Mehr Sicherheit an Unfallhäufungsstelle in der Bahnhofstraße

Fahrgastunterstand an Bushaltestelle vor der Agentur für Arbeit wird abgebaut

An der Bushaltestelle vor der Agentur für Arbeit an der Paderborner Bahnhofstraße hat es in diesem Jahr zwei schwere Verkehrsunfälle mit schwer verletzten Personen gegeben. Bei den Betroffenen handelte es sich um einen zwölfjährigen Schüler und eine ebenfalls zwölfjährige Schülerin.

Beide Unfälle ereigneten sich auf ähnliche Weise. Bei einem der Verkehrsunfälle lief die Unfallbeteiligte entlang des Bussteigs, als ein Bus langsam in die Haltestelle einfuhr. Dabei verlor sie das Gleichgewicht und geriet mit einem Fuß in Höhe der Mittelachse unter den Reifen des Busses. Sie wurde dabei schwer verletzt.

Bei einem weiteren Verkehrsunfall fuhren zwei Linienbusse hintereinander in die Bushaltestelle ein. Ein zwölfjähriger Junge bemerkte den zweiten einfahrenden Bus offenbar nicht und geriet zwischen die beiden fahrenden Busse auf die Fahrbahn. Dabei wurde er von dem Bus erfasst und stürzte zu Boden.

Eine weitere kritische Situation ereignete sich im April. In diesem Fall fuhr kein Linienbus in die Haltestelle ein. Ein älterer Mann, der blind und zudem gehbehindert ist, wurde durch das hohe Personenaufkommen so dicht an den Rand des Bussteigs gedrängt, dass seine Gehhilfe über den Haltestellenrand abrutschte und er auf die Fahrbahn der Busse stürzte.

In allen drei Fällen wird deutlich, dass die Hauptursachen für die kritischen Situationen in diesem Bereich im zu schmalen Bussteig und im hohen Aufkommen an Fahrgästen liegen.

Um die Situation kurzfristig zu entspannen und den Busfahrgästen mehr Platz zum Ein- und Aussteigen sowie zum Erreichen des jeweiligen Linienbusses zu geben, soll ab Donnerstag, 8. Oktober, ein Fahrgastunterstand abgebaut werden. Durch den Abbau des Fahrgastunterstandes stehen den Busfahrgästen bei Regen zwar weniger Unterstellmöglichkeiten zur Verfügung. Unter Abwägung der aktuellen Unfalllage wurde in der Unfallkommission der Stadt Paderborn jedoch dem Sicherheitsaspekt eine höhere Priorität eingeräumt.

Damit Busfahrgäste, die vom Bahnhof kommen oder zum Bahnhof möchten, besser an den wartenden Fahrgästen vorbeigehen können, soll zudem eine veränderte Verkehrsführung vorgenommen werden. Der derzeitige Schutzstreifen für Radfahrer, der hinter dem Bussteig entlanggeführt wird, soll künftig als Gehweg ausgewiesen werden. Radfahrer müssen dann über die Fahrspur fahren.

Um zu verhindern, dass Radfahrer mit rückwärts aus den Parkplätzen ausfahrenden Kraftfahrzeugen kollidieren, werden die bisherigen Senkrechtparkplätze in Längsparkplätze umgewandelt. Auch der dadurch wegfallende Parkraum wird dem Sicherheitsaspekt untergeordnet.

Die Änderung der Parkplätze war ohnehin für die nähere Zukunft vorgesehen, da mit dem Bau der Radstation auf dem Bahnsteig des Hauptbahnhofs eine Verschiebung der Bussteige am Busbahnhof erforderlich wird. In diesem Zusammenhang müssen die Taxistellplätze für die Dauer der Baumaßnahme auf die andere Seite der Bahnhofstraße vor die Agentur für Arbeit verlegt werden. Für die Taxen wäre daher ohnehin eine Änderung der Parkplatzanordnung von Senkrecht- auf Längsparkplätze notwendig geworden.

Der Bussteig vor der Agentur für Arbeit soll langfristig, voraussichtlich innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre, so umgebaut werden, dass den Busfahrgästen mehr Bewegungsfläche und auch wieder ausreichende Fahrgastunterstände zur Verfügung stehen. Die neue Verkehrsführung wird daher bereits jetzt im Vorgriff auf diese Maßnahme als Provisorium umgesetzt. Ziel ist es, den Unfallschwerpunkt kurzfristig zu entschärfen und die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden und Busfahrgäste zu erhöhen.