Mitarbeitende proben den Ernstfall

Stab für außergewöhnliche Ereignisse der Stadt Paderborn bereitet sich auf mögliche Krisen vor

© Stadt PaderbornDer Stab für außergewöhnliche Ereignisse der Stadt Paderborn, der sich aus Mitarbeitenden verschiedener Ämter zusammensetzt, trifft sich regelmäßig zu Übungen zusammen.

Seit dem verheerenden Tornado im Mai 2022 beschäftigt sich die Stadt Paderborn intensiv mit den Themen Krisenprävention und Krisenmanagement. Dabei nehmen die Verantwortlichen auch die administrativ-organisatorische Ebene in den Blick. Die Mitglieder des sogenannten Stabes für außergewöhnliche Ereignisse (SAE) beispielsweise kommen regelmäßig für Übungen zusammen. Jüngst nahmen sie einen fiktiven flächendeckenden Stromausfall in Schloß Neuhaus als Übungsgrundlage. 

„Es handelt sich um eines der regionalen Szenarien, die das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) im Mai veröffentlicht hat. Der Anschlag auf das Stromnetz wurde schon Ende Juni als Szenario für die aktuelle Übung angesetzt, bevor sich die realen Anschläge im September ereigneten“, sagt Ansgar Hundt vom Ordnungsamt, der für die Arbeitsfähigkeit des SAE verantwortlich ist.

Alarmiert wurden mittels einer Warnapp das Haupt- und Personalamt, das Ordnungsamt, das Amt für Öffentlichkeitsarbeit und Stadtmarketing, die Feuerwehr, das Schulverwaltungs- und Sportamt, das Jugendamt, das Straßen- und Brückenbauamt, das GMP, der STEB und der ASP, um die Lage im ersten Moment abzuarbeiten. Unterstützt wurde der Stab von einem Verbindungsbeamten der Polizei.

Der Leiter des Stabes, I. Beigeordneter Carsten Venherm, zeigte sich mit dem Ablauf der Übung sehr zufrieden. In der folgenden Feedbackrunde wurden einige Punkte im Bereich Alarmierung und zum Ablauf der Stabssitzung als verbesserungswürdig erachtet. Diese werden jetzt gezielt betrachtet und, wenn möglich, nachgeschärft.

Der Stab für außergewöhnliche Ereignisse wurde im Jahr 2022 als Lehre aus der Pandemie eingerichtet. Er tritt immer dann zusammen, wenn ein Ereignis einen erhöhten Koordinierungsbedarf zwischen einzelnen Ämtern aufweist. Dazu haben die Ämter, die in der Dienstanweisung SAE benannt sind, jeweils vier Ansprechpersonen benannt, die im Fall der Fälle alarmiert werden können. Als Ständige Mitglieder des Stabes werden das Haupt- und Personalamt, das Amt für Öffentlichkeitsarbeit und Stadtmarketing, das Ordnungsamt sowie die Feuerwehr immer alarmiert. Weitere Organisationseinheiten werden dazugeholt, sobald sie etwas zur Abarbeitung der Lage beitragen können. Sie sind sogenannte Ereignisbezogene Mitglieder des Stabes. Daneben können externe Fachberater hinzugezogen werden.

Nicht zuständig ist der Stab als administrativ-organisatorische Komponente für die direkten Gefahrenabwehrmaßnahmen. Dafür wird in aller Regel ein operativ-taktischer Stab bei der Feuerwehr eingesetzt. Der SAE sorgt im Hintergrund dafür, dass die Einsatzkräfte vor Ort effektiv arbeiten können. So wird von hier die Information der Bevölkerung gesteuert oder es werden Unterbringungsangebote bei Evakuierungen vorbereitet.

In diesem Zusammenhang weist die Stadt Paderborn auf die Informationen im Serviceportal „Mein Digiport“ hin. Unter dem Stichwort „Bevölkerungsschutz“ finden alle Interessierten unter www.mein-digiport.de Hinweise zu den Notfall-Infopunkten im Stadtgebiet und weitere Tipps rund um das Thema Vorsorge für den Krisenfall.