Rückblick auf unsere Veranstaltungen im Jahr 2026
Auf dieser Seite blicken wir auf die bisherigen Veranstaltungen des Naturwissenschaftlichen Vereins im Jahr 2026 zurück.
Frühjahrsexkursion zu den Frühblühern
Leberblümchen bei Dringenberg Ende März
Ende März führte uns Thomas Hüvelmeier in ein Waldstück bei Dringenberg im Kreis Höxter. Die Wetterprognose war schlecht und so waren es nur neun Personen, die an der diesjährigen Exkursion zu den Frühblühern teilnahmen. Aber sie sollten es nicht bereuen. Zum einen war das Wetter doch nicht so schlecht wie befürchtet - nur gegen Ende der Runde gab es doch noch Regen. Zum anderen bekamen wir etwas zu sehen, was in diesem Ausmaß in unserer Gegend selten ist: Leberblümchen an vielen verschiedenen Stellen und in großer Anzahl! Leider verhinderte fehlender Sonnenschein, dass diese ihre Blüten weit öffneten, nur einige wagten sich weiter hervor.
Neben den Leberblümchen stachen die dichten und großen Bestände des Bärlauchs ins Auge - und stiegen in die Nase.
Daneben gab es - wie erwartet - Gelbe Windröschen, Buschwindröschen und auch ein paar Hohe Schlüsselblumen.
Neben den erwähnten Arten gab es u. a. noch Bingelkraut, Erdbeer-Fingerkraut, Rosetten der Gemeinen Kratzdistel (auch Lanzett-Kratzdistel genannt) und Stinkenden Storchschnabel (auch Ruprechtskraut) zu sehen.
Bereits auf dem Weg in das Waldstück und auf dem Rückweg in den Ort fielen uns die zahlreichen Misteln in den Bäumen auf. Natürlich säumten auch Schlehe (Schwarzdorn) und Weißdorn den Weg, aber die Blüten waren noch nicht soweit.
Sicher wäre bei Sonnenschein die Blütenpracht im Wald besser zum Vorschein gekommen, umso größer der Anreiz, in den Tagen kurz nach der Exkursion noch einmal vorbeizuschauen.
Vortrag „Über die Kunst Tiere zu präparieren“
Vortrag von Martin Berndt am Dienstag, 17. März 2026
Im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Naturwissenschaftlichen Vereins berichtete Martin Berndt in seinem lebhaften und anschaulichen Vortrag „Über die Kunst Tiere zu präparieren“.
Tierpräparator Martin Berndt erläuterte, wie Tierpräparate entstehen. Er ging auf die kunstvolle Arbeit ein, die im Volksmund früher sehr vereinfachend als „ausstopfen“ bezeichnet wurde, in der Realität aber viele ausgefeilte Arbeitsschritte bedeuten. Ein gelungenes Präparat lässt das Tier naturgetreu – fast wie zu Lebzeiten – erscheinen. Martin Berndt hat über 20 Jahre Erfahrung in dem Beruf und im Laufe der Jahre viele Auszeichnungen für herausragende Arbeiten erhalten.
Für die meisten Anwesenden war es neu und überraschend, dass neue Präparate heutzutage keine Skelette mehr im Kern enthalten und im wesentlichen nur das Fell bzw. die Haut mit dem Federkleid wirklich von einem Tier stammen. Die Spannbreite der Größe seiner Präparate verdeutlichte Martin Bernd mit Fotos seiner Arbeiten an einer Sptzmaus und an einem ausgewachsenen Elefanten.
Vortrag „Das Liebesleben der Vögel“
Vortrag von Ernst Paul Dörfler am Dienstag, 24. Februar 2026
Der Naturwissenschaftler und Autor Ernst Paul Dörfler erzählte wahrhaftige Geschichten aus dem Privatleben unserer liebsten Nachbarn. Unter dem Motto „Lachen und Lernen“ nahm er sein Publikum mit auf die Reise in die bunte Beziehungswelt der Vögel.
Nicht nur wir Menschen haben sehr unterschiedliche partnerschaftliche Beziehungen, sondern auch die verschiedenen Vogelarten.
Von der Amsel bis zum Zaunkönig durchleuchtete er die heimischen Vögel und stellte verblüffende Parallelen in Charakter und Verhalten zwischen Vogel und Mensch fest.
Da gibt es treue und untreue Kandidaten, es gibt Hochstapler und Künstlernaturen, Schmarotzer und sehr friedfertige Vögel. Auch in Beziehungsfragen ist die Diversität beachtlich. Wir erfuhren von dauerhaften Bindungen, von Saisonehen, von streitsüchtigen Paaren, von emanzipierten Weibchen, von Scheinweibchen und Feministen unter den Männchen. Haremsmodelle, Fernbeziehungen sowie ein Rollentausch zwischen den Geschlechtern runden das Spektrum ab. Diversität ist in der Natur die allgegenwärtige Normalität.
Besonderes Augenmerk legte Dörfler auf die Vogelweibchen, die lange Zeit im Schatten der Forschung standen, aber erstaunliche Kompetenzen besitzen.
Mit über 90 Zuhörerinnen und Zuhörern war dieser interessante und kurzweilige Vortrag von Ernst Paul Dörfler sehr gut besucht.
Nach dem Vortrag gab es die Gelegenheit, sich eine Ausgabe seines Buches signieren zu lassen.
Über den Referenten:
Ernst Paul Dörfler, geboren in Kemberg bei der Lutherstadt Wittenberg, ist promovierter Ökochemiker.
Sein Buch „Zurück zur Natur?“ (1986) wurde zum Kultbuch der ostdeutschen Umweltbewegung. Mit seinen jüngsten Büchern, die im Hanser Verlag München erschienen sind, gelang ihm der Sprung auf die Spiegel-Bestsellerlisten.
Er wurde mit dem EuroNaturpreis der Stiftung Europäisches Naturerbe ausgezeichnet.
Im Dezember 2025 erhielt er den Verdienstorden des Landes Sachsen-Anhalt vom dienstältesten Ministerpräsidenten der Bundesrepublik.
Schauen Sie auch auf seine Website: https://elbeinsel.de/ (Öffnet in einem neuen Tab)
Vortrag „Der kleinste Vogel der Welt und seine Nachbarn – Eine ornithologische Fotoreise auf Kuba“
Vortrag von Hans Günter Festl am Dienstag, 3. Februar 2026
Kuba, die größte Insel der Karibik, ist nicht nur für seine Zigarren, Oldtimer, tropischen Strände und seine lebendige Kultur bekannt, sondern auch für seine beeindruckende Vogelwelt. Mit über 370 dokumentierten Vogelarten bietet die Insel eine besondere Vielfalt an gefiederten Bewohnern. Darunter sind zahlreiche Arten, die nur auf Kuba vorkommen, wie der Kubatrogon als Nationalvogel oder auch der kleinste Vogel der Welt, die Bienenelfe. In dem Vortrag wurde ein Einblick in diese außergewöhnliche Vogelwelt gegeben.
Nicht unerwähnt blieben aber auch die Probleme, die das Land zur Zeit hat und welche Auswirkungen sich damit für Touristen ergeben.
Vortrag „Seltene Vogelarten auf den Wasserflächen in Paderborn – Beobachtungen seit 2010“
Vortrag von Michael Bellinghausen am Dienstag, 20. Januar 2026
Im Februar und März 2025 hielt sich über sechs Wochen ein Eistaucher auf dem Lippesee auf, der sich hier ausreichend von Krebsen und Fischen ernähren konnte. Dies fand nicht nur unter den heimischen Ornithologen große Beachtung, da dieser Taucher normalerweise in den Wintermonaten nur bis an die Küsten ausweicht.
Die nächsten Brutgebiete liegen auf Island und Grönland. In NRW liegen aus den letzten Jahren zwar einige Meldungen vor. Sein Aufenthalt auf Wasserflächen im Binnenland bleibt aber eine absolute Ausnahmeerscheinung.
Der Lippesee ist unter den Wasserflächen in Paderborn mit ca. 100 ha der größte See. Aber auch die übrigen Wasserflächen im Norden und Westen der Stadt ziehen immer wieder seltene Vögel auf dem Zug oder zu einem Aufenthalt in den Wintermonaten an. So hielten sich zwei Schwarzhalstaucher Anfang Mai 2025 mehrere Stunden auf dem Padersee auf. Auf dem Frühjahrszug sehen diese Vögel im Prachtkleid besonders eindrucksvoll aus.
Ein Schwerpunkt für seltene Arten war auch seit 2022 die renaturierte Lippe bei Sande. Hier waren es vor allem Limikolen wie Kampfläufer, Rotschenkel und Bruchwasserläufer.
Diese Beobachtungen waren für Michael Bellinghausen der Anlass einmal zusammenzutragen, welche seltenen Vogelarten in den vergangenen 15 Jahren auf den Wasserflächen in Paderborn beobachtet wurden. In seinem Lichtbildervortrag wurden Fotos von den Beobachtungen dieser seltenen Arten gezeigt.
Eine Liste mit den im Vortrag vorgestellten Vogelarten finden Sie unter folgendem Link:
Im Vortrag vorgestellte VogelartenPDF-Datei95,04 kB
Begleitet wurde der Vortrag von mehreren Präparaten aus den Beständen des Naturkundemuseums.
