Sande

Sande liegt sieben Kilometer nordwestlich des Stadtzentrums. Die Gemarkungsfläche umfasst 23,29 qkm. Ihr nördlicher Teil gehört zur Senne, der südliche zur Lippeniederung, ein kleiner Südzipfel zur Geseker Bördelandschaft. Die Höhenlage beträgt in der Ortsmitte 97 m ü. N. N.

Der Ortsname weist auf die Bodenbeschaffenheit hin. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts hat Sande als Gemeinde im engeren Sinne nicht existiert. Es war eine weiträumige bäuerliche Streusiedlung ohne Ortskern, die als »uppen Sand« bezeichnet wurde. Die Höfe verteilten sich auf die zum Kirchspiel Elsen gehörenden Siedlungsbereiche Sandhöfen, Gesseln, Nesthausen, Altenginger Mühle und Dreihausen sowie Altensenne und Thunhof als Teile des Kirchspiels Neuhaus. Auch administrativ waren die Sander Höfe an Elsen gebunden. Sie unterstanden dem Holthof, einem der drei Amtshöfe des Kirchspiels Elsen.

© Stadt PaderbornLuftbildaufnahme von Sande

Eine »Schlüsselstellung« in Sande hatte lange der Sander Krug an der Kreuzung der Straße Münster - Paderborn mit der Lippe. Eine Brücke gibt es an dieser Stelle erst seit dem 18. Jahrhundert. Nach dem chausseemäßigen Ausbau der Straße im 19. Jahrhundert fungierte das Gasthaus lange als Hebestelle für Straßenbenutzungsgebühren.

Die für die Landwirtschaft zum Teil problematischen Bodenverhältnisse erfuhren durch den Bau des Boker Kanals (1850-1853) eine Verbesserung. Wegen des schlechten und weiten Weges nach Elsen fanden seit 1850 in einem Anbau der Sander Schule Gottesdienste statt. 1900 erhielt der Ort eine eigene Kapelle, St. Marien; die heutige Kirche St. Marien entstand 1950/1953. Schon 1923 wurde Sande eine Filialgemeinde mit eigener Vermögensverwaltung, 1944 schließlich selbstständige Kirchengemeinde.

Die Einwohnerzahl waren von 841 im Jahre 1818 auf 1.450 im Jahre 1939 angewachsen. Nach Kriegsende 1945 lag die Zahl bei 2.250. Allmählich bildete sich im Umfeld der Kirche eine Art Ortskern heraus; in den Außenbereichen ist der Streusiedlungscharakter aber auch heute noch erhalten. Von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung ist mittlerweile der sandige Untergrund des Ortes. Die reichhaltigen Vorkommen von Sand und Kies werden für das Baugewerbe ausgebeutet und z. T. direkt vor Ort zu Kalksandstein verarbeitet. Ein willkommener Nebeneffekt des Abbaus ist das Entstehen großer Baggerseen wie des Lippesees oder des Nesthauser Sees, wo eine gut ausgebaute Infrastruktur zahlreiche Möglichkeiten wassergebundener Freizeitgestaltung bietet.

© Stadt PaderbornAnsichtskarte von Sande aus dem Jahr 1939 (Weitere Ansichtskarten können im Stadtarchiv Paderborn angesehen werden.)

Ein im Vorfeld der kommunalen Neugliederung geplanter Zusammenschluss Sandes mit Schloß Neuhaus kam nicht zum Tragen. Am 1. Januar 1975 wurde die bis dahin dem Amt Schloß Neuhaus angehörende Gemeinde ein Ortsteil der neuen Großstadt Paderborn. Durch die Ausweisung großer Neubaugebiete, in denen vorzugsweise Pendler wohnen, hat sich der Sander Kernbereich in den letzten Jahren rapide vergrößert. Heute hat Sande über 6.000 Einwohner.

Dokumente, Bilder und Literatur zur Geschichte von Sande finden Sie im Stadtarchiv Paderborn.