Geisselscher Garten offiziell eröffnet

Nach rund einem Jahr Bauzeit konnten Paderborns Bürgermeiste Stefan-Oliver Strate und Technische Beigeordnete Claudia Warnecke den Geisselschen Garten jetzt wieder offiziell eröffnen. Damit sind die Schäden, die Tornado Emmelinde dem rund 4000 Quadratmeter großen Areal im Jahre 2022 zufügte, behoben.

© Stadt Paderborn/ Joanna BeckerFreuten sich über die Eröffnung des Geisselschen Garten: (v. l.) Stadtarchäologin Dr. Sveva Gai, Dieter Honervogt (Vorsitzender „Freunde der Pader“), Henrik Egeler (Kreis Paderborn), Axel Schröder (Amt für Umweltschutz und Grünflächen), Bürgermeister Stefan-Oliver Strate, Jonas Volmer (Lohaus · Carl · Köhlmos Landschaftsarchitekten), Jessica Schütte (Leiterin Amt für Umweltschutz und Grünflächen), Peter Carl (Lohaus · Carl · Köhlmos Landschaftsarchitekten), die Technische Beigeordnete Claudia Warnecke, Talika Glose (Lohaus · Carl · Köhlmos Landschaftsarchitekten), Stefan Buschmeier (Amt für Umweltschutz und Grünflächen), Rainer Egeler (Bezirksregierung Detmold), Ben Petrich (LUTUM UG), Christopher Schulte sowie Lea Lengeling (beide Amt für Umweltschutz und Grünflächen).

Neue Sichtachsen, ein Aussichtssteg sowie Bänke laden jetzt zum Verweilen ein

Nach rund einem Jahr Bauzeit konnten Paderborns Bürgermeiste Stefan-Oliver Strate und Technische Beigeordnete Claudia Warnecke den Geisselschen Garten jetzt wieder offiziell eröffnen. Damit sind die Schäden, die Tornado Emmelinde dem rund 4000 Quadratmeter großen Areal im Jahre 2022 zufügte, behoben und Bürger*innen können sich unter anderem über ein neues Fußgänger-freundliches Wegesystem, einen Aussichtssteg zur Dielenpader, neue Bänke und Sichtachsen sowie erstmalig in Paderborn eine Gartenmauer aus Lehm freuen.

 „Die Wiederherstellung des Geisselschen Gartens zeigt, wie wichtig es ist, Projekte konsequent voranzubringen und innerhalb des vorgesehenen Zeitrahmens erfolgreich abzuschließen. Dafür möchte ich mich bei allen Akteurinnen und Akteuren sowie bei den Mitarbeitenden bedanken, die an der Wiederherstellung mitgewirkt haben“, freute sich Bürgermeister Stefan-Oliver Strate und bedankte sich besonders bei der Ende des Monats aus dem Dienst ausscheidenden Technischen Beigeordneten für ihr Engagement.

 „Seit 1940 liegt der Geisselsche Garten in den Händen der Stadt Paderborn. Diese innerstädtische Grünoase prägt seitdem unser Stadtbild. Nach der Zerstörung durch den Sturm Emmelinde im Jahr 2022 sind wir der Frage nachgegangen, wie man ihn wiederherstellen kann. Nun zeichnet sich die neu gestaltete Grünanlage durch den ökologischen Aspekt auf der einen Seite und auf der anderen Seite durch den Charakter eines Gartens aus, sodass eine für die Stadt funktionierende und einzigartige Grünfläche entstanden ist“, sagte Paderborns Technische Beigeordnete Claudia Warnecke und verwies auf die gelungene Zusammenführung der verschiedenen Nutzungsaspekte in der zentral gelegenen innerstädtischen Grünfläche.

„An diesem Ort fügt sich nun alles organisch zusammen: Die Lehmstampfmauer mit den Toren aus Cortenstahl bildet den Eintritt zu diesem Ort, der ein Stück Natur mitten in der Stadt schafft. Diese Waldkulisse bietet ein Bruthabitat für Vögel und eine Futterwiese für Insekten“, erläuterte Peter Carl vom Planungsbüro Lohaus Carl die Idee der Planung.

Der Plan, den die Stadt Paderborn im Geisselschen Garten verwirklicht hat, kann sich sehen lassen. Neben ökologischen Gesichtspunkten wurde auch der Gartencharakter wieder stärker betont. Highlight ist die 115 Zentimeter hohe Gartenmauer aus Stampflehm, die im Verlauf der historischen Mauer aufgebaut und die erste Lehmmauer Paderborns in einer städtischen Grünfläche ist. Besonders hierbei ist, die natürliche Haptik und Optik der Lehmmauer, die sich im Laufe der Zeit ändern kann. Außerdem wirkt Lehm als Baustoff klimaregulierend und kann in Hitzeperioden abkühlend sowie wasserspeichernd wirken und bietet einen Lebensraum für verschiedenen Insektenarten. Die Lehmmauer wurde in einem speziellen Werk in Scherfede angefertigt und dann vor Ort in etwas sechs Meter langen Teilstücken eingebaut. Durchbrochen wird die Gartenmauer im Bereich der Wege durch Tore aus Cortenstahl, was einerseits den Gartencharakter betont, andererseits aber auch eine zeitweise Schließung einzelner Bereich zum Schutze von Flora und Fauna ermöglicht, sofern dies notwendig würde.

Der Altbaumbestand, der vom Tornado verschont wurde, konnte erhalten werden und sogar einige alte Baumstämme, die dem Tornado 2022 zum Opfer gefallen sind und zwischenzeitlich eingelagert wurden, kommen jetzt als Totholzstämme mit einer Höhe von bis zu vier Metern wieder zum Einsatz. Sie sollen zukünftig mit einem Angebot an unterschiedlichen Bruthöhlen als Habitat für Vögel und Insekten dienen. Die Fußwege wurden auf einen wassergebundenen Fußweg, der sich zu zwei Seiten in Richtung Stadtbibliothek aufteilt reduziert. Die Dielenpader hat im Rahmen der Wiederherstellung einen Aussichtsteg bekommen und wurde stellenweise ökologisch aufgewertet mit Hilfe von Störschüttungen, einer Fluss-Verbreiterung sowie einer Uferabflachung. An der Stelle der ehemaligen Teichanlage aus dem 19. Jahrhundert befindet sich nun eine feuchte Senke, die ein wichtiger Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten ist.

Rund eine Million Euro kostet die Wiederherstellung des Geisselschen Garten insgesamt. Allerdings muss die Stadt Paderborn diese Kosten nicht alleine tragen. Der Kreis Paderborn unterstützt die Arbeiten mit circa 100.000 Euro aus Ersatzgeldern für Naturschutzmaßnahmen und das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bauen und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalens übernimmt 90 Prozent der verbleibenden Kosten im Rahmen der Förderrichtlinie Sturmtief „Emmelinde“.

Die Stadt Paderborn bedankt sich bei allen Bürger*innen sowie Anwohnenden für das entgegengebrachte Verständnis während der Bauzeit.