Das Geheimnis der alten Sandberge
Augustdorfer Dünenfeld - Filmvortrag von Robin Jähne am 17. November 2026
Mit aufwendiger Technik zog der Naturfilmer Robin Jähne zusammen mit Sarah Herbort in das Augustdorfer Dünenfeld, einem besonderen Teil der Senne. Hier befinden sich die ältesten Binnendünen Norddeutschlands und mit ihnen ein ganz besonderer Lebensraum voller seltener Tiere und einzigartiger Pflanzen. Die Kamera fing dabei Szenen ein, die sich meist dem Auge des Spaziergängers entziehen, wie die Familienstube des Schwarzkehlchens in einem Grasbüschel oder die Begegnung mit kleinen Löwen.
An einer Abbruchkante, wo der Sand zutage tritt, sind kleine Trichter im Boden zu erkennen. Eine Wanze krabbelt heran, und plötzlich beginnen Sanderuptionen aus den etwa fünf Zentimeter großen Trichtern. Das Insekt rutscht unter dem Bombardement in einen der Trichter. Unten lauern die zwei dornenbesetzten Zangen, die das Tier zu packen versuchen. Besser hätte sich kein Regisseur einen Film über Aliens ausdenken können. Nur dass es sich um ein reales Tier handelt, um den Löwen des Gebietes, genauer: den Ameisenlöwen.
Die Szene im Trailer des Naturfilmes von Robin Jähne und Sarah Herbort ist Spannung pur. Mit aufwendiger Technik erkundeten die Tierfilmer das Augustdorfer Dünenfeld, einem Teil der Senne. In diesem Sandgebiet zu Füßen des Teutoburger Waldes in Ostwestfalen liegen die ältesten Binnendünen Norddeutschlands.
Das Ergebnis der Dreharbeiten wurde zu einem Gesamtfilm geschnitten, einem Directors Cut, mit vielem exklusivem Material. Der ist am 17. November 2026 um 19.30 Uhr im Audienzsaal des Schlosses in Paderborn-Schloß Neuhaus in einer Veranstaltung des Naturwissenschaftlichen Vereins Paderborn zu sehen. Natürlich wird Filmer Robin Jähne, der gerade wieder mitten in einem großen, internationalen Filmprojekt steckt, dabei sein, von den Dreharbeiten berichten und sicher die ein- oder andere kurzweilige Anekdote im Gepäck haben.
Wie die Geschichte von dem Kaninchen. Das hatte nämlich einen Bau mit zwei Ausgängen. „Wenn ich mit dem Tarnzelt auf der einen Seite saß, passierte etwas interessantes auf der anderen Seite, und umgekehrt“, erzählt Robin Jähne. Also kam eine ferngesteuerte Kamera zum Einsatz – „so konnte ich gleichzeitig beide Ausgänge beobachten“. Auf diese Weise kam die Kamera dem Tier sehr nah, zeigt sogar die Jungen im Bau.
„Die Landschaft wirkt auf den ersten Blick unscheinbar“, so der Filmer. Jede Menge Sand, Kiefern und Heide gibt es in dem Gebiet. „Doch wer genau hinsieht, der wird eine ganze Menge spannender Geschichten erleben“, sagt der Detmolder. So beispielsweise das Schwarzkehlchen. Es ist selten und streng geschützt. Sein Nest befindet sich auf dem Boden, meist in einem dicken Grasbüschel. Die Filmer entdeckten es und setzten eine revolutionäre Fernsteuertechnik ein. „Hätten wir da im Tarnzelt gesessen, hätten wir die Tiere gestört. Unter solchen Umständen würden wir niemals drehen“, so Jähne.
Deswegen deponierten sie eine Kamera, die über Funk gesteuert wird. „Die wurde innerhalb weniger Minuten akzeptiert“. Die Filmer sitzen hunderte Meter entfernt, können auf einem Monitor sehen, was die Kamera aufnimmt und so, ohne die Tiere zu stören, Aufnahmen machen. Der Lohn für den Aufwand waren einzigartige Bilder aus dem Nest der Schwarzkehlchen.
So entstand ein spannender, sehenswerter Film über einen ungewöhnlichen Lebensraum. Bleibt nur noch die Frage, was aus der eingangs erwähnten Wanze im Trichter des Ameisenlöwen wurde. Sie hatte Glück. Denn sie konnte mit einem schnellen Alarmstart den tödlichen Zangen des Raubinsektes entkommen. Das können nicht viele Insekten von sich behaupten, die dem Löwen der Region zu nahe kamen. Die Kamera von Robin Jähne und Sarah Herbort war dabei und fing die Szene in eindrucksvoller Zeitlupe ein.
