Lehmmauer, Aussichtssteg und Gehölzpflanzungen - Geisselscher Garten wird wieder hergestellt

Erster Spatenstich ist erfolgt

© Stadt PaderbornBeim ersten Spatenstich im Geisselschen Garten mit dabei: Claudia Warnecke, Technische Beigeordnete der Stadt Paderborn, Lea Lengeling, Projektleiterin vom Amt für Umweltschutz und Grünflächen, Jens Holmer und Stefan Gerks, Verler Gartenbau GmbH & Co.KG, Jonas Volmer, Ingenieurbüro Volmer, Dietrich Honervogt, stellvertretender Bürgermeister, Peter Carl, Büro Lohaus, Carl, Köhlmos sowie Jessica Schütte, Leitung des Amtes für Umweltschutz und Grünflächen (v.l.n.r.).

Mittwoch, 15. Oktober 2025 | Stadt Paderborn - Seit knapp einer Woche ist das 4000 Quadratmeter große Areal des Geisselschen Gartens unterhalb des Doms, zwischen Stadtbibliothek und Mühlenstraße gesperrt, jetzt konnte der erste Spatenstich erfolgen. Damit sind die Arbeiten zur Beseitigung der Schäden von Tornado Emmelinde aus dem Jahr 2022 offiziell angelaufen. Bis zum Frühjahr 2026 entstehen hier unter anderem ein neuer Aussichtssteg zur Dielenpader, eine Lichtung als naturnahe Wiese, ein neues Fußgänger- freundliches Wegesystem, Sukzessionsflächen zur Entwicklung eines naturnahen Gehölzbestandes, Gehölznachpflanzungen sowie eine Gartenmauer aus Lehm am historischen Standort.

Dass es sich bei der Wiederherstellung des Geisselschen Garten um eine besondere Maßnahme handelt, macht Paderborns Technische Beigeordnete Claudia Warnecke deutlich: „Wir haben hier ein wertvolles Stück Natur mitten in der Innenstadt, da ist der Nutzungsdruck entsprechend hoch und viele verschiedene Interessen mussten berücksichtigt werden“. Aus diesem Grund wurden schon in der Planungsphase Nachbarn, Naturverbände, Fachverwaltung und Politik sowie externe Fachleute an einen Tisch geholt, um die Planungsentwürfe von drei verschiedenen Planungsbüros zu diskutieren. Außerdem flossen Erinnerungen, Erfahrungen und Wünsche von mehr als 120 Bürger*innen in die Planung mit ein, die im Rahmen einer Online- aber auch einer Postkartenaktion beteiligt wurden.

Der Plan, der jetzt vor Ort bis zum nächsten Frühjahr verwirklicht wird, kann sich sehen lassen. So soll neben ökologischen Gesichtspunkten auch der Gartencharakter wieder stärker betont werden und schöne Sichtachsen sowie Bänke zum Verweilen geschaffen werden. Highlight wird die 115 Zentimeter hohe Gartenmauer aus Stampflehm, die im Verlauf der historischen Mauer aufgebaut wird und die erste Lehmmauer Paderborns in einer städtischen Grünfläche sein wird. Besonders hierbei ist, die natürliche Haptik und Optik der Lehmmauer, die sich im Laufe der Zeit ändern kann. Außerdem wirkt Lehm als Baustoff klimaregulierend und kann in Hitzeperioden abkühlend sowie wasserspeichernd wirken und bietet einen Lebensraum für verschiedenen Insektenarten. Die Lehmmauer wird aktuell in einem speziellen Werk in Scherfede angefertigt und dann vor Ort in etwas sechs Meter langen Teilstückjen eingebaut. Durchbrochen wird die Gartenmauer im Bereich der Wege durch Tore aus Cortenstahl, was einerseits den Gartencharakter betont, andererseits aber auch eine zeitweise Schließung einzelner Bereich zum Schutze von Flora und Fauna ermöglicht, sofern dies notwendig würde.

Der Altbaumbestand, der vom Tornado verschont wurde, wird erhalten und sogar einige alte Baumstämme, die dem Tornado 2022 zum Opfer gefallen sind und zwischenzeitlich eingelagert wurden, kommen jetzt als Totholzstämme mit einer Höhe von bis zu vier Metern wieder zum Einsatz. Sie sollen zukünftig mit einem Angebot an unterschiedlichen Bruthöhlen als Habitat für Vögel und Insekten dienen. Die Fußwege werden auf einen wassergebundenen Fußweg, der sich zu zwei Seiten in Richtung Stadtbibliothek aufteilt reduziert. Die Dielenpader bekommt einen Aussichtsteg und wird stellenweise renaturiert mit Hilfe von Störschüttungen, einer Fluss-Verbreiterung sowie eine Uferabflachung. An der Stelle der ehemaligen Teichanlage aus dem 19. Jahrhundert wird eine feuchte Senke gestaltet, die ein wichtiger Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten ist.

Rund eine Million Euro kostet die Wiederherstellung des Geisselschen Garten. Allerdings muss die Stadt Paderborn diese Kosten nicht alleine tragen. Der Kreis Paderborn unterstützt die Arbeiten mit circa 250.000 Euro aus Ersatzgeldern für Naturschutzmaßnahmen und das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bauen und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalens übernimmt 90 Prozent der verbleibenden Kosten im Rahmen der Förderrichtlinie Sturmtief „Emmelinde“.
Im April nächsten Jahres kann der Geisselsche Garten wieder geöffnet werden, soweit alles nach Plan läuft und das Wetter mitspielt. Doch bis dahin ist noch viel zu tun, wie zum Beispiel das Freiräumen und Auskoffern, das Befestigen und Schottern von neuen Wegen, das zurzeit zu beobachten ist. Im November sollen auch schon die ersten Pflanzarbeiten stattfinden, damit die Pflanzen schon einmal anwachsen können.

Stadt Paderborn

Amt für Öffentlichkeitsarbeit und Stadtmarketing