste und 202,2 Millionen Euro auf Tagesgäste. Zu den direkten Profiteuren zählen insbesondere das Gastgewerbe mit 118,1 Millionen Euro, der Einzelhandel mit 100,1 Millionen Euro sowie weitere Dienstleistungen mit 50 Millionen Euro.
Dieter Honervogt informierte anschließend über die zukünftigen Perspektiven des Verkehrsvereins. Ein wichtiges Vorhaben ist der künftige Standort der Tourist Information im Heisingschen Haus, das die Stadtverwaltung dem Verein ab 2030 zur Verfügung stellen wird. Das Gebäude bietet neue Möglichkeiten für die Weiterentwicklung der touristischen Arbeit, bringt zugleich aber auch finanzielle und organisatorische Herausforderungen mit sich. „Mit dem Heisingschen Haus eröffnen sich für den Verkehrsverein neue Möglichkeiten, die touristische Arbeit in Paderborn weiterzuentwickeln. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass dieser Schritt sorgfältig vorbereitet werden muss“, betont Dieter Honervogt. Die derzeit vakante Stelle der Geschäftsführung wird vorerst nicht neu besetzt. Bis zu einer endgültigen Entscheidung über die zukünftige Struktur werden Dieter Honervogt und Uwe Seibel eng mit dem Team zusammenarbeiten und als Ansprechpartner für Fragen und Entscheidungen zur Verfügung stehen.
Den Abschluss der Mitgliederversammlung bildete ein Vortrag von Christian Stork zur Entwicklung des Lippesees und den Perspektiven für seine zukünftige Gestaltung. Seit 2018 wird unter Beteiligung von Eigentümern, Vereinen, Nutzern und Anliegern an einer Rahmenplanung für die zukünftige Entwicklung gearbeitet. Ziel sei es, die Freizeitangebote und touristische Infrastruktur weiter auszubauen, zusätzliche öffentliche Zugänge am Nordufer zu schaffen und gleichzeitig den Naturschutz sowie die Interessen der Anwohner zu berücksichtigen. Auch eine geordnete Verkehrsführung spiele bei den weiteren Planungen eine wichtige Rolle.