Junge Stimmen. Starke Zukunft.

Integrationskonferenz setzt Impulse für mehr Jugendbeteiligung

Paderborn. Wie kann es gelingen, junge Menschen stärker für gesellschaftliche und politische Teilhabe zu begeistern? Und wie können ihre Ideen und Anliegen dauerhaft Gehör finden? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die diesjährige Integrationskonferenz der Stadt Paderborn am 25. September im Berufskolleg Schloss Neuhaus. Unter dem Motto „Junge Stimmen. Starke Zukunft. – Chancengerechtigkeit gemeinsam gestalten.“ kamen zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen, um über Beteiligungsmöglichkeiten, Chancengerechtigkeit und die Zukunft des gesellschaftlichen Miteinanders zu diskutieren.

Nach der Begrüßung durch die stellvertretende Bürgermeisterin Frau Kramm und den stellvertretenden Schulleiter des Berufskollegs Schloss Neuhaus, Herrn Damke, stellte der Vorsitzende des Ausschusses für Chancengerechtigkeit und Integration (ACI) das Gremium, seine Arbeit und seine Ziele vor. Dabei wurde deutlich: Der Ausschuss möchte die Interessen von Menschen mit internationaler Familiengeschichte sichtbar machen, Chancengerechtigkeit fördern und gemeinsam mit den Menschen vor Ort Lösungen für ein gutes Zusammenleben in Paderborn entwickeln.

Einen besonderen Impuls setzte anschließend Ali Can, Autor, Sozialaktivist und Trainer für Engagement und Vielfalt sowie Gründer des VielRespektZentrums. In seinem Vortrag ging er der Frage nach, wie junge Menschen nachhaltig für gesellschaftliche und politische Beteiligung erreicht und motiviert werden können. Dabei nahm er auch die Lebensrealitäten in den Blick, mit denen junge Menschen heute und in Zukunft umgehen müssen – von der Klimakrise und den Veränderungen durch Künstliche Intelligenz über den demografischen Wandel bis hin zu ungleichen Chancen bei Wohnen, Ausbildung und Arbeit.

Eine zentrale Botschaft seines Vortrags lautete: Beteiligung darf nicht erst dort beginnen, wo junge Menschen bereits den Weg in politische Gremien gefunden haben. Jugendliche und junge Erwachsene bringen unterschiedliche Voraussetzungen und Erfahrungen mit. Während einige bereits politische Abläufe kennen, über Kontakte verfügen oder in Vereinen aktiv sind, fehlen anderen Zugänge, Zeit, Vertrauen oder schlicht das Wissen darüber, an wen sie sich mit ihren Anliegen wenden können.

Im Anschluss an den Vortrag ging es in die Workshops. Dort hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Gelegenheit, die Impulse auf die Situation in Paderborn zu übertragen, eigene Erfahrungen einzubringen und konkrete Ideen für eine stärkere Beteiligung junger Menschen zu entwickeln. Dabei wurde deutlich, dass erfolgreiche Jugendbeteiligung vor allem niedrigschwellige Zugänge, echte Mitgestaltungsmöglichkeiten und eine sichtbare Rückmeldung darüber braucht, was aus eingebrachten Ideen entsteht.

Die Ergebnisse der Workshops wurden anschließend in einer abschließenden Podiumsrunde vorgestellt und diskutiert. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer formulierten dabei konkrete Wünsche und Zukunftsperspektiven für die weitere Arbeit des Ausschusses für Chancengerechtigkeit und Integration. Damit blieb es nicht bei einem Austausch über Jugendbeteiligung: Die Veranstaltung gab zugleich konkrete Impulse für die weitere Arbeit des ACI.

Die Integrationskonferenz zeigte damit, wie wichtig es ist, jungen Menschen Raum für ihre Perspektiven und Ideen zu geben und sie aktiv in die Gestaltung ihrer Stadt einzubeziehen. Die engagierten Diskussionen und vielfältigen Anregungen aus den Workshops machten deutlich: Junge Stimmen wollen gehört werden – und sie wollen die Zukunft ihrer Stadt aktiv mitgestalten.

© Stadt PaderbornKamen zur Integrationskonferenz zusammen: (v. l.) Recep Alpan (Vorsitzender des Ausschusses für Chancengerechtigkeit und Integration (ACI)), Fatemeh Saidi (Mitglied des ACI), die stellvertretende Bürgermeisterin Sabine Kramm, Referent Ali Can, Sozialdezernentin Sandra Jürgenhake, Michaela Weigel (Abteilungsleitung Soziale Teilhabe), Oxana Schlidt (Koordinierungsstelle für Integration, Geschäftsführung des Ausschusses für Chancengerechtigkeit und Integration) sowie Vivianne Butov und Alexander Wittmer (beide Mitglieder des ACI).