Frauen-Stadtplanung-Dritte Orte: Auftakt am 7. März 2026 zum Internationalen Frauentag 2026 

Unter dem Titel “Eine Stadt für alle? Feministische Perspektiven in Architektur und Stadtplanung betrachtete Karin Hartmann, Architektin BDA ao und Autorin in ihrem Impulsvortrag Städte und ihre öffentlichen Räume.

© marion schoenenberger / berlinArchitektin und Autorin Karin Hartmann beleuchtete feministische Perspektiven in Architektur und Stadtplanung

Unter dem Titel “Eine Stadt für alle? Feministische Perspektiven in Architektur und Stadtplanung betrachtete Karin Hartmann, Architektin BDA ao und Autorin in ihrem Impulsvortrag Städte sowie ihre öffentlichen Räume und warf die Fragen auf: Sind diese für alle gleich nutzbar? Warum ist unsere gebaute Umwelt wenig auf Care-Arbeit ausgerichtet? Was wünschen sich Frauen und Mädchen im öffentlichen Raum? Welche Perspektiven prägen die Stadtplanung? 

Karin Hartmann zeigte auf, welchen Normen die Planung und Gestaltung der Städte und öffentlichen Räume lange geprägt haben und welche Perspektiven in der gebauten Umwelt bis heute oftmals fehlen. Planungskonzepte fokussierten sich etwa auf das Auto als wichtigstes Verkehrsmittel und hatten zum Ziel kurze Pendelwege zwischen Arbeits- und Wohnort zu schaffen – und vernachlässigten Personen, die Sorgearbeit erledigen und zu Fuß, mit dem Rad oder dem ÖPNV unterwegs sind. Während diese Konzepte heute noch sichtbar und spürbar sind, wächst das Bewusstsein für eine gleichwertige Behandlung unterschiedlicher Bedürfnisse. 

Karin Hartmann schreibt, spricht und forscht zu intersektional-feministischen Perspektiven in Architektur und Stadtplanung. Ihre kritische Bestandsanalyse der Architekturdisziplin Schwarzer Rolli, Hornbrille wurde 2022 zum Branchenbestseller. Sie ist Vorsitzende des Karrierenetzwerks Architektinnen Initiative NW und war 2024 Gastprofessorin an der TU Wien. Karin Hartmann war Mitglied im Fachbeirat des Women in Architecture (WIA) Festival und im Beirat zur Entwicklung der Leitlinien für gendergerechte Stadtentwicklungspolitik des Bauministeriums. Sie schreibt die Kolumne #überarbeit in DieArchitekt und war mit ihrem Beitrag Unlearn Architektur Co-Autorin der Anthologie Unlearn Patriarchy #2.

 

© Claudia WarneckeClaudia Warnecke, Technische Beigeordnete der Stadt Paderborn

In der sich an den Impulsvortrag anschließenden Podiumsdiskussion wurde auch ein Schwerpunkt auf soziale Aspekte unserer Stadt gelegt. So wurden auch Innenstadtprojekte sowie „Dritte Orte“, also Treffpunkte, die dem sozialen Austausch dienen und oft konsumfrei sind, wie z.B. die Stadtbibliothek, in den Blick genommen. Neben der Impulsgeberin Karin Hartmann, der technischen Beigeordneten der Stadt Paderborn Claudia Warnecke und der Citymanagerin Lena Schräder diskutierte daher auch die Leiterin der Stadtbibliothek Katrin Stroth auf dem sich an den Vortrag anschließenden Podium und trat in den Austausch mit dem Publikum. 

 

© Bozika BabicLena Schräder , Citymanagerin der Stadt Paderborn
© Katrin StrothKatrin Stroth, Leiterin der Stadtbibliothek Paderborn

Stefan-Oliver Strate eröffnete als Bürgermeister der Stadt Paderborn zusammen mit den beiden Veranstalterinnen Dagmar Drüke, der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Paderborn, und Lena Schräder vom Citymanagement die Auftaktveranstaltung zum Internationalen Frauentag im Rathaus.

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion ist das Publikum zu interessanten Gesprächen bei Kaffee und Tee in lockerer Atmosphäre eingeladen. Der Landfrauenservice Paderborn/Höxter e.V. wird frische Waffeln und Kuchen gegen einen kleinen Obolus anbieten.

Auch einen „Markt der Möglichkeiten“ vor dem Rathaus gab es in diesem Jahr wieder: Institutionen, Vereine und Netzwerke informierten über ihre Angebote zu den Themen Frauen, Gleichstellung und Stadtplanung.